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Nest Kids Living: Dieser Kinderladen ist (noch) ein echter Geheimtipp

Nach meinem favorisierten Kinderladen gefragt, nenne ich keinen hippen Laden in Berlin. Klar, davon gibt es einige und ohne Frage sind sie alle wunderschön, doch „Nest Kids Living“ in Hannover hebt sich von dieser schönen Masse noch einmal ganz schön ab.

Die Besitzerin Hannah ist eine alte Freundin von mir. Wir haben zusammen in Göttingen studiert, in Kreuzberg eine Mädels-WG gegründet und führen mittlerweile eine Hannover-Berlin-Fernfreundschaft. Klar, ich bin mega voreingenommen, aber so ein traumhaft schöner Laden mit einer solch liebevoll und sorgfältig getroffenen Auswahl ist ein kleiner Juwel.

Als mir Hannah vor anderthalb Jahren erklärte, dass sie einen eigenen Kinderladen eröffnen wolle, überraschte mich das nicht. Sie hat ein außergewöhnliches Gespür für Mode und jahrelang in der Branche gearbeitet. Zwar drehte sich dabei bisher alles um Kleidung für Erwachsene, doch als frischgebackene Mutter erweiterte sich ihr Interessenbereich eben nun auf die Kleinsten. Was ihr dabei wichtig ist: Nachhaltige Produkte, die unter fairen Bedingungen in Europa hergestellt werden.

Gesagt, getan. Im April 2016 eröffnete in Hannover-Linden „Nest Kids Living“. Jetzt ist der schöne Shop in den Blumenladen ihrer Eltern in der Südstadt umgezogen und fungiert ab sofort als “Shop in Shop”. Die schönsten Teile von Noeser, Lötiekids und iglo+indi eintüten und nebenbei noch einen üppigen Strauß fürs Wochenende mitnehmen? Mega praktisch!

Das neue Nest in Hannovers Südstadt

Wie es dazu kam und was euch künftig im Nest erwartet, hat uns die Powermum jetzt verraten. Wenige Wochen nach der Geburt ihrer zweiten Tochter und mitten im Ladenumzugsstress stand Hannah uns Rede und Antwort.

Was ist das Schönste an einem eigenen Laden?

Das Schöne ist, selbst der Chef zu sein und es selbst in der Hand zu haben alles zu gestalten. Wenn ich mal Hilfe brauche, weißt dich, wen ich ansprechen kann und das finde ich total toll. Der Laden ist ein Teil von mir und manchmal stehe ich hier und bin dann echt irgendwie stolz und denke mir einfach nur: Cool. Das hast du jetzt gemacht. Natürlich nicht ganz alleine. Was außerdem toll an diesem Job ist, ist der Austausch mit den Menschen. Ich finde es einfach super so viele Leute kennenzulernen und miteinander zu sprechen. Das finde ich auch überhaupt nicht anstrengend, sondern einfach nur total nett. Zum Glück habe ich eben auch besonders nette Kunden.

 

„Ich war ehrlich gesagt überfordert und ich muss sagen, dass ich das einfach unterschätzt habe, zwei kleine Kinder zu haben und einen Laden zu führen.“

 

Das Nest ist umgezogen. Verrätst du uns wie es dazu kam?

Dazu kam es mit der Geburt meiner zweiten Tochter Zoë. Mir ist das alles zu viel geworden. Ich war ehrlich gesagt überfordert und ich muss sagen, dass ich das einfach unterschätzt habe, zwei kleine Kinder zu haben und einen Laden zu führen. Ich hatte das Gefühl keinem so richtig gerecht zu werden. Der Familie nicht und dem Laden sowieso nicht. Dann hatte mein Papa diese glorreiche Idee. Ja, und die haben wir dann einfach mal in die Tat umgesetzt. Ich bin sehr froh darüber, weil es echt total Spaß macht. Es ist total schön hier zu sein mit meinen Eltern zusammen. Das war eine sehr, sehr schöne Idee.

Worauf können sich die Nest-Kunden künftig freuen?

