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Trotz Kiddo Love 3000: Wo (meine) Mama-Liebe ihre Grenze hat

Oh je, da traue ich mich jetzt aber was! Ich bin mir sicher, nicht jede Mama kann die folgenden Zeilen nachvollziehen, aber einige ganz bestimmt schon. Das ist für euch, für euch Mütter, die auch nur Menschen sind – mit Grenzen.

Erkältung? Zähne? Egal, Hauptsache es hört auf!

Kaum zwei Tage in der Kita gewesen, hat Leni schön die ersten Keime mit nach Hause geschleppt. Das muss so, ist ja „gut“ für`s Immunsystem und wird noch viel öfter passieren. Schon klar. Gleichzeitig zeigten sich die Nebenwirkungen einer Impfung. Mein armes Kind tat mir unbeschreiblich leid: Fieber, Schnupfen, Husten, Durchfall, Erschöpfung. Vor einer Woche nahm das Übel seinen Lauf. Jetzt haben wir es bis auf etwas Schnodder und Resthusten – wie bei allen in Lenis Kitagruppe – bekämpft. Sie isst wieder richtig – hat sogar richtig Kohldampf, vor allem auf Laugenbrezeln – und spielt. Naja, also kurz und wenn ich dabei bin. Trotzdem lief es beim zweiten Anlauf gut in der Kita.

Aber auch wenn der fiese Infekt sich verzogen hat, stimmt immer noch etwas nicht. Leni schläft ab circa null Uhr seit einigen Nächten bei uns im Bett. Nur Nähe beruhigt sie, meine Nähe. Auch wenn Gero mir den sich hin- und herwälzenden Spatz abnehmen möchte, robbt sich das Räubermädchen weinend zu mir und lässt ihren Kopf (sehr unsanft) auf meinen fallen. Sind das dann jetzt die Zähne? Das kann doch nicht sein… Ein Schub steht doch zur Abwechslung gar nicht an und in der Kita war sie ja durch die Krankheit gar nicht. Ratlosigkeit macht sich breit. Und ein bisschen Angst vor heut Nacht.

Meine persönliche Mama-Grenze

Ich kann nämlich leider nicht einfach mit Leni auf mir selig einschlummern. Es geht einfach nicht. Ich bin wach, solange sie auf mir liegt. Liegt ist gut, solange sie sich auf mir herumwälzt. Ich muss doch aufpassen, dass sie nicht aus dem Bett fällt! So liege ich also Nacht für Nacht mit Leni auf meiner Brust minutenlang meinen Körper in Schwingungen bringend da und möchte doch einfach nur so (SO!!!!!!!!!!!!!) gerne schlafen. Zum Schlafmangel kommt durch diese Position auch noch ein ganz böse versteifter Nacken dazu.

Ja, ich beschwere mich, ich meckere. Und ich darf das! Auch ich bin nur ein Mensch. Ich liebe dieses Kind mehr als… na ihr wisst schon, das kann man gar nicht ausdrücken, so sehr! Aber es gibt ja auch mich. Tage, an denen ich nur rund fünf Minuten ohne meine Tochter auf meinem Arm verbringe, zehren an meinen Nerven. Das Kind steht beim Pipi machen vor einem und zupft an der Hose? Kenn‘ wa! Das Kind aber auf den Schoß nehmen zu müssen, weil selbst das zu wenig Nähe ist… oh my!

Vielleicht bin ich auch nur so zimperlich, weil ich selbst gerade krank bin. Krank + Schlafmangel + Nörgelkind = explosive Mischung. Meine Nerven und mein Körper schlagen deswegen ziemlich Alarm. Aber als Mama zählt das nicht beziehungsweise lässt es sich in den allermeisten Fällen einfach nicht ändern. Das Kind wird geliebt bis der letzte Nervenstrang ganz langsam reißt und selbst dann wird er einfach wieder mit sehr viel Tape und Liebe geflickt. Ich weiß ja, dass Leni nichts von all dem macht, um mir das Leben schwer zu machen, trotzdem ist es das gerade, schwer. Und trotzdem blödele ich mit ihr herum, erkläre ihr die Welt und ziehe das Programm durch.

Letzte Rettung

Ein kleiner Trick hilft aktuell ganz gut, um den kleinen (heiß geliebten) Klammeraffen mal für ein paar Minuten auf die eigenen Beinchen zu bringen. Ich versuche, Leni in Dinge einzubinden, bei denen sie mir helfen kann und die ihr dadurch Spaß machen und sie von was auch immer sie gerade hat, ablenken. Wäsche waschen ist wahrscheinlich bei allen Kindern das Nonplusultra. Auch Leni liebt es, der Maschine zuzugucken, Klamotten ein- und wieder auszuräumen. Deswegen stelle ich den Wäscheständer direkt ins Bad und bitte Leni, mir ein Teil nach dem anderen zu reichen. Das dauert vielleicht, aber es sind Minuten ohne Quengeleien und mit fröhlichem Lächeln. Auch beim Einkauf auspacken hat Leni mir super geholfen. Ich war selbst überrascht, wie wahnsinnig viel sie einfach schon versteht. Kühlschrank auf, Leni auf dem Boden neben der Einkaufstüte, selbes Spiel wie mit der Wäsche. Nach und nach erledigen wir zusammen den Job, denn #bettertogether #inbeautyandchaos.

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4 Kommentare

  • Antworten
    Sarah
    21. November 2017 at 19:55

    Liebe Sophie,
    Ich kann dich sehr gut verstehen! Ich habe auch so ein Baby. Sie wird jetzt sieben Monate alt und ist so anhänglich von Anfang an – ohne krank zu sein 🙈 Sie schläft selbst tagsüber nicht nicht ohne mich: Diese Erschöpfung kenne ich zu gut. Und so sehr man sein Kind liebt – zwischendurch möchte man einfach mal für ein paar Stunden abhauen und vor allem nachts etwas mehr und bequemer schlafen.
    Ich drücke die Daumen, dass alles bald wieder gut ist! 🌷
    Liebe Grüße

    • Antworten
      Sophie
      22. November 2017 at 11:20

      Ohje, Sarah,
      das klingt ja auch anstrengend! Du verstehst mich also. Bei deiner kleinen wird sich das sicher auch noch irgendwann ändern. Fingers crossed! <3

      Sophie

  • Antworten
    o-kathrina
    22. November 2017 at 7:14

    Liebe Sophie,
    solche anstrengenden Phasen kennt wohl jede Mama. Ich drücke Dir die Daumen, dass es Dir ganz bald besser geht. Wenn es bei uns mal wieder so anstrengend ist, versuche ich mir Unterstützung zu holen. Vom Mann, soweit möglich. Notfalls muss er sich frei nehmen.
    Meine Mama kam schon oft zur Hilfe, Oma, Geschwister, Schwiegermutter, Freunde. Zum Essen machen und Tee kochen, oder dass ich einfach mal eine Stunde ungestört schlafen kann.
    Vielleicht klappt das ja bei Dir auch.
    Alles Liebe und eine ganz schnelle Besserung!

    • Antworten
      Sophie
      22. November 2017 at 11:19

      Hey Katharina,
      heute kommt zum Glück meine Mutter wieder und mein Mann hat mir heut Nacht auch echt super geholfen.Es gibt nur leider Tage, wo man diese Optionen nicht hat und dann…uff! Danke dir für die aufmunternden Worte!

      LG
      Sophie

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