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NO-GO! Der größte Fehler bei der Kita-Suche

Die Kitasuche war bis jetzt der nervenaufreibendeste Part meiner Mutterrolle, mein Hassthema. Ich wusste, dass es nicht leicht werden würde, aber die Realität ist in unserem Fall noch viel ernüchternder gewesen als ich es mir ausgemalt habe.

Was für eine Kita soll es sein?

Am Anfang steht natürlich erst einmal die Suche an sich. Dazu muss man sich vorab darüber im Klaren sein, was einem überhaupt wichtig ist, denn ja, es ist nicht einfach einen Platz zu bekommen, trotzdem geht es um das wertvollste, was man hat und da sollte man wirklich nicht jeden Kompromiss eingehen. Um ein paar kommt man aber sicher nicht herum.

Wir wollten eine Kita mit einem schönen Außenbereich, so dass die Kinder nicht nur an einem Waldtag pro Woche raus an die frische Luft kommen. (Randnotiz: Ironischerweise ist der Außenbereich von Lenis Kita noch im Bauzustand. Aber immerhin ist er existent!) Zweitens wollten wir auf keinen Fall, dass Leni schon als Kleinkind Leistung bringen muss. Sie soll Kind sein dürfen, spielen und sich ausprobieren. Drittens sollte das Essen nicht unbedingt vom günstigsten Caterer geliefert werden.

Mit diesen Punkten im Hinterkopf ging die Recherche los. Google nach Kitas in der Nähe durchforsten und Einrichtungen online ausfindig machen, die man vom Spazierengehen kennt. Leni wurde Ende Oktober geboren. Im Dezember habe ich aktiv Kitas kontaktiert. Wir hatten ein Gespräch in einer Kita direkt in unserer Straße, die wir toll fanden, leider kam recht schnell eine Absage. Bis zum Frühjahr habe ich um die 25 Kitas angeschrieben. Ratet mal, wie viele geantwortet haben?

Manchmal hilft nur Glück


Nur durch einen sehr glücklichen Zufall kamen wir an die Kita, in die Leni nun gehen wird. Da diese zu diesem Zeitpunkt erst noch gebaut und auch noch nicht offiziell beworben wurde, waren wir dank des Tipps einer bereits ausgelasteten Kita unter den allerersten Bewerbern („Sie waren ja auch von Anfang an dabei!“). Wäre unser Kitagutschein* da schon existent gewesen, hätte mein Leben so viel entspannter sein können. Denn nun hieß es dran bleiben, Interesse bekunden und halt auch beim Sommerfest mit Anwesenheit („Sie waren doch auch beim Fest, richtig?“) und bei der Eröffnung mit Kuchen glänzen („Das wäre wirklich nett!“). Vielleicht hat es auch ein bisschen geholfen, dass die Kita einen absoluten Jungsüberschuss hat.

Allem Anschein nach wendet sich jetzt also ganz ganz gaaaanz kurz vor knapp noch alles zum Guten und Leni wird in die schönste Kita gehen, die ich je gesehen habe. (Unser Kompromiss: ungünstige Lage, genau entgegengesetzt unserer Arbeitswege)

Mein größter Fehler

Ich habe es nicht geschafft, über meinen Schatten zu springen. Ich konnte meinen inneren Schweinehund einfach nicht besiegen. Denn ganz offensichtlich war es nicht erfolgversprechend, dass ich die meisten Kitas ausschließlich per Mail kontaktiert habe. Macht bitte nicht den selben Fehler, auch wenn ihr  – wie ich – telefonieren und euch anbiedern hasst. Man muss Gesicht zeigen. Ist ja auch total logisch, in einer Mail kann man kaum Persönlichkeit zeigen – Gesicht schon gar nicht. Geht also zu den Sprechzeiten oder macht einen eigenen Termin.

Das gilt nicht nur für das Kennenlerngespräch, sondern auch für die folgenden Monate. Fast alle Kitas möchten, dass man in regelmäßigen Abständen Interesse bekundet. Sie sagen dann zwar, das könne per Brief, Mail, Telefon oder persönlich sein, aber eine wirkliche Chance hat man tatsächlich nur, wenn man auch wirklich selbst noch mal vorbei geht. Davon bin ich fest überzeugt.

Ich hatte übrigens auch insgeheim darauf gehofft, dass sich im August, wenn alle Plätze so weit vergeben sind und die Kitas einen Überblick darüber haben, wer den Platz dann tatsächlich auch annimmt, noch einige Kitas melden würden. Tatsächlich ist das nur einmal passiert. Wir sind zur Gruppenbesichtigung gegangen und schon beim Betreten wusste ich, dass Leni hier keinen einzigen Tag ihren Lebens verbringen wird.

