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Schlafen, wenn das Kind schläft? Die Entlarvung eines Mamamythos

Ein von @jettevomzaun geteilter Beitrag am

Es ist der Tipp, den werdende Mütter für die Zeit nach der Geburt bekommen: Auf jeden Fall schlafen, wenn das Baby schläft. Ich bin nach den ersten Monaten mit meiner Tochter mittlerweile fest davon überzeugt, dass sich das niemand ausgedacht haben kann, der selbst ein Kind zuhause hat und alle, die ihn weitergeben, trauen sich nur nicht zuzugeben, dass das bei ihnen auch nicht klappt.

Der Wille war da

Ich habe das natürlich versucht! Ist ja nicht so, als hätte ich die Vorstellung, all den nachts verpassten Schlaf – oder zumindest kleine Häppchen davon – tagsüber nachzuholen, nicht fabulös gefunden. Kind lag also ruhig atmend mit Schnuffeltuch überm Gesicht im Beistellbett und ich, eh noch im mit Spucke und Muttermilch befleckten Schlafanzug, habe mich nebenan ins Bett gekuschelt. So… Augen zu, gemütliche Embryoposition und jetzt: Powernap! Denkste! Gedanken an Essen, Zähne putzen, Schminken oder einfach mal anziehen schmuggelten sich in meinen Plan der fixen Tiefenentspannung. Von da an wusste ich, dass ich eher nicht zu der ominösen Sorte Mütter gehöre, die keinen Rappel bekommen und die nach zwei Minuten nicht wieder aus dem Bett springen.

Argwohn

Neben all den Dingen, die man in der geschenkten Zeit erledigen könnte, stand noch etwas zwischen mir und dem Nickerchen: die Habachtstellung.

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Ich konnte mich nie richtig entspannen, weil ich immer dachte: „Brauchste gar nicht erst versuchen mit dem richtig einschlafen. In Nullkommanix is Madame ja sowieso wieder wach. Und dann durch einen grellen Quieker aus dem Schlaf gerissen zu werden, is ja viel schlimmer als einfach gar nicht zu pennen.“ Leni gehört nämlich leider nicht zu den Kindern, die sich gern freiwillig in die Mittagsruhe verabschieden. Tagsüber wird fast nur im Kinderwagen an der frischen Luft und in Bewegung geschlafen. Und dass ich nicht die Augen zu machen kann, während ich den Bugaboo zum hundertsten Mal die gleiche Stelle entlang chauffiere, versteht sich von selbst.

Alternativentspannung

Trotzdem habe ich meinen Weg zum Abschalten gefunden. Schlafen wird eh überbewertet. Körperhygiene allerdings nicht! Wenn ich Leni also um acht ins Bett gesteckt habe, lasse ich mir eine (viel zu heiße) Wanne ein, scrolle mich durch Instagram und vergesse strapazierte Nerven und schmerzende Körperteile. Jetzt muss ich nur noch lernen, das leise Phantomschreien des selig schlafenden Kindes in meinem Kopf abzuschalten und dann läuft das mit mir und dem relaxten Way of Momlife.

Update

Ihr merkt, der Artikel stammt noch aus meiner Anfangszeit mit Leni. Um acht erst ins Bett passiert uns heute nicht mehr. Nicht freiwillig. Hier geht’s aktuell, mit 11 Monaten, meistens gegen halb sieben in die Heia. Tagsüber schlafen ist aber immer noch nicht mein Ding. Jetzt, wo ich mit dem größten Energiebündel, das die Welt je gesehen hat, zu gar nichts mehr komme, ist die babyfreie Zeit nämlich noch viel kostbarer geworden.

 

 

 

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1 Kommentar

  • Antworten
    Katha
    1. Oktober 2017 at 15:19

    Ohja, genau so!!
    Ich habe auch 2 mal versucht auf dem Sofa tagsüber neben Levin zu schlafen. Nachdem ich 30 Minuten, genau wie du, über Essen, eine heiße Badewanne und anstehende Erledigungen nachdachte, bin ich dann endlich weggedöst. Genau 12 Minuten. Dann war der kleine Chaot nämlich wach und hat durch lautes Quietschen auch mich recht rabiat geweckt. Das Ergebnis war, dass ich den gesamten Tag noch viel müder und fertiger war als hätte ich einfach gar nicht geschlafen. Inzwischen bevorzuge ich tagsüber Kuchen anstatt Schlafen 🙂
    Komischer Mythos..

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