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Was ist das für 1 Wochenbett?

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Mama werden. Das ist mit sechs Stunden Geburt noch lange nicht getan. Dann geht das ja erst mal los mit dem ganzen Rausfinden. Und zwar direkt! Keine Schonfrist, kein sanftes Eintauchen. Für mich waren die ersten Stunden und vor allem die erste Nacht im Krankenhaus allein mit Leni die viel größere Bewährungsprobe. Wochenbett here we go!

Der erste Tag im Krankenhaus

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Nachdem wir eine Stunde zu dritt im Kreißsaal verbracht haben, ging es gegen sieben Uhr morgens auf die Station. Mir ging es recht gut. Ich war nur sehr müde und etwas schwummrig vom Tropf. Direkt duschen wollte ich nach der Geburt deswegen lieber nicht. Da Leni etwas kühl war, verbrachte ich die ersten Stunden damit, mein nackiges Baby auf meiner Brust erst einmal aufzuwärmen. Genau richtig, um sich aneinander zu gewöhnen.

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An eine Routine erinnere ich mich besonders gut. Die Schwestern zeigten mir im Badezimmer einen Beutel mit den größten Binden der Welt und gaben mir meinen Becher. Keinen Trinkbecher, meine Guten, sondern einen, mit dem ich nach jedem Toilettengang Wasser über meinen Intimbereich laufen lassen sollte. Denn auch, wenn ich nicht stark gerissen war, habe ich verdammt noch mal ein Kind aus einer winzigen Öffnung gepresst. Klingt zu intim? Und zu eklig? So läuft das aber nun mal ab!

Unpassendster Themenwechsel ever: Mein Essen habe ich mir von Gero liefern lassen. Dass es in kaum einem Krankenhaus wirklich leckere Mahlzeiten gibt, weiß man ja vorab. Als erstes gab es zum Frühstück einen sehr heiß ersehnten Lachsbagel, auf den ich so viele Monate verzichten musste. Das war ein Genuss, sag ich euch! Gero war den ganzen Tag bei uns und auch Lenis Omis kamen direkt zum Kennenlernen ins Krankenhaus – bis auf eine Freundin unser einziger Besuch. Aber genau so war es für uns richtig.

Die erste Nacht im Krankenhaus

Da wir kein Familienzimmer ergattert hatten, musste Gero irgendwann allein zurück in unsere Wohnung fahren. Und dann begann die Überforderung. Ich habe mich nicht mehr zur Toilette getraut, weil ich Leni nicht allein lassen wollte und schlafen konnte ich auch nicht. Leni und das Baby meiner Zimmergenossin schrien abwechselnd oder gleichzeitig. Wir Mütter haben nicht geredet, sondern uns nur verzweifelt angeschaut.

Die Schwestern haben immer wieder beim Anlegen geholfen (u.a. die drei gängigen Positionen gezeigt), denn so richtig wollte das mit dem Stillen nicht klappen. Aber meistens gehört das irgendwie dazu. Ich glaube, dass das Stillen nur selten sofort gut klappt, also nicht aufgeben! Und das ist hart, denn nie wieder im Leben werden meine Nippel derartige Schmerzen erdulden müssen. Damit will ich wirklich niemandem Angst machen, aber warum soll ich es beschönigen? Die erste Nacht im Krankenhaus war einfach schrecklich und für mich tatsächlich schlimmer als die Geburt selbst. Lanisoh, Salbe für die geschundenen Brustwarzen, hat fürs erste etwas Linderung verschafft.

Homecoming

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Im Krankenhaus hat Leni natürlich das lange vorab ausgesuchte Homecoming-Outfit anbekommen. In einem noch viel zu großen Teddyanzug ging es im ebenfalls viel zu groß erscheinenden Maxi Cosi nach Hause. Zuhause angekommen, rannte ich erst einmal gegen eine Hitzewand. Ihr denkt jetzt vielleicht: „Ahja, die Hormone!“ Aber, nee, Gero, der besorgte und liebevolle Vater, hat aus lauter Fürsorge alle Heizungen in der Wohnung auf 5 gestellt! Vorsichtig haben wir Leni zuallererst in ihr Bettchen gelegt, in das große in ihrem Zimmer. Wir haben uns angeguckt und ich habe geweint. (Na, endlich, wa.)

Die bleibt jetzt hier. Krass, ey!

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Stillen? Aua!

Das zentrale Thema, das mir wirklich zu schaffen gemacht hat, war noch ein paar Tage lang das Stillen. Ich wollte das so gern, aber es hat verdammte Scheiße noch mal unfassbar weh getan. Nach wenigen Tagen hatte ich Angst vor jedem Anlegen und das hat Leni gespürt. Auch sie war gestresst und so waren wir in einem kleinen Teufelskreis aus Weinkrämpfen gefangen. Erst die Stillhütchen, die wir auf Empfehlung meiner Hebamme gekauft haben, konnten mich, Leni und die Situation entspannen. Es ging ganz fix bergauf.