 

 

*Was dieser Kitagutschein eigentlich sein soll? Gute Frage, ey. Ohne dieses Papier gibt es auf jeden Fall keinen Kitaplatz, denn es sichert den Einrichtungen die Finanzierung des Platzes zu. Außerdem wird der Betreuungsbedarf eingestuft. Für die Personalplanung macht es nämlich einen Unterschied, ob ein Kind nur vier oder dann doch sieben Stunden in der Kita sein wird. Warum das bei mir mit dem Gutschein so lange gedauert hat, berichte ich ein anderes Mal.

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7 Kommentare

  • Antworten
    Anne
    25. September 2017 at 15:53

    Thema Kita ist schon jetzt – noch vor der Geburt unseres Kindes – ein schwieriges Thema. In unserer Stadt läuft die Anmeldung bzw. Bewerbung um einen Platz, über ein zentrales Onlinesystem. Leider habe ich jetzt schon ausfindig machen können, dass einige Einrichtungen bereits für 2019 keinen freien Platz mehr haben. Da läuft doch in der Betreuunssituation unserer Kinder etwas gewaltig schief! Sich VOR der Geburt schon um dieses Thema kümmern zu müssen, damit habe ich nicht gerechnet.
    Einen guten Kita-Start für Euch!

    • Antworten
      Sophie
      25. September 2017 at 15:57

      Hey Anne,
      als ich mir im Online Formular ein Geburtsdatum und einen Namen hätte ausdenken müssen, habe ich entschieden, erst aktiv nach der Geburt zu suchen. War riskant, aber das kann’s doch echt nicht sein! Vor allem gibt es ja auch Kitas, die einen schief angucken, wenn man sich auf der anderen Seite dann so früh wie möglich anmelden möchte. Ganz großer Mist ist das alles!
      Ganz viel Erfolg noch bei der Suche für euch! <3

  • Antworten
    Leandra
    25. September 2017 at 15:58

    Ich hasse, hasse, hasse dieses Thema so sehr. Sitze schon ewig daran und telefoniere alle ab. Bisher haben wir Vll zwei Plätze auf der Warteliste. Mega weit hinten. Also wie nichts! 😩

    Liebe Grüße leandra

    http://www.chocoflanell.de

    • Antworten
      Sophie
      25. September 2017 at 16:04

      Ja, das ist ein totaler Negativteufelskreis. Weil es so schlecht läuft, hat man dann auch gar keine Motivation sich noch mehr reinzuhängen als man es eh schon macht.
      Viel Glück euch noch! <3

  • Antworten
    Sarah
    26. September 2017 at 9:06

    Hallo Sophie,
    hier im Saarland muss man sich schon so so früh darum kümmern. Ich war – glaube ich – gerade mal in der 16. Woche (!!!) und wir haben nun einen Platz für Ella wenn sie knapp 18 Monate ist. Das ist doch der absolute Hammer. Fürchterliche Sache dieses Kita-Thema!
    Liebe Grüße

  • Antworten
    Lulu
    27. September 2017 at 10:11

    Oh jaaaa, dieses ewig leidige Thema. Wir haben bis jetzt noch keinen Platz bekommen, so macht der Papa noch eben 2 Monate Elternzeit und dann schauen wir mal 2018 weiter. Ich finde es sollte gesetzlich festgelegt werden, dass man sich max. 3 Monate vor Kita Eintritt anmelden darf/kann. Es ist wirklich perves und ja, ohne persönlich zu erscheinen läuft hier in Berlin gar nüschts 🙁

  • Antworten
    Nici
    30. September 2017 at 9:16

    Hallo,
    ich kann mal von der anderen Seite berichten. Wir als KiTa-Team sind in unserer Einrichtung (RLP) am überlegen, wie wir diese Sache gerechter angehen können. Wir haben quasi ein „internes“ System, nach dem wir die Plätze vergeben, und da stehen z.B. Geschwisterkinder ganz oben und so ist das fast in allen Kitas. Also ist es für „neue“ Eltern ziemlich schwer rein zu kommen, weil es oft die Geschwisterkinder sind die wir zuerst aufnehmen (müssen). Danach folgt erst die Warteliste. Bei uns können sich Kinder erst anmelden, wenn sie geboren sind. Aber es macht sich tatsächlich bezahlt, wenn man persönlich erscheint, das ist für uns seriöser.

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