Zum einen natürlich auf das, was wir bisher schon geboten haben. Schöne Produkte, die fair produziert sind. Ich versuche stets weiter herauszufinden, was man noch verbessern könnte. Ich suche immer weiter nach kleinen, tollen Labels. Ihr könnt euch darüber freuen, in einer neuen und außergewöhnlichen Atmosphäre zu shoppen. Außerdem könne sie sich auf Tipps freuen, wie das so ist mit zwei Kindern (lacht), ich quatsche ja immer unheimlich viel mit meinen Kunden. 

Du bist gerade zum zweiten Mal Mama geworden. Wie schaffst du die Dreifachherausforderung Mama eines Säuglings, Mama eines Kleinkinds und Shopbesitzerin?

Ich weiß nicht, wie ich das schaffe, ich mache das einfach. Man darf darüber nicht so viel nachdenken. Natürlich motze ich auch mal rum, dass mein Leben total anstrengend ist. Aber im Endeffekt ist es auch schön und ich will überhaupt nicht tauschen. Klar, gibt es Momente, wo ich echt durchdrehe und ich merke, dass meine Nerven blank sind und meine Ausflippgrenze ziemlich gering ist. Manchmal denke ich schon, was für eine waghalsige Idee das mit dem Laden war. Ich hatte überhaupt keine Vorstellung davon, wie das ist mit zwei Kindern. Schön und anstrengend. Aber primär schön.

 

„Ich war von diesem Kinder-Konsumwahn ziemlich genervt war und es hat mich gestresst, ein Teil davon zu sein.“

 

Gibt es auch Situationen, in denen du es bereust, den Laden eröffnet zu haben?

Ja, die gab es auf jeden Fall. Ein eigener Laden heißt ja nicht nur, dass ich vor Ort bin und verkaufe, sondern da ist die Buchhaltung, da ist der Austausch mit den Firmen, das ist einfach ein unheimlicher Stiefel, der da noch dranhängt. Und das war mir nach der Geburt einfach alles viel zu viel. Ich hatte offen gesagt kurze Zeit keinen Bock mehr drauf. Ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich von diesem Kinder-Konsumwahn ziemlich genervt war und es hat mich gestresst, ein Teil davon zu sein. Ich musste mir dann sagen, dass ich eben versuche, das auf einem Weg zu machen, mit dem man ein gutes Gewissen in diesem Business haben kann. Generell liebe ich, was ich tue und das macht mich auch aus. Ich mache weiter, es macht mir Spaß und ich glaube an „Nest“.

Vorne Blumen kaufen, hinten tolle Kindermode entdecken – das „Shop in Shop“-Prinzip funktioniert!

„Ich liebe was ich tue und das macht mich aus. Ich mache weiter, es macht mir Spaß und ich glaube an Nest.“

 

Was sind die weiteren Pläne fürs Nest?

Ich bin sehr konzeptoffen. Vielleicht gehe ich bald auch mehr in Richtung Interior. Ich habe extra den Namen „Nest“ gewählt, weil ich mir solche Sachen offenhalten wollte. „Nest“ ist für mich kein fest geschriebener Name für Kinder. Er vereint so viel. Deswegen bin ich einfach offen, was noch kommt. Ich versuche mich auch den Wünschen den Kunden anzupassen. Und immer zu sehen, was ist Trend, wo geht es hin. Ich stelle fest, dass wir mit dem “Shop in Shop”-Prinzip einen neuen, richtigen Weg gehen. In Skandinavien gibt es das schon recht viel und ich glaube an solche Konzepte, bei denen du übergreifend einkaufst. Ich finde es reizvoll, hier Blumen zu kaufen und etwas für Kinder und deinen Wohnbereich. Du kannst aber auch, weil es hier in der Ecke auch viele Supermärkte und Drogerien gibt, deinem alltäglichen Einkauf nachgehen. Das finde ich einfach zeitgemäß.

 

Vielen Dank Hannah für das spannende Interview! Den Laden findet ihr in der Spielhagenstraße 23A bei Immergrün in der Hannover Südstadt.

 

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