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Liebe kann man nicht teilen! Oder etwa doch?

Laura steckt gerade mitten drin im Zweifach-Mama werden. Sophie ist sich noch gar nicht sicher, ob sie das überhaupt will. Da kommt der Text von Josephine genau richtig. Die managed seit diesem Frühjahr mit zarten 29 Jahren zwei kleine Rabauken – und Ehemann Johannes. Was das mit dem Mutterherz macht und ob man für das Zweitgeborene anders empfindet als für Kind Numero Uno, verrät sie euch hier:

„Ich möchte definitiv kein zweites Kind.“

„Enno soll immer meine Nummer 1 bleiben und das wird er auch.“

„Ich glaube nicht, dass man seine Kinder gleich stark liebt, man hat doch immer einen Liebling.“

„Ich will meine Liebe nicht teilen müssen.“

So und so ähnlich hat man mich die ersten zwei Jahre als Mama reden hören. Und doch haben sich Johannes und ich im Sommer letzten Jahres ganz pragmatisch für ein Geschwisterkind entschieden, eben um des Geschwisterseins Willen. Dass es nun aber so schnell dazu kommen würde, hat uns doch ganz schön überrannt.

Die zweite Schwangerschaft war nicht so ein entspannter Spaziergang wie die erste, auch wenn sie viel mehr nebenbei lief. Jede Sekunde Zwei- und Dreisamkeit sog ich auf. „Phine, wenn erstmal der Wurm da ist, wird alles anders und Enno steht erstmal hinten an. Da muss er dann durch. Da mussten ja alle großen Geschwister dieser Welt durch. Aber ob er das wohl verkraftet?“, hab ich mich oft gefragt. Ich versuchte ganz bewusst, Enno noch eine gewisse Exklusivität zu geben, bevor sich unser aller Leben erneut schlagartig ändern würde und er die zweite Geige spielen würde.

Aus drei mach vier


Und dann war es auf einmal so weit. Oskar war da. Klein, zerbrechlich, schutzbefohlen und Enno war mit seinen 3,5 Jahren plötzlich der Große. Was hab ich geheult. Sicher auch der Mischung des Hormoncocktails, der so über eine frisch gebackene Mama einbricht, zuzuschreiben, aber auch aus Angst, ihm nicht mehr gerecht zu werden. Angst, die ich ja während der Schwangerschaft schon hatte. Und was geschah? Enno hat sich auf Papa gestürzt und nicht er wurde die zweite Geige, sondern ich. Bäm! Das verkrafte mal, du fragiles, zartes, verletztes Mutterherz.

Und doch geht es mir jedes Mal auf, wenn ich sehe, wie abgöttisch Enno seinen kleinen Bruder liebt, wie stolz er ihn allen vorstellt und sich daran erfreut, wenn Oskar vor Spaß beim Blödsinn machen losquiekt wie ein kleines Ferkel. Enno hat dieses Geschwisterding gut weggesteckt. Viel besser als ich. Wer hätte das gedacht…

Eine andere Art von Liebe

Aber muss man nun seine Liebe teilen? Nein. Sie verdoppelt sich einfach. Verrückt oder? Jahrelang habe ich alle Mehrlingsmamas innerlich als Schwindlerinnen hingestellt: „Jaja, ihr könnt mir ja viel erzählen“ und „logisch, dass es keiner zugibt“. Ich wurde eines Besseren belehrt. Und liebe ich beide gleich? Nein. Gleich intensiv ja, aber eben auf verschiedene Art und Weisen. Während Oskar eine noch vorrangig schützende, instinktiv geleitete Liebe bekommt, auch wenn er keinesfalls nebenbei läuft, wie das ja auch gern mal für zweite Kinder prognostiziert wird, kriegt Enno eine mit der Zeit gewachsene. Ich liebe ihn bewusster: für sein Wesen, mit all seinen Liebenswürdigkeiten und Allüren. Auch wenn ich immer noch eifersüchtig auf Johannes bin, heimlich versteht sich. Enno wird immer mein Erstgeborener sein, das ändert jedoch in keinster Weise mein bedingungsloses und gleich starkes Empfinden beiden Kindern gegenüber.

Ob sich das jemals ändern wird? Ich gelobe diese Frage stets ehrlich zu beantworten.

 

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