Momdays
Hochzeitskleid
Style

Diesen Rat hätte ich gerne VOR meiner Hochzeit bekommen

Wedding-Special last minute: Die eine Hälfte der Momdays-Autorinnen feiert schließlich morgen Hochzeit. In liebevollster Kleinarbeit hat Sophie alles geplant und durchdacht, in 24 Stunden ist das Fest schon in vollem Gange. Anlass genug, noch einmal an die eigene Feier zu denken und zu überlegen, was ich wohl anders gemacht hätte.

Fail #1: Finale Anprobe vergessen

Mein Kleid war ziemlich transparent und meine Brustwarzen ziemlich dunkel. Ich war bei meiner Hochzeit schließlich hochschwanger und mein Körper aufs Stillen eingestellt. Der magische Moment kurz vorm Ja-Wort als meine Haare gelockt, mein Make-up fertig und das Kleid angezogen war, sorgte beim ersten Blick in den Spiegel für Irritation. Irgendwie sah man da obenrum doch mehr als gedacht.

Die Nippelkleber aus Silikon, die ich vorher besorgt hatte, waren nicht hautfarben, sondern – tadaa! – transparent. Zum Glück waren da die langen Extensions, welche diese unabsichtliche Freizügigkeit etwas kaschieren konnten.

Hochzeitskleid Butterfly von Kaviar Gauche

Als ich das letzte Mal mein Spiegelbild betrachtete, bevor ich mich dem Bund fürs Leben stellte, dachte ich, dass mir gleich mit Sicherheit alle Gäste auf den Busen schauen würden. Klar, #freethenippel und so, aber doch nicht auf der eigenen Hochzeit!

Fail #2: Regen. Viel Regen.

„Hochzeit mit Regen bringt Kindersegen“ – ja, haha. Ein wenig tröstender Spruch, den wir an unserem Hochzeitstag wohl 145936450208 Mal hörten. Denn es regnete. Mitten im Juni, kurz vorm offiziellen Sommeranfang. Es regnete und regnete und hörte nicht auf. Am heftigsten war der Regen um 15 Uhr. Der Zeitpunkt, zu dem wir unsere Trauung unter freiem Himmel geplant hatten.

Hochzeit Regen

Fail #3: Keine Tränen

Unsere Trauung wurde vom besten Freund meines Vaters durchgeführt. Er ist ein großartiger Redner, kennt uns persönlich und fand exakt die richtigen Worte. Auch unsere Mütter und Trauzeugen übernahmen wichtige Parts vor und nach dem Ja-Wort. Zu Beatles „In My Life“ übergab mich mein Papa an meinen Ehemann.

Die Zeremonie war wunderschön und hat uns und viele der Gäste gerührt. Manche brachen förmlich in Tränen aus. Nicht so Braut und Bräutigam. Wir blieben äußerlich cool. Mein permanenter Gedanke: „Oh Gott, wenn ich jetzt anfange zu weinen, kann ich nie wieder aufhören.“ Dabei passt so viel Beherrschtheit doch gar nicht zu mir!

Das große ABER

Die Nippel sind niemandem aufgefallen (zumindest hat mir keiner was gesagt) und auch ich habe sie in dem Moment vergessen, als ich den Raum betrat, in dem wir getraut wurden und all unsere Freunde und Familienmitglieder auf mich warteten.

Der Regen war tatsächlich ein Segen. Der Saal, den mein Ehemann und einige Freunde spontan mit Wimpelketten und einem alten Teppich meiner Oma zum Trauzimmer umfunktionierten war total stimmungsvoll und die Akustik viel besser als draußen. Im Anschluss an die Trauung zierten spektakuläre Regenbögen den Himmel. Der Kracher.

Hochzeitslocation

Hochzeit mit Regenbogen

Die fehlenden Tränen wurden irgendwie durch einen anderen Augenblick abgelöst. Wir saßen vor dem Redner und da war dieser eine Moment. Mein Mann nahm meine Hand, blickte mir in die Augen und grinste mich an. Ich grinste mit. Denn da wussten wir: gerade sind wir verdammt nochmal die glücklichsten Menschen der Welt. Kitsch 3000, ich weiß. Aber diese Erinnerung will ich nicht gegen 1000 Glückstränen tauschen.

Hochzeit

Liebe Sophie…

Ganz ehrlich: So eine Hochzeit ist doch piepegal. Und das meine ich wirklich so. Wen interessiert’s? Solange du diese eine, ganz bestimmte (deine!) Person heiratest, ist der Rest doch wurscht. Die Hochzeit ist schließlich nur das Vorspiel für den Rest des gemeinsamen Lebens. Eine Hochzeit verrät nichts, aber auch gar nichts darüber, wie eure Ehe aussehen wird.

Klar ist es super schön, ein Fest zu feiern, zu dem alle Menschen kommen, die bis dahin eine wichtige Rolle in eurem Leben gespielt haben. Sie an einen schönen Ort zusammenzuführen, Schaumpus zu trinken und das Tanzbein zu schwingen, macht einfach super viel Spaß. Manche Dinge werden dabei anders laufen als gedacht, die Planung wahrscheinlich nicht hundertprozentig aufgehen. Aber das muss es auch nicht. Das wird euer verdammtes Fest und es wird großartig.

Bilder: Saskia Bauermeister

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