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Mama vs. Papa // Runde 1: Die Tutu-Diskussion

Gero und ich sind meistens ein richtig tolles Team. In Sachen Erziehung und Leni-Alltag scheiden sich aber öfter mal unsere Geister. So wie neulich, als uns beim samstäglichen Spaziergang ein kleines Mädchen im Tutu über der Leggins entgegen kam. Ich begann natürlich sofort Bilder von Zukunfts-Leni im Tüllröckchen zu sehen und sprach meine Gedanken nichts ahnend ob der daraus resultierenden Diskussion laut aus.

Ich: „Boah, wenn Leni erst im Tutu rumrennt!“

Gero: „Wie, nee, das gibt’s nicht!“

Ich: „Hä, wieso!?“

Gero: „Das kann sie machen, wenn sie auch Ballettunterricht bekommt.“

Ich: „Wieso bist’n du so’n Spießer?“

Mamas point of view

Tatsächlich finde ich, dass Leni alle Möglichkeiten zur Entfaltung ihrer Phantasie und zum Ausdruck ihrer Persönlichkeit zur Verfügung stehen sollten. Vor allem, wenn es sich um so etwas banales wie Kleidung handelt. Gero würde jetzt einwerfen, dass ein Tutu ein Kostüm und keine Alltagskleidung ist. Aber wen stört sie denn damit, wenn sie morgens Lust hat, einen Tüllrock anzuziehen? Oder einen Teddyanzug? Oder wenn sie einen Bauarbeiterhelm aufsetzen möchte? Wenn so kleine Dinge mein Kind glücklich machen, wer bin ich denn, ihr das zu verbieten?

Mit welcher Begründung? Weil MAN das nicht macht? Nur weil die meisten Erwachsenen sich vor verwunderten und neugierigen Blicken fürchten, muss ich doch Leni nicht in ihrer Freiheit einschränken. Das ist doch gerade das Schöne am Kind sein, die Unbedarftheit. Sie muss sich schon früh genug einordnen und in einem gewissen Maß auch anpassen. Solange sie Kind ist, soll sie spielen dürfen und dazu gehört für mich auch sich zu verkleiden.

Ich sage nicht, dass ich in die Hände klatsche, wenn sie das jeden Tag machen möchte. Wahrscheinlich würde ich es ihr – natürlich mit dem Versuch einer für sie verständlichen Begründung – oft nicht erlauben. Trotzdem möchte ich nicht von vornherein die Neinsagerin sein. Das bin ich in anderen Belangen schon oft genug.

Und der Papa so

Während ich also total pro Tutu abseits der Ballettstange bin, findet Gero, dass man sich gewisse Dinge erarbeiten muss beziehungsweise, dass sie nur in einen speziellen Kontext gehören. Kein Ballett – kein Tutut, kein Fußball – kein Trikot, und so weiter. Punkt Nummer zwei: der Reiz des Besonderen. Wenn ich Leni immer einfach erlauben würde, sich zu verkleiden, wäre das dann ja zu Fasching und Halloween gar nichts Außergewöhnliches mehr und sie wüsste es nicht zu schätzen. So ein Spießer! 😛

Leni hat das letzte Wort

Noch ist das alles sehr hypothetisch. Vielleicht will Leni auch einfach jeden Tag schwarz tragen oder nur Hosen. Aktuell ist ihr das egal. Noch findet sie einfach alles, was mit anziehen zu tun hat, oberätzend. Aber irgendwann wird sie sagen, „Nee, Mama, den Katzenpulli möchte ich heute nicht anziehen!“ oder hält mir vielleicht morgens ein paar Schuhe hin, dass sie tragen will. Ich bin schon gespannt darauf, wann das los geht und in welche Richtung Lenis Geschmack gehen wird.

 

Foto: Unsplash/Maria Feil

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2 Kommentare

  • Antworten
    Frieda
    6. November 2017 at 21:07

    Ich bin da komplett auf deiner Seite und finde deine Ansicht super gut. Gerade das ist doch das tolle am Kind sein… diese Leichtigkeit!

    • Antworten
      Sophie
      7. November 2017 at 9:31

      Tschakka!

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