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Muskeltraining für die S-C-H-E-I-D-E

Hihihi und Kchkchkch! Als wir schon viel zu alt dafür waren, längst die Schulbank gegen den Hörsaal getauscht hatten, kicherten meine Freunde und ich noch immer am lautesten, wenn wir das Penis-Spiel spielten. Im Wechsel versucht man sich mit Synonymen für das männliche Geschlechtsteil zu übertrumpfen. Verloren hat derjenige, dem nichts mehr einfällt. Und das kann seeehr (bis zu drei Flaschen Wein) lange dauern.

Natürlich funktioniert es auch als Vagina-Spiel. Beziehungsweise Scheide. Huch. Da ist es mir wieder rausgerutscht dieses Wort. Ich assoziiere damit irgendwie immer meine Schwimmlehrerin aus der Schule, die sich auch im rüstigen Alter noch gerne im knappen Ballonseidehöschen beinespreizend an den Beckenrand hockte und damit so manch einem planschenden Kind eine Heidenangst vor der bevorstehenden Pubertät einjagte.

Im Herzen Mutter, im Hirn Teenager

Nun ist die Pubertät lange vorbei und die Geschlechtsreife offenbar erfolgreich vollzogen worden. Denn ich habe mich fortgeplanzt und besuchte, wie empfohlen, drei Monate nach der Geburt einen Rückbildungskurs. Und mannoman: zum Glück war keiner meiner alten Klassenkameraden in diesem Kurs! Denn das Penisspiel ist ein Scheiß gegen das vaginale Blumenpflücken inmitten schreiender Säuglinge.

Was mir in der ersten Woche Rückbildungskurs in ernsthaftem Ton beigebracht wurde:

  1. Wenn man nach einer Geburt auf einem Trampolin springen kann, ohne sich in die Hose zu pieseln, ist der Beckenboden gut trainiert (klappt bei vielen Frauen zunächst nicht und das bis zu 12 Monate nach der Geburt)
  2. Wenn Winde und Wasser ohne eigenes Zutun einfach so abgehen, ist es höchste Zeit, den nach einer Geburt durchhängenden Beckenboden wieder zu straffen
  3. Dafür gibt es kleine Gewichte (!), die aussehen, wie Tampons (!) und die man sich – bei Problemen wie unter Pkt. 2) beschrieben  – für das Training in die Scheide (hihihi) einführt (!!!)

Kim K. knows

Versteht mich nicht falsch, es ist absolut richtig über solche Themen zu reden, die völlig zu unrecht in unserer Gesellschaft noch immer tabuisiert werden. Selbst Kim Kardashian schmissen diese unsexy Themen nach der Geburt ihrer Nori komplett aus den High Heels. “Do you know you basically have to wear a diaper for two months afterwards?! LOL! No one told me that! #SoSexy.”

Also: Drüber reden? Yes please. Drüber lachen? Auf jeden Fall! Niemand soll sich auf dem Trampolin wie eine Aussätzige fühlen, der als einzige dasselbe Missgeschick wie dem eigenen Kind passiert. Doch zu ernst sollte man diese Dinge vielleicht eben auch nicht nehmen.

Entspannt euch!

Selbst wenn auf den schlaffgewordene Beckenboden auch beim nächsten Lachanfall momentan einfach kein Verlass ist, tut es doch gut, locker und eben mit einer gehörigen Portion Humor an die unangenehmen Nebenwirkungen des Momlifes heranzugehen. Generell mein oberstes Credo seit ich nicht mehr nur Spätpubertierende, sondern auch Mama bin.

Es tut gut sich anzusehen und darüber zu lachen, wenn in der frisch angelegten Windel sofort wieder ein Feuerwerk der Kackis gezündet wird. Ja, Kacki. Es gibt Worte, die man als Elternteil einfach benutzen muss. Täte man das auch noch mit vollkommener Ernsthaftigkeit, wär das, als würde man ein Kleinkind fragen: “Musst du Stuhl ablassen oder bloß Urin?”. Dass unser Humor partiell Ende der Neunziger stehen geblieben ist, muss sich eben auch in der neuen Rolle als Mama und Papa nicht ändern. Und irgendwann kann ich ja vielleicht auch Es-Zeh-Ha-Eh-Ih-Deh-Eh sagen ohne dabei – zumindest in meinem Kopf – zu kichern wie eine Zwölfjährige.

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