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Fail-Verkündung: Schwangernews Sophie Style

Wo waren wir stehen geblieben? Ahja, der Superduperdigitalschwangerschaftstest zeigte Mitte Februar 2016 „zwei bis drei Wochen“ an. Ich muss Urlaub gehabt haben, denn ich war allein zuhause, Gero war in der Arbeit. So konnte er nicht live miterleben, wie ich von null auf hundert völlig zusammenbrach. Ich wusste schon immer, dass ich Mama werden wollte und hatte deswegen große Panik, dass es gerade mir vielleicht nicht vergönnt sein könnte. Tränen flossen, ich schluchzte so sehr, dass ich Halsweh bekam und hätte am liebsten in eine Tüte geatmet. Das macht man doch so, oder?

Dad-to-be vor Family

Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die über alles, was sie beschäftigt – positiv oder negativ – reden muss, um es zu verarbeiten. Kein Wunder also, dass ich bei diesen Hammernews gar nicht wusste, wohin mit mir. Es musste raus! Schnell! Zuerst musste es natürlich Gero erfahren! Am liebsten schön romantisch wie in den sentimentalen YouTube-Videos. Aber wie verdammt noch mal, schaffen diese Frauen es, diese Neuigkeit Stunden, Tage oder ganze Wochen für sich zu behalten??? Ich fing gar nicht erst an, Pläne für eine Überraschung zu schmieden. Keine fünf Minuten wollte ich unser Baby für mich behalten. Völlig verheult rief ich Gero in der Arbeit an. „Ich bin schwanger!“ Der Arme wusste gar nicht wie ihm geschah. Unromantischer geht’s echt kaum. Erst am Abend, als er heim kam, haben wir es dann zusammen so etwas ähnliches wie realisiert.

Aber pschhhhhht!

„Das sagen wir jetzt aber erst mal keinem!“ „Neeee, auf keinen Fall!“ Und wieder war ich es, die ihren Mund einfach nicht halten konnte. Beim Freitagskaffeeklatsch in der Küche meiner Oma rutschte ich bereits minutenlang meine Mutter im Visier ungeduldig auf der Bank herum, bis ich es heraus posaunte. Immerhin habe ich gewartet, bis Gero nach draußen zu meinem Opa auf den Hof verschwunden war. Geschämt ob meiner Inkonsequenz habe ich ihm mein Vergehen dann aber sofort im Anschluss gestanden. Er war wenig überrascht.

Wurst oder Käse?

Kurz nachdem die zwölfte Woche erreicht war, stattete ich einer lieben Freundin einen Besuch in Rostock ab. Beim Wochenendeinkauf im Netto vor dem Wurstregal – geht es noch unpassender? – sagte ich ihr, dass ich schwanger bin und deswegen irgendwas wurstiges nicht essen könnte. Ich glaube, es war Salami. Die ich dann später trotzdem gegessen habe. Camembert auch. Es lebe die Pasteurisation! Pasteurisierung? Na, ihr wisst schon! Auf jeden Fall war meine Freundin schwer enttäuscht von meiner Performance als Mommy to be. „Das sagst du mir HIER!? Einfach so?“ Tja, so bin ich.

Immerhin

Nur eine Person hat das Romantikpaket bekommen: meine Schwiegermutter. Nach dem Frühstück in unserem Lieblingscafé sollte sie eine ominöse Geschenktüte auspacken. Dieses Mal war es Gero, der nicht warten konnte bis Cappuccino und Croissant verspeist waren. Also durfte seine Mami sogar noch bevor das erste Getränk auf dem Tisch stand auspacken: Ein Schächtelchen mit einem Nuckel und eine kleine Blume. Die Schachtel steht noch heute in ihrem Wohnzimmer und jedes Mal, wenn ich sie sehe, freue ich mich, dass der Moment für sie genauso besonders war, wie für uns.

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3 Kommentare

  • Antworten
    Anika
    29. August 2017 at 9:04

    Ach wie süß.. 😊 Solche tollen Neuigkeiten für sich zu behalten ist doch auch einfach zu schwer. Tolle Story. ♥♥

  • Antworten
    Annett
    29. August 2017 at 12:33

    Also wir haben ganz kreativ mit rosa Herzen in unseren Augen Glückskekse für die Familie meines Mannes gebacken, die unsere frohe Botschaft enthielten. Vor dem Abendessen haben wir dann jedem seinen Keks auf den Teller gelegt. Und was passiert???? Nichts! Keiner wollte seinen Keks öffnen, alle erst zum Nachtisch. Wir sind fast gestorben vor Ungeduld! Als dann endlich – nach mehreren sehr verdächtigen Aufforderungen unsererseits – doch alle ihre Botschaften entfaltet hatten, haben sie (ihre Überraschung doch noch überzeugend spielend) sich sooo mit uns gefreut!

  • Antworten
    Lana
    29. August 2017 at 22:26

    Haha 😀
    Ich habe meinen Mann mit der Botschaft genauso überfallen. Er schlief morgens noch als ich den Test gemacht habe.
    Ich habe ihn dann heulend geweckt mit den Worten: „Schatz… Schatz… Schatz, jetzt mach doch mal die Augen auf! Ich bin schwanger!“. Er hat mich damals gefragt ob er sich mit mir freuen oder doch mitweinen soll. So ist er halt…

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