Momdays
Momlife

„MEINE Nacht war härter als DEINE“ – Was ein Bullshit!

Mütter sind an und für sich ziemlich großartig. Sie sind sogar in den meisten Fällen stärker und mutiger als viele Männer. Nur gibt es irgendwie einige, die aus dem Mamasein einen Wettstreit machen. Nennen wir ihn mal die „Momlympics“. Eine Disziplin, an der ich selbst schon unfreiwillig teilgenommen habe, ist „Wer hat die schlimmste Nacht gehabt“.

Austragungsort: Instagram

Instagram ist nicht nur ein tolles Forum für Shopaholics und Fitnessfans, sondern auch für #instamoms. Wir alle kennen mindestens eine und nicht wenige von uns, gestehen sich offen ein, selbst zu diesem Personenkreis zu gehören. Ich bin jedenfalls eine. Und was für eine! Ich teile Bilder von meinem unfassbar süßen Kind – #mybabyiscuterthanyours – von meinen #momoutfits und erzähle von unserem Alltag, so wie er ist – #fürmehrrealitätaufinstagram. Ich mache das, um anderen Mamis zu zeigen, dass unperfekt auch perfekt ist und weil ich manchmal selbst Trost, Motivation, Rat oder einfach viele offene Zuhörerohren brauche.

Schiedrichter: Mir-geht-es-schlechter-Mom

Nach einer harten Nacht zum Beispiel. Aber halt! Da geht es schon los. Was ist denn bitte eine harte Nacht? „Leni wacht alle halbe Stunde mal kurz auf? Haha, das nennst du hart? Also bei uns…“ so oder so ähnlich wurde schon auf mein Lamentieren reagiert. Oft kommt es nicht vor, dass ich mich auf Instagram ärgern muss, aber solche Situationen machen mich dann tatsächlich wütend.

Woher willst du wissen, was ich als hart empfinde? Maße ich mir, dir zu sagen, wann du das Wort „schlimm“ benutzen darfst? Für mich ist das alle 30 Minuten aus dem Schlaf gerissen werden, wahrscheinlich genauso belastend wie für dich, die eine Stunde in der Nacht, in der dein Baby plötzlich munter ist und spielen will. Es gibt ja schließlich auch Frühaufsteher und Morgenmuffel.

Ergebnis: ungültig

Warum muss man sich überhaupt vergleichen? Warum muss eine Mama besser sein als eine andere? Wer darf das entscheiden? Und warum, vergeuden Mamis mit so etwas ihre Zeit? Seien wir mal ganz ehrlich, das Leben als Mama ist nicht nur grandios – #ilovebeingyourmom #momlifeisthebestlife – es kann auch einfach sehr, sehr tough sein. Ab und zu tut es einfach gut, sich mal so richtig auszukotzen und dann kann es auch wieder frohen Mutes und mit einem Lächeln im Gesicht weitergehen mit dem Supamamadasein. Das geht allerdings nicht, wenn jemand, statt deine Emotionen zu respektieren, einmal mit dem Bulldozer darüber fährt!

Meinungen haben finde ich toll! Habe ich auch! Das meine ich gar nicht. Jede Mama darf ihre Sicht auf Erziehung und Nichterziehung, auf Stillen und Flasche geben, auf Familienbett und eigenes Zimmer, auf Gläschen kaufen und selbst kochen haben. Der ausgenudelste Satz der Welt, gehört jetzt einfach an diese Stelle: Jedes Kind ist anders. Und jede Mama ist es auch.

Was hingegen gar nicht klar geht, ist bewerten und vergleichen. Zum Glück gibt es auf eine Wettbewerbsmutti 1000 andere Mütter, die von ihren eigenen Erfahrungen berichten können, ohne diese ins Verhältnis setzen zu wollen. Es gibt tolle #instamoms, die den Wert eines einfachen „Oh Mist, das kenn ich“ oder eines „Da könnt‘ ich auch manchmal durchdrehen!“ kennen. Ein Hoch auf gemeinsame Freude über neue Zähne, auf zusammen über breiverschmierte Babygesichter lachen und ein Hoch auf ab und zu zusammen entnervt, ausgelaugt und müde sein. „Zusammen“ versteht ihr?! 🙂

Mehr Mehr Mehr...

2 Kommentare

  • Antworten
    Paula
    29. Oktober 2017 at 5:11

    Tendenziell hast du mit dem Text ja nicht unrecht. Aber mal Hand aufs Herz… Im Wettstreit bist doch gerade du ganz vorne mit dabei! Völlig klar, dass jede Mama ihr Kind für das Süßeste hält. Mit den schönsten Augen, dem süßesten Lächeln.. Aber das muss man ja nicht unter jedem Bild betonen, oder? Teilweise geht einem das schon etwas auf den Senkel, dass du meinst Leni wäre noch besonderer als jedes Kind dieser Welt für seine Mami.
    Und klar kann man mal jammern. Nur man darf auch mal relativieren. Und wenn du erzählst, wie hart euer Leben doch ist mit sooo wenig Schlaf und gleichzeitig nicht mal Wäsche aufhängst oder den Frühstückstisch abräumen kannst. Naja, da wuppen andere schon mehr nach so „schlimmen“ Nächten. Mit Job und mehr Kindern und ohne Hilfe von Mutti.
    Bei dir ist immer alles am besten oder schlimmsten, also eigentlich ein bisschen seltsam, den Text gerade von dir zu lesen.

  • Antworten
    Sophie
    29. Oktober 2017 at 12:34

    Hey Paula, klar wuppen andere objektiv betrachtet mehr, aber darum geht es ja eben. Das jeder subjektiv ein anderes empfinden dafür hat. Und ich persönlich finde, dass es total okay ist, sich dann Luft zu machen. Genauso wie ich mich einfach unfassbar über Leni freue und das gern teile. Meiner Meinung nach sollte man das jedem zugestehen. Und es steht dir ja frei, mir nicht mehr zu folgen, wenn du es als zu viel empfindest, oder?

    Dir noch einen netten Sonntag!

  • Mein Kommentar