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MOMDAYS TRAVELS: Paradies nur eine Stunde von Berlin

Rummsbumms dingdong. Die Tram fährt vor unserem Balkon in Berlin Friedrichshain vorbei. Das Haus wackelt, das Kind schreit vergnügt: “Auweia”, die Mutter rollt mit den Augen und der Vater stellt fest: “Wir müssen mal wieder raus!” Was er damit meint: Lärm, Autos, Party-Touristen hinter uns lassen und ab in die Natur.

Wochenendtrips for president! Einmal Großstadt-Detox und zurück, damit man den weltbesten Kaffee um die Ecke, die abenteuerlichen Spielplätze und bunten Flo- und Foodmärkte wieder genießen kann. In diesem Fall bedeutete das: ab in die Uckermark.

Uckermark

Viel Landschaft, wenig Mensch

Nach den Kriterien der UNO gilt die Uckermark als unbesiedelt – so wenige Menschen leben hier pro Quadratkilometer. Und das spürt man direkt, wenn man von der Autobahn abfährt und sich nur eine knappe Stunde nach dem Verlassen der Stadt inmitten von Wäldern, Seen und Wiesen wiederfindet.

Außer dem Summen der Mücken und dem Läuten der Kirchturmglocken hört man hier nicht viel. Dann und wann dümpelt mal ein Trecker über den Feldweg. Sollten sich Fuchs und Hase tatsächlich irgendwo gute Nacht sagen, dann hier.

Wolletzsee

Oase am Wolletzsee

Am besten packt man sich ein paar Freunde ein, mietet sich ein Häuschen und genießt die gnadenlose Ruhe. Wir haben uns für das Gut Wolletz entschieden. Hier waren wir schon einmal auf einer Hochzeit und wollten seither an diesen magischen Ort zurückkehren. Damit fünf Ferienwohnungen entstehen konnten, wurde ein alter Schafstall in detailverliebter Kleinarbeit wunderhübsch saniert.


Von der Lampe bis zum Kleiderschrank folgt hier alles einem Wohnkonzept, ohne zu angestrengt zu wirken. Charmant und stilvoll haben sie für unsere Familien das perfekte Zuhause gebildet. Praktisch ist auch, dass man mit mehreren Familien mehrere Apartments mieten kann. So macht man zwar zusammen Urlaub, hat aber seinen eigenen Rückzugsbereich. Außerdem toll: es stehen Grills zur Verfügung und jeden Morgen werden einem frische Brötchen bis an die Tür gebracht.

Gut Wolletz

Entschleunigung bis zum Stillstand

Wolletz ist eins der vielen 100-Seelen-Dörfchen der Uckermark. Hier kommt vier Mal am Tag ein Bus, es gibt eine Rehaklinik, mehrere einsame Badestellen und einen Kinderspielplatz. Und das Kaffee Konsum. Hier waren wir jeden Tag, haben uns durch die selbstgebackenen Kuchen, die Wildbratwurst und die köstlichen Burger gegessen.

Damit einem bei all der Beschaulichkeit nicht die Decke auf den Kopf fällt, kann man in der näheren Umgebung zahlreiche Dinge unternehmen. Wir haben zum Beispiel in der Brennerei Grumsin ein paar Schnäpse verköstigt (mega Eierlikör!) und im Tierpark in Angermünde Ziegen gefüttert. Außerdem kann man überall Fahrräder und Paddelboote leihen.

Back to Straßenlärm

Nach ein paar Tagen im idyllischen Nichts kehrten wir in das Asphaltdickicht der Großstadt zurück. Und noch im Auto wurden wir euphorisch. Wir planten, wo wir gleich überall noch eine Kleinigkeit zum Abendessen holen könnten und der Sohn quietschte vergnügt: “Tram! Bus! Laster!” So ein Wochenende auf dem platten Land tut der Seele unheimlich gut. Das Zurückkehren in die Stadt aber eben auch.

Fotos: Privat und Robert Wunsch

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