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Plötzlich Kita-Mama oder mein 1. Elternabend

Am 8. November werde ich Lenis Rucksack packen, sie in den Kinderwagen setzen und mit ihr zur Kita laufen. Dieses Mal nicht nur für eine Besichtigung oder ein Sommerfest, sondern um mit der Eingewöhnung zu starten. Obwohl sie also noch gar nicht offiziell im Club der Kitakinder aufgenommen wurde, habe ich heute am ersten Elternabend teilgenommen.

Wer geht hin?

„Oha, wir können ja gar nicht zusammen zum Elternabend gehen!“, fiel mir heute morgen ein. Irgendwer muss ja aufs Kind aufpassen. Um 17:30 Uhr geht’s hier an aufregenden Tagen nämlich schon mit einem frühen Abendessen los. Gero durfte aussuchen und hat sich natürlich für Zeit mit Leni entschieden. Nachdem er also kurz nach fünf völlig gestresst zuhause eintrudelte und ich noch fix den Brei und die Abendflasche vorbereitet habe, düste ich allein mit dem Auto zur Kita. Vorher konnte ich allerdings nicht anders als noch eine schnelle SMS per Spracheingabe mit den wichtigsten Infos zur Abendroutine rauszuhauen. (Nächstes Mal geht dann Gero. So ist zumindest der Plan.)

Listen, Listen, Listen

Auf Socken ging es in einen Gruppenraum in der ersten Etage, wo die Hocker der Kinder einen großen Kreis formten. Ich habe mich für den Platz neben der Kitaleiterin entschieden. Nach und nach trudelten die anderen Eltern ein – 90 Prozent Mütter, zwei Paare. Es wurden 3 Listen rumgereicht: eine mit Kontaktdaten zur Weitergabe an die anderen Eltern, eine für den benötigten Betreuungsbedarf im November und Dezember und eine dritte, bei der man sich für eine dritte Urlaubswoche in den Sommerferien entscheiden sollte. Zwei der drei Listen überforderten mich. Woher sollte ich das denn jetzt schon wissen?

Ein Großteil der anderen saß perfekt vorbereitet mit Notizbuch und Stift auf ihren Kinderhockern, bereit jede Information sofort gewissenhaft zu notieren. Ich kramte noch schnell den Mininotizblock, den es neulich bei dm geschenkt gab, aus meiner Tasche und suchte geräuschvoll zwischen Kassenzetteln und Seifenblasen nach einem Kulli. Glück gehabt!

Mein Name ist Blablabla

Die Kitaleiterin machte ein paar einleitende Bemerkungen und dann ging es ans Vorstellen – dem schlimmsten Teil egal welcher Veranstaltung. Und dann auch noch mit einer Fangfrage! Man sollte erklären, wie man auf den Namen seines Kindes gekommen ist. Oh weh, jetzt nur nichts Falsches sagen, man kennt ja die Namen der anderen Kinder schließlich nicht. Wider Erwarten war es dann sogar ganz amüsant. Die meisten anderen Eltern waren mir sympathisch, was mich irgendwie überrascht hat, so unterschiedlich wie wir alle sind. Nur darüber, ob man sich hier wohl eher duzt oder siezt herrschte Unsicherheit.

#kitalife

Als nächstes auf der Agenda: Der Ablauf eines Kitatages vorgetragen von den Erzieherinnen. Wann wird was gegessen, wann dürfen Kinder gebracht und geholt werden und wie ist das eigentlich mit dem Mittagsschlaf, äh der MittagsRUHE. Zwischendrin gab es immer mal wieder nützliche Hinweise, wie zum Beispiel den Kindern keine zu engen Sachen anzuziehen, damit sie lernen können, sich ohne größere Probleme alleine an- bzw. auszuziehen. Und man solle sie doch ruhig öfter mal zuhause mit dem Löffel essen lassen. Ok, wird gemacht.

Verantwortung übernehmen

Die Wahl der Elternvertreter war gar keine Wahl, denn zwei Personen haben sich gemeldet und der Rest war ihnen einfach dankbar dafür. Ein junger Mann, der völlig überrumpelt davon war, dass er nach dem Handzeichen direkt in eine Art Vorstellungsgespräch verwickelt wurde und Miroslava, die sich nicht sicher war, ob nur deutsche Muttersprachler Elternsprecher sein dürfen. Für mich kam das nicht infrage. Ich war zwar in der Schule Jahrgangssprecherin, aber so mit richtigen Erwachsenen ist das dann doch was anderes. Und kostet Zeit. Trotzdem möchte ich versuchen, mich ab und an mal nützlich zu machen.

Diskussionsstoff

Jetzt kommt der spannende Teil: die offene Fragerunde. Ich hatte auch eine. Die wurde aber direkt von der Mutter neben mir gestellt. In Sachen Schlafplätze waren die Architekten nämlich irgendwie nicht ganz mit den Gedanken bei der Sache. Rum wuselnde Krabbelkinder sollten laut Plan auf Podesten schlafen. Ähm…..nein! Während man diese Angelegenheit schnell klären konnte – Hallo, Elternvertreter und Gratulation zu eurer ersten Challenge! – dauerte das Gespräch rund um das Thema Essen schon länger. Der Caterer schreibe sich zusatzstofffreie Speisen auf die Fahne, am Essensplan stehe aber ganz klein gedruckt was ganz Anderes. Das gehe  doch nicht. Und überhaupt wollen wir nicht lieber mehr Bio? Ach ja und Zucker, dieses Teufelszeug, der ist ja auch überall drin! Gibt es eigentlich zu oft süßen Nachtisch? Wieso gibt es überhaupt Nachtisch? Dann doch lieber eine Portion Obst. Das koste aber eventuell mehr. Achso….hm… na dann überlegen wir alle noch mal in Ruhe.

Hausaufgaben gab’s auch: Drei Dinge aufschreiben, die man sich für die Kita wünscht. Nicht das Einzige, was mich heute in die Grundschulzeit zurück versetzt hat.

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