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Horrornächte & Kapitulation – Warum ich keine Super Mom bin

Eigentlich fragt sich jeder vernünftige Mensch in lebensentscheidenden Angelegenheiten „What would Justus Jonas do?“ Oder ihr etwa nicht? Als Mutter lautet die natürlich nie laut ausgesprochene Frage allerdings eher „Was würde Super Mom machen?“ Wie verhalte ich mich in dieser oder jener Situation wohl am besten? Egal, ob es um wilde Nächte oder Breisauereien geht. Die Antwort ist eigentlich super easy: Das geht nicht. Es gibt keine Ideallösung, die man einfach mit hundertprozentiger Erfolgsgarantie anwenden kann. Zumindest ist das mein persönlicher Ansatz. In der Theorie klingt das alles immer so schön nachvollziehbar, aber mir funkt dann öfter mal das Leben ganz dreist dazwischen.

Eine typische aktuelle Nacht

Unsere Nächte sind hart. Leni war schon immer eine Nachteule, die sich ab und zu mal kurz zu Wort gemeldet hat, aber seit circa einem Monat krauche ich auf dem Zahnfleisch durch unseren Alltag. Während das Kind früher ein bis zwei Mal vor 12 Uhr wach wurde – nur Schnulleralarm –, dann eine Flasche bekam und dann vielleicht noch einmal vor sechs und um sechs dann richtig aufwachte, kann ich mich nun nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal zwei Stunden am Stück geschlafen habe.

Die Ursache des Problems kann ich nur erahnen. Es gibt schließlich mehrere Optionen. Vielleicht ist es auch die Mischung aus allem, was unsere Nächte gerade so furchtbar sein lässt. Zum einen zahnt mein Baby wieder mal. Nummer sieben und acht sind jetzt seit wenigen Tagen durchgebrochen und wollen nun allmählich weiter hoch hinaus. Außerdem befanden wir uns laut „Oje, ich wachse!“ wieder mal in einem ewig erscheinenden Schub. Und das Allerschlimmste: Leni quälen üble Bauchschmerzen – wir sind dran! Keine von uns beiden hat es also gerade leicht.

Zooombie, Zooombie, Zoombiebiebieee….

Ausgerechnet, wenn ich mich schon gegen acht oder halb neun eingemummelt habe – ich weiß ja, dass es später schlecht aussieht mit Schlaf –, höre ich das Schreien zum ersten Mal. Rübergehen, Schnuller suchen, Schnuller rein, über den Kopf streicheln und Tschüß! Nach einer halben Stunde hat sie sich vor lauter Bauchweh und blöden Pupsen in eine unbequeme Lage gebracht, also lege ich sie wieder richtig hin. Nachdem ich solche Szenarien dann noch vier bis fünf Mal durchlaufen habe, kapitulieren meine Nerven und mein Körper. Statt sie also in ihrem Bett liegen zu lassen, nehme ich sie auf den Arm und trage sie rüber in unser Bett. Nicht unbedingt, weil sie hier ruhiger schlafen würde, sondern weil ich einfach zu kaputt bin, um weiter so oft rüber ins Kinderzimmer zu laufen.

Mich gibt’s ja auch noch

Supermütter finden mich vielleicht egoistisch und schwach, aber ich bin keine Super Mom. Ich bin nur ein Mensch mit Grenzen. Klar, mache ich mir auch Gedanken, ob Leni dann überhaupt noch in ihrem eigenen Bett schlafen will und ob ich sie für die Zukunft irgendwie „versaue“, aber neben den tausenden von Gedanken, die ich mir täglich um meine Tochter mache, muss ich mir ja auch mal den ein oder anderen Gedanken an mich selbst erlauben. Wenn ich nicht funktioniere, nützt keine Aufopferung der Welt etwas.

Deswegen entscheide ich weiterhin von Nacht zu Nacht, was ich mache. Grundsätzlich soll Leni in ihrem Zimmer schlafen. Sie ab und zu rüber zu holen gestehe ich uns einfach noch ein Welchen zu. Auf jeden Fall so lange, bis wir Bauchweh (Bericht über die OMNI BiOTiC Panda Kur folgt irgendwann) und Schlafmangel wieder im Griff haben. Eine andere Mama hat mir übrigens berichtet, ihr Kind hätte mit anderthalb plötzlich einfach durchgeschlafen. Ich lache jetzt noch müde darüber…

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3 Kommentare

  • Antworten
    Nina
    24. September 2017 at 20:49

    Ich kann dich so gut verstehen. Danke für deinen Bericht! Rosa war im Gegensatz zu unserem Sohn auch immer ein schlechter Schläfer, aber seit 6 Wochen ist jede Nacht so schlimm dass ich abends schon Angst vor den kommenden 8-10 Stunden habe. Sie ist jetzt 10,5 Monate und ich hoffe dass es sich dann bald mal normalisiert. Auch ich bin weit entfernt von Super Mum und werde nachts bekloppt und steh kurz vorm Durchdrehen, brülle in Kissen und kloppe auf Matratzen. Es geht vorbei und alles wird gut. Halte durch!

  • Antworten
    Amelie
    24. September 2017 at 23:02

    Ja so war es in der Tat 🙂 von einer Nacht auf die andere wollte er seine Fläschchen Milch nicht mehr und und und.. und mir ging es damals auch so. Ich konnte nicht glauben das irgendwann die Nacht kommen wird.
    Allerdings hatte ich zum Glück zwei Jahre Elternzeit und musste nicht arbeiten gehen. Wüsste nicht wie das hätte gehen sollen!! Hoffe du packst das💪🏽💪🏽
    Ich kann dich so gut verstehen. Aber halte durch es wird besser!!
    Danke für deine tollen Beiträge. Freue mich immer sehr über einen neuen 🙂

    • Antworten
      Sophie
      25. September 2017 at 15:53

      Danke, Amelie! Ich bin auch sehr gespannt auf die kommenden Wochen und das Leben als Working Mum. Und ich hab Schiss! 😀

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