Momdays
Brautkleid - Here comes the bride
Style

WEDDING SPECIAL: Brautkleid & Co.

Heute vor einem Jahr (am 27. August 2016) hat Gero mir einen Heiratsantrag gemacht. Mit dem Thema Hochzeitskleid habe ich mich aber schon viel, vieeeeeeel früher beschäftigt – Überraschung! Oft hatte ich nur einen spöttischen Blick für die Outfits der „4 Hochzeiten und eine Traumreise“-Bräute übrig und habe unbezahlbare „Say yes to the dress“-Kleider angeschmachtet. Auf einem Pinterest-Board habe ich gesammelt, was ich schön fand.

Das Brautkleid meiner Träume

Perfekt (modern aber trotzdem romantisch), aber (finanziell) unerreichbar war Kaviar Gauche. Also habe ich da gar nicht erst einen Termin zur Anprobe gemacht. Es hätte in Tränen geendet.

Immer schön realistisch bleiben. Das hieß für mich, um die 2000 Euro Budget, am besten inklusive Änderungen. Ich wollte eigentlich etwas Besonderes. Ich wollte keine schlichte weiße A-Linie. Schlicht? Ähm, nein! Ich wollte ein bisschen überraschen und auch irgendwie modern sein. Mein Traum war ein Kleid in Pastell: Lavendel oder Rosa, vielleicht auch ein zartes Taubenblau. Oder eventuell doch Vintage-Schick aus Spitze? Eng durfte es jedenfalls nicht sein. Kann ich nicht tragen.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf habe ich zwei Termine gemacht: Anfang Januar bei Kisui (kleines Label, eher schlicht, aber modisch) und im Dezember bei Balayi Magazasi (hier hatten sie Kleider von einer bestimmten Marke, die ich gern anprobieren wollte und sowieso eine unfassbare Auswahl).

Die Anprobe

Ich nehme es mal direkt vorweg: es kam nur zu einer der beiden Anproben. Mitgenommen habe ich Leni, meine Mama und eine Freundin. Bei Balayi Magazasi durfte ich mir jedes Kleid aus dem Lager aussuchen und anprobieren, das ich wollte. Ich habe insgesamt sechs Kleider anprobiert, beim dritten habe ich geweint. Und Mama hat geweint. Und meine Freundin hat geweint. Das wurde mein Brautkleid, wenn ich auch abends im Bett schon eine Mail fertig formuliert hatte, in der ich eigentlich noch zu Kleid Nummer 4 switchen wollte – schmal, schlicht mit einem Top aus grober Spitze, einem tiefen Rücken und überkreuzten Trägern. Ich war mir unsicher, ob das Favoriten-Kleid nicht zu over the top sein könnte. Und es war ja auch gar nicht modern und cool und anders. Aber das Gefühl hat gestimmt. Und so bin ich zu meinem Prinzessinenkleid mit Schleppe, Strass und Stickereien gekommen.

Im Nachhinein würde ich mein Kleid wahrscheinlich woanders kaufen. Das Ambiente war nicht wirklich schön, die Mitarbeiterinnen etwas ruppig und der Profit stand im Vordergrund. Als Braut, die gerade auf Kleidersuche ist, realisiert man so etwas aber erst wirklich im Nachhinein. Ich hätte wahrscheinlich jeden Laden an diesem Tag toll gefunden. Deswegen mein Tipp an alle Damen, die diese so schöne Shopping-Tour noch vor sich haben: zu nichts drängen lassen, ruhig noch mal darüber schlafen und vielleicht doch noch diesen einen anderen Laden anschauen.

Schleier oder kein Schleier?

Über diese Frage habe ich vorher gar nicht ernsthaft nachgedacht. Erst als die Verkäuferin mir einen Schleier „nur zum Probieren“ angesteckt hat, kam das Thema überhaupt auf. Ich war mir nicht sicher. Mama und meine Freundin fanden aber mit Herzen in den Augen: „Oh… du siehst so schön aus!“ Da kann man sich dann irgendwie auch nicht völlig ablehnend verhalten. Deswegen wanderte auch ein völlig übertriebener Kathedralschleier mit Stickereien für unfassbare 600 Euro auf den Kassenzettel.

Bei meiner nächsten Anprobe war mir klar, dass ich das einfach nicht bin. Es war mir zu viel. Ja, sogar mir! Also ließ ich mir das Schlichteste geben, was sie da hatten (eine Lage, Ellenbogenlänge). Ganz weg lassen ging leider in dem Laden nicht: „Jetzt müssen Sie das Budget hier aber auch ausgeben!“ Ich war zu schüchtern, um mich zu empören. Letztendlich trug ich den Schleier nur für die Zeremonie. Danach habe ich ihn sofort abgelegt. Hätte also nicht wirklich sein müssen.

Die Accessoires

Da mein Kleid ein ziemlich auffälliges, stark verziertes Oberteil hatte, wollte ich es mit dem Schmuck nicht übertreiben. Ein zartes Armband in Roségold und Perlenohrringe von meiner Schwiegermami sollten reichen. Da ich ja noch Budget vom Schleier übrig hatte, habe ich mir bei Balayi eher aus Verzweiflung spitze blaue Pumps ausgesucht. Blaue Schuhe, voll verrückt, ey! Alle anderen klassischen Brautschuhe fand ich zu furchtbar. Auch hier musste ich dann feststellen, dass man unter Druck und hoch emotional nicht die weisesten Entscheidungen trifft. Die Schuhe passten überhaupt nicht zum Stil des Kleides. Glücklicherweise habe ich das relativ zeitig erkannt und mir wunderwunderwunderschönen Ersatz im Schuhhimmel des KaDeWe ausgesucht.

Haare und Make-up

Zum perfekten Look gehört schlussendlich auch das richtige Make-up und eine schöne Frisur. Beides wollte ich an unserem großen Tag nicht selbst in die Hand nehmen. Schminken wäre vielleicht noch gegangen, aber mit meinen (sehr glatten) Haaren bin ich richtig schlecht! Von Anne Spyra (Mit Braut und Haar) habe ich mir deswegen einen natürlichen Look mit Fokus auf die Augen gewünscht. Meine Haare wollte ich in keinem Fall offen tragen. Das hätte mich irgendwann gestört und dafür waren sie auch noch nicht lang genug. Bei der Frisur wusste ich relativ schnell, dass es auf eine Undone-Steckfrisur hinauslaufen wird. Das i-Tüpfelchen war der Kamm mit echten Blumen passend zu meinem Brautstrauß.

Mehr Mehr Mehr...

Noch keine Kommentare

Mein Kommentar