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WEDDING SPECIAL: Endgegner Tischordnung

Am Anfang lief die Hochzeitsplanerei quasi wie am Schnürchen. Location, Farbwelt, Deko, Torte, Kleid: alles ziemlich entspannt zu erledigen mit einigen Monaten Vorlauf. Dann habe ich das Thema Hochzeit irgendwie für zwei drei Monate völlig verdrängt, unterbewusst. Und einen Monat vor dem großen Fest fällt mir dann auf: Oh no, SO MUCH TO DO!

Vom Hundersten ins Tausendste

Ich muss dazu sagen, dass ich mich um fast alles, was die Hochzeit betrifft, allein kümmere. Ist auch besser so, ich weiß eh immer alles besser. Es gibt aber immer einen kleinen Check-up mit Gero, ob ich noch auf dem richtigen Kurs bin. Ich muss immer an Carrie und Mr. Big denken, der dann einfach vor der Bibliothek kehrt gemacht hat, weil die Pferde bei der Planung mit seiner Zukünftigen durchgegangen sind und die Hochzeit größer wurde als die beiden selbst. (Sorry an dieser Stelle für den kleinen „Sex and the City“-Abstecher!)

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Go away, give away!

Nunja, drei Themen habe ich jedenfalls ziemlich lange vor mir hergeschoben. Zum einen diese vermaledeiten Gastgeschenke. Irgendwie wollte ich die, aber so einen richtig grandiosen Einfall hatte ich nicht. Bis die Rettung durch eine Instagram Followerin kam: selbst gemachtes Himbeersalz. Tadaaaaa! An zwei Tagen habe ich mit Hilfe meines Trauzeugen circa sechs bis acht Kilo davon hergestellt. Ich weiß es nicht mal mehr genau. Es ließ sich auf jeden Fall auf 80 kleine Gläschen verteilen. Das wirklich Ätzende, abgesehen von der Schweinerei in der Küche, kam aber erst noch: 80 Bändchen mit Namensschildern um die Gläser binden. Klingt jetzt total übertrieben, aber an dem Abend hätte ich sogar lieber Wäsche abgenommen und das kann ich im Normalfall nun wirklich gar nicht leiden. Die Geschenke warten jetzt in einer Kiste darauf, auf den Dinnertellern der Gäste platziert zu werden.

Plötzlich Hotelier

Nächstes Dilemma: Unsere Location hat uns gebeten, selbst die Gäste auf die Zimmer zu verteilen. Viel zu wenig Zimmer für viel zu viele Gäste. Hotels und Pensionen in der Umgebung ausfindig machen, abwägen, wen man dann blöderweise auswärts unterbringen muss, noch mal die Adressen der Gäste für die Rechnungen zusammen sammeln und klären, wer schon am Freitag und wer erst am Samstag anreist. „Ach, wir dürfen NICHT am Freitag kommen?“ Und huch, plötzlich will da doch noch jemand mit aufs Gut, der eigentlich selbst für seinen Schlafplatz sorgen wollte. Bridezilla am rotieren. Ich sag’s euch!

Setzt euch doch hin, wo ihr wollt! Nee, lieber doch nicht!

Aber all das ist nichts gegen den Endgegner, den Antichrist, den Trump der Hochzeitsplanung: die T I S C H O R D N U N G ! Das monatelange Drücken und Augen verschließen hat nichts gebracht, sie ist immer noch da. Jetzt wollt ihr sicher einwerfen: Dann mach doch keine! Aber doch, ich will das ja. Ich will Chaos und Unsicherheit bei der Platzwahl vermeiden und außerdem gibt’s doch jetzt die tollen Himbeersalzplatzkärtchen! Was die ganze Geschichte in unserem Fall auch noch zu einer wahren Wissenschaft auswachsen lässt, ist der Fakt, dass wir keine runden Tische haben, die man nach Kollegen, Unifreunden und entfernten Verwandten mütterlicherseits aufteilen kann. Wir haben drei lange Tafeln mit jeweils 28 bis 30 Sitzplätzen. Gero und ich haben uns gegenseitig in den Wahnsinn getrieben. Erst als meine Mutter spontan einen Blick auf die Exceltabelle geworfen hat, flutschte plötzlich alles. Alles ergab einen Sinn. Überglücklich zeigte ich Gero am Abend das Werk. Es erfolgte leider nicht wie erhofft die zufriedene Abnahme, sondern ein: „Die kommen gar nicht!“ Mist!

Eine Woche vor der Hochzeit ist immer noch unklar, ob zwei Personen nun kommen oder nicht. Ungünstig für den perfekten Sitzplan. Aber ich habe Hoffnung. Und bestelle sicherheitshalber vielleicht einfach Gummipuppen als Ersatz. Die sind sicher angenehme Sitznachbarn.

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1 Kommentar

  • Antworten
    Manuela Schmidt
    2. August 2017 at 11:55

    Liebe Sophie, wieder ein sensationeller Artikel!!! Muss immer schmunzeln und gleichzeitig aufpassen, dass ich im Büro nicht aus heiterem Himmel laut los lache, wenn ich gerade heimlich die viel wichtigeren Dinge im Leben lese 😉 Ich liebe eure „Schreibweise“ und finde es ganz ganz toll, dass Ihr euren Blogg ins Leben gerufen habt. Weiter so, einfach herrlich… es wird sicher eine bombastische Hochzeit und der Tipp mit den Gummipuppen ist der Knaller! Liebe Grüße aus Wien, Manuela

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