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Privat & ehrlich: Wenn aus Verliebten Eltern werden

„Was essen wir heut Abend?“ „Fick dich.“ Wenn ein harmloser Anruf unter Eheleuten so endet, kann es sein, dass sie auch Eltern sind.

Verknallt mit Karacho

Verliebt, verlobt, verheiratet und Vater, Mutter, Kind. Beides Spiele aus meiner Kindheit, mit denen ich mich jahrelang spielerisch auf den sogenannten Ernst des Lebens vorbereitete. Und da isser schon! Auf einmal war er da, der Eine. Verflucht kitschiger Hollywoodquatsch, aber dieser rosarote Pfeil hat verdammt nochmal eingeschlagen wie eine Bombe. Ich war sowas von verknallt. Alter. Jede Sekunde ohne den anderen war eine Todesqual. Ich wollte ihn immer, immer, immer bei mir haben.

Süchtig nacheinander und mit ein paar Litern billigem Hauswein vom Lieblingsitaliener intus beschlossen wir, dass wir bald ein Kind haben wollen und einigten uns direkt mal auf einen Namen. Joa, in dem Tempo ging es dann auch weiter. Jetzt sitze ich hier, mit Ring am Finger, Kleinkind zu den Füßen und Baby im Bauch. Es gibt Tage, da kommt mir das so absurd vor wie einem Zeitreisenden, der auf einmal inmitten von fliegenden Autos steht.

Müdigkeit und Missgunst

Viele sagten es vorher: “Wenn du erstmal ein Kind hast, wird sich alles ändern.” “Nix da”, erwiderte ich mit verschränkten Armen. “Wir bleiben entspannt, das Kind wird es dadurch auch und ändern müssen wir ja schonmal überhaupt nichts.” Denkste. Auch wenn wir bei unserem Credo geblieben sind und uns selbst nicht groß verändert haben, ändern sich eben die Umstände eben doch eklatant.

Wenig Schlaf und Dauer-Dutzi-Dutzi zären an den Nerven. Humor hilft da häufig, aber geht eben auch nicht immer. Dazu schleicht sich die Frage ein, wer an Wickeltisch und Co. den größeren Einsatz leistet. Dass Vorwürfe und Missgunst Gift sind für jede Beziehung weiß jedes Kind. Trotzdem passiert es. Das sind Momente, in denen dort, wo eben noch größte Verliebtheit schwebte, nur noch Trotz, Frust und Gernervtheit rumwabert.

Zack, Bumms, Schluss mit Lustig

Die rosaroten Gläser der Herzchenbrille beschlagen zusehends und lassen einen den anderen kaum noch erkennen. An solchen Tagen ist man froh, wenn man dem kleinen Wurm den ein oder anderen Lachanfall abringen kann und so wenigstens für ein paar Pastelltöne im Elternalltag sorgt. Abends sackt man völlig fertig auf die Couch, lässt sich benetflixen und hofft, dass der nächste Tag besser wird. Und dann kommt nicht selten die große Überraschung. Es wird besser. Und wie.

Manchmal muss man ein bisschen Dampf ablassen. Durch Sport zum Beispiel. Einen Shoppingnachmittag mit den Freundinnen. Einen Abend mit Fußball, Bier und den Kumpels. Und schon klappt es wieder besser. Man sieht wieder diese Momente, die uns sicher werden lassen, dass die (liebes-)beschwipst getroffene Entscheidung für diesen Wahnsinn genau die richtige war.

Es fetzt – noch immer

Mama, Papa, Kind. Zu dritt im Bett liegen und alles drumherum vergessen. Dieses Lachen, Springen, pure Kinderfreude, wenn er den Papa sieht, meinen Mann. Dieses untrennbare Band. Das ist pures Glück. Die Verliebtheit und Waghalsigkeit der Anfangszeit war eine echte Wucht. Doch diese tiefe Liebe für den Vater meines Kindes ist einfach unschlagbar.

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3 Kommentare

  • Antworten
    Jasmin
    23. September 2017 at 11:14

    😍😍😍 ich bin wirklich immer voller liebe wenn ihr einen neuen Blogbeitrag rausbringt. Es ist wie die Morgenzeitung zu lesen, ohne startet man einfach uninformiert in den Tag 😄 Ihr schreibt so herrlich direkt, wie euch der Schnabel gewachsen ist.
    Danke dafür 👍🏼

    • Antworten
      Sophie
      24. September 2017 at 17:56

      Du glaubst gar nicht, wie gerne wir das lesen, liebe Jasmin! <3

  • Antworten
    Andy
    25. September 2017 at 13:58

    💙

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