(M)eine Wochenbettlüge

„Das Wochenbett heißt WochenBETT, weil man liegen bleiben soll“, klärte mich meine Hebamme bei einem ihrer ersten Besuche nach der Geburt auf. Wenige Wochen zuvor habe ich noch gelesen, der Vater solle ruhig den Haushalt erledigen und selbst kochen wäre undenkbar. Mag ja alles sein, aber wohl nicht nach einer Geburt wie meiner. Mir ging es gut. Ich hatte keine Schmerzen. Ich wollte nicht den ganzen Tag im Bett bleiben. Schön zu dritt kuscheln, ja, aber doch nicht an der Bettdecke festwachsen! Den Haushalt überließ ich Gero gerne, aber ich hatte zum Beispiel total Lust auf Essen machen. Deswegen habe ich auf meinen Körper gehört und nicht auf meine Hebamme.

Nur einmal musste ich mich doch geschlagen geben: Geros Jungs wollten den frisch gebackenen Papa feiern. Nur ein paar Bier… Er hat wahrscheinlich nicht mal eins getrunken, denn nach einer halben Stunde habe ich ihn schon verzweifelt angerufen. Leni hat geweint und geweint. Die Geheimwaffe Storchenschritt hat zwar ganz gut geholfen, mein Beckenboden wollte das aber nicht lange mitmachen und auch der Rest meines Körpers fand, dass ein Drei-Kilo-Baby pausenlos Ausfallschritte machend herumzutragen dann doch keine so gute Idee wäre.

Raus mit euch!

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Leni war noch nicht mal eine Woche alt – genauer gesagt fünf Tage –, da beschlossen wir, schon mal einen kleinen Abstecher in die Welt da draußen zu machen. Wir gehören – wie ihr vielleicht schon gemerkt habt – zum Team Einfach-machen. Gero hat sich Zwergenleni umgebunden – das war das einzige Mal, dass wir das Tragetuch benutzt haben – und wir sind ziemlich euphorisch durch den nahegelegenen Park spaziert. Nicht lange, aber wir haben es gemacht und es war schön, einfach mal wieder frische Luft zu atmen und etwas anderes zu sehen als die Wohnung. Leni hat das ganze Happening natürlich verpennt.

Mit dem Baby im Gepäck sind wir dann zu Hug & Grow nach Moabit gefahren, um eine Trage auszusuchen. Es wurde die von Storchenwiege in grau. Ich wollte nämlich für Leni das Bequeme vom Tuch und für mich das Unkomplizierte einer Trage. Voilà, unsere Variate vereint beides ziemlich gut!

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Nach rund zwei Wochen haben wir den ersten Abstecher in meine Heimat zu Lenis Urgroßeltern gemacht.

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Alles kann, nichts muss

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Natürlich kann nicht jeder einfach so holterdipolter sein wie wir. Viele Mamis machen sich über jede ihrer Handlungen unendlich viele Gedanken und sind dauerbesorgt. Es muss sich eben jeder die Zeit nehmen, die er braucht. Denn was nützt es, wenn man nach einer Woche rausgeht, aber Mutti dabei fast einen Herzkasper vor lauter Stress bekommt? Genau, niemandem!

Ich achte auf mein Gefühl. Meistens liege ich damit richtig, es geht aber auch mal in die Hose. Ich mache das ja auch zum ersten Mal.

Habt ihr noch Fragen zum Thema? Dann ab damit in die Kommentare!

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3 Kommentare

  • Antworten
    Bianca
    21. September 2017 at 9:29

    Liebe Sophie,

    ich finde deinen Bericht ganz toll und jedes Mal denke ich mir „Sollte ich doch Mama werden, dann wünsche ich mir, dass ich einiges von deiner entspannten Art abbekomme“. Genau so wie du es machst (nämlich einfach-machen), finde ich es richtig.
    Hast du dir vorher auch vorgestellt, dass du bzw ihr so entspannt als Eltern sein werdet? Oder hast du selbst damit gerechnet?

    • Antworten
      Sophie
      21. September 2017 at 10:28

      Hey Bianca,
      ich glaube, man kann sich das zwar vornehmen, entspannt zu sein, letztendlich ist man aber doch von seinem Wesen abhängig. Manche Menschen sind halt verkopfter als andere. Mein Vorbild war in der Tat, Laura, mit der ich diesen Blog hier schmeiße. Sie hat ein Jahr vor mir ihren Sohn bekommen und ich fand sie immer sooo lässig als Mama.
      Ich glaube, ich habe einen ganz guten Mittelweg gefunden, auch wenn ich manchmal alles andere als entspannt bin, glaub mir! 🙂

  • Antworten
    Laura
    27. September 2017 at 10:07

    Danke sehr für die offenen Worte, Sophie! Bei uns wird es Mitte November die erste Familienerweiterung geben! 🙂
    Ich denke das Motto „Team-Machen“ könnte unser Mantra werden!

    Viele liebe Grüße,
    Laura

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