Momdays
Momlife

GEBURTSBERICHT Teil I: Badewannentest & Co.

Lenis Geburtstermin war der 29. Oktober 2016. Schade, doch keine Geburtstagsparty im Sommer. Heimlich habe ich aber darauf spekuliert, dass es immerhin der 26.10.2016 werden könnte. (Ich mag doch gerade Zahlen so gern.) Dass Leni, die bis dahin noch gar keinen Namen hatte, schon vor dem geplanten Termin kommen würde, hatte ich jedenfalls im Gefühl. Als ich dann am 26. Oktober tatsächlich ein recht unangenehmes Ziehen verspürt habe, hüpfte mein Herz. Aber waren das jetzt diese berühmt berüchtigten Geburtswehen? Klarer Fall für den Badewannentest! Auch nach der Wanne hatte ich alle fünf Minuten Wehen und so fuhren wir einigermaßen verunsichert ins Krankenhaus und sagten den Satz, bei dem der Schwester, die uns in Empfang nahm, sicher langsam schon die Ohren zu bluten anfingen: „Wir glauben, es geht los.“

Generalprobe

Ein von @jettevomzaun geteilter Beitrag am


Wehen schreiben, Muttermund tasten. Völlige Ernüchterung. Da ging gar nichts los. Die Wehen waren zwar regelmäßig, aber viel zu kurz und schwach, um die Geburt in Gang zu setzen. Also zwei Optionen: Im Krankenhaus und ums Krankenhaus herumrennen oooooder noch mal zuhause ausruhen. Ausruhen! War auch nötig, immerhin hatte ich vor Schmerzen schon in der Nacht zuvor nicht wirklich schlafen können. Mit einem Zäpfchen bewaffnet wurde die Aktion „Wir bekommen ein Baby“ also erst einmal abgebrochen.

DAS sind Geburtswehen

Stattdessen ging es auch bei mir total typisch nachts los. Gero, der lange Fußball gucken wollte, riet ich gegen zehn noch, es nicht zu übertreiben, eventuell müsste er in den nächsten Stunden fit und bereit für alles sein. Kurz nach zwölf verstand ich dann, warum die Wehen am Vortag keine Geburtswehen gewesen waren. DAS waren nämlich ohne Zweifel wirkliche Wehen. Also wieder ab in die Wanne, allein fürs Wohlbefinden. Um Gero noch ein bisschen Ruhe zu gönnen, atmete ich im Bad – mal an die Waschmaschine, mal gegen die Handtuchheizung gelehnt – schön brav die Wehen weg und stoppte akribisch mit meiner App Abstände und Dauer. Gegen halb zwei stand fest, die Kliniktasche kommt jetzt tatsächlich zum Einsatz. Ich zog mir eine Leggins und einen langen Pullover an und gab Gero ruhig zu verstehen, dass wir jetzt mal los müssten. Während ich mir die Turnschuhe anzog, rührte sich im Schlafzimmer nichts. „Gero, JETZT!“ „Ah, oh, ok!“ Mit unserem Auto ging es dann ins drei Minuten entfernte Krankenhaus.

Im Wehenzimmer

Wieder gleiches Prozedere wie am Vortag: Wehen schreiben, Muttermund tasten. Und na bitte: vier Zentimeter. Wir zogen um ins Wehenzimmer, wo ich mich noch etwas ausruhen sollte. Was soll ich sagen? Hat nicht so gut geklappt. Ich nahm mir irgendwann den Ball, Gero setzte sich auf einen Stuhl hinter mich und bei jeder Wehe drückte ich mich mit voller Kraft gegen ihn. Das hat geholfen. Ich hatte das Gefühl, den Druck irgendwie umzuleiten. Trotzdem folgte nach jeder überstandenen Wehe immer gleich die Panik vor der nächsten. Abbruch. Wir können jetzt wieder nach Hause gehen. Baby verschieben wir vielleicht aufs nächste Jahr. Das waren meine Gedanken, die ich so ähnlich glaube ich auch laut geäußert habe. Und ich habe geschrien. Nicht getönt, nein. Geschrien! Gegen kurz vor drei auch nach einer PDA. Die sehr resolute und erfahrene Hebamme wusste es allerdings besser. „Wir gehen jetzt mal rüber in den Kreißsaal und Sie bekommen einen Tropf.“ Ich war willig.

Von wegen Kerzenschein und Lieblingsmusik!

Im Geburtsvorbereitungskurs und in Büchern wird geraten, es sich schön gemütlich zu machen. Kissen, Decken, Kerzen, Musik. Ich hatte dafür weder Zeit noch den Kopf. Es war mir völlig egal. Eigentlich wollte ich auch tausende Positionen ausprobieren, vor allem den Vierfüßler. Die Schwerkraft nutzen und so. Am Ende bin ich gegen drei Uhr auf dem Bett gelandet und habe es erst verlassen, als ich Leni im Arm gehalten habe. Ich habe der Hebamme völlig vertraut. Apropos Hebamme: Ich hatte wahnsinniges Glück, dass ich quasi eine frische abgekommen habe, die mit uns ihren Dienst begonnen und beendet hat. Es hat uns also die gesamte Geburt über die gleiche Hebamme betreut. So lange hat die nämlich gar nicht gedauert und so viel ist auch gar nicht passiert. Da ich noch in meinem normalen Outfit steckte, fragte die Hebamme mich: „Ist das Ihre Arbeitskleidung?“ Woraufhin ich sie nur verwirrt anguckte. „Na, wollen Sie darin Ihr Kind zur Welt bringen?“ „Oh, nee.“ Ich hatte mir einen Schlafanzug aus Baumwolle mit einem Hemd zum Knöpfen geholt, rosa-blau-gestreift.

Nächste Woche geht’s an dieser Stelle weiter.

Mehr Mehr Mehr...

Noch keine Kommentare

Mein Kommentar