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#workingmom oder warum mein Auge seit zwei Tagen zuckt

Anderthalb Jahre war ich nicht arbeiten. Wow, das klingt echt viel… Dabei kam es mir gerade mal vor wie die Hälfte. Allerhöchstens. Aber wie man es auch dreht und wendet, die ungeschminkte Zeit in der Baby Bubble ist vorbei. Raus aus den Leggings und Schlabberpullis, rein in die engen Jeans – was nach den zwei Wochen Völlerei gar nicht so einfach ist.

Der Job

Nach meinem Ausflug ins Agenturbusiness, wo ich zur Social Media Expertin geworden bin, bin ich jetzt wieder zurück zu meinen Wurzeln gekehrt. Ich arbeite wieder als Redakteurin. Das freut mich wirklich sehr, denn ich habe tatsächlich gemerkt, wie mir das Schreiben gefehlt hat. Ich rede nicht von kurzen knackigen Texten für Facebook Posts, sondern von kleinen Geschichten. Jetzt habe ich auch noch das Glück, über Themen zu schreiben, die mich tatsächlich auch privat interessieren. Es geht um die Instagram-Welt, um Influencer, Mode und Trends. Neben der Schreiberei werde ich außerdem noch ein bisschen hier und da die Abläufe koordinieren. Exciting!

Das Pensum

Auch wenn ich gut und gerne noch ein wenig hätte zuhause bleiben können, war eigentlich immer klar, dass ich wieder arbeiten gehen muss. Einmal natürlich aus dem offensichtlichsten Grund Geld und auf der anderen Seite, um auch noch ein Leben außerhalb des Mamadaseins zu haben, um mich und den Anschluss an die normale Welt nicht zu verlieren. Neben dem finanziellen Beitrag zur Familie, den ich leisten möchte, freue ich mich unheimlich darauf, wieder eigenes Geld zu haben und nicht mehr abhängig zu sein.

Die Tatsache stand also fest. Auch, dass ich gerne smooth starten würde, wusste ich. Einen passenden Job zu finden, der das möglich macht, war allerdings nicht so einfach. Ich war dann sogar doch noch bei einem Bewerbungsgespräch für eine 40-Stunden-Stelle, musste aber einsehen, dass der Job organisatorisch einfach nicht machbar gewesen wäre. Stichwort: Kitaöffnungszeiten. Eine andere Teilzeitstelle hätte ich mir auch super vorstellen können, hatte sogar das beste Bewerbungsgespräch meines Lebens dort, aber die Arbeitszeiten haben mir wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht: zwei Tage in der Woche 10 bis 19 Uhr und auch jeden Samstag arbeiten? Als Mama? Nope.

Zum Glück hat sich dann doch alles perfekt gefügt. Ich habe ja schon erwähnt, dass ich an Schicksal glaube, oder? Manche Dinge laufen schief, damit anderes allmählich in die richtigen Bahnen gelangen kann. So war es auch mit meinem neuen Job. Erst war unsicher, ob und wann es klappt, und als ich schon gar nicht mehr damit gerecht habe, hat sich alles gefügt. Montag bis Freitag, 25 Stunden die Woche, mache ich jetzt etwas, auf das ich richtig Lust habe.

Der Alltag

6:30 klingelt der Wecker.

6:40 stehen wir auf.

8:00 liefern wir Leni gemeinsam in der Kita ab und fahren dann mit dem Auto ins Büro. Glücklicherweise liegen die nur wenige Autominuten voneinander entfernt.

8:30 – 9:00 Arbeitsbeginn.

14:00 Feierabend.

14:00 – 15:20 elendig lange Fahrt mit den Öffentlichen zur Kita. Wenigstens ist ein sehr fixer Mittagsnack beim Umsteigen drin. Gefrühstückt wird nämlich nicht und Pause kann ich bei fünf Stunden Arbeit auch nicht machen. Ich will ja was schaffen und ich muss es pünktlich zum Kindergarten schaffen.

15:30 Leni kommt lachen in meine Arme gelaufen. Die Erzieherinnen erzählen mir, dass das Kind sogar schläft. Tagsüber! Wow!

16:00 nach einer kurzen Tramfahrt wieder zuhause. Wir spielen oder erledigen zusammen Sachen.

17:30 Abendbrot und manchmal baden.

18:00 ab ins Bett. Also Leni.

Nach 18 Uhr mache ich dann Wäsche und was sonst so im Haushalt anliegt und bereite Lenis Essen für die Kita vor (Frühstück und Vesper). Wirklich Lust für mich und Gero zu kochen habe ich dann nicht mehr. Eigentlich will ich nur noch Nichts machen, im Bett liegen.

Die Schwierigkeiten

Seit ich arbeiten gehe, zuckt mein rechtes Augenlid. Das kommt wohl vom Stress wurde mir gesagt. Bei fünf Stunden Arbeit sollte man doch nicht gleich so reagieren, könnte man denken. Naja, was soll ich sagen, bei einem halbwegs normalen Schlafrythmus wäre das wahrscheinlich alles easy zu wuppen. Hallo, Millionen Mütter und Väter meistern ganz andere Probleme!?

Jetzt ist es aber so, dass Leni  – wie eigentlich immer – auch jetzt wieder zahnt. Das Gute ist, es sind die letzten Zähne. Das Schlimme ist, das macht den Schlafentzug auch nicht besser. Allein schlafen kommt gar nicht gut an, deswegen legen wir uns schon abwechselnd mit ihr aufs Gästebett, das wir zum Glück noch in weiser Voraussicht in ihrem Zimmer zu stehen haben. So bekommt wenigstens einer von uns für ein paar Stunden Schlaf. Wenn die blöden Zähne drücken und sich das Kind vor Schmerzen hin und her wirft, hilft aber auch alle Liebe und Nähe nichts. Man ist dann halt von drei bis fünf wach und tröstet und kuschelt. Und dann klingelt anderthalb Stunden später der Wecker und man muss wieder funktionieren.


Ich vertraue ganz fest darauf, dass die Lage sich wieder beruhigt, wenn die Zähne komplett raus gewachsen sind. Durch sind sie nämlich schon. Bis dahin wird mein Lid wohl weiter vor sich hin zucken.

Alles halb so wild

Jetzt gerade bin ich müde. Sooooooo müde. Deswegen mag der Text auch etwas negativ klingen. So empfinde ich die neue Realität aber genau in diesem Moment gerade. Das Hin- und Hergehetze verlangt mir ohne ausreichend Schlaf schon Einiges ab. Aber wisst ihr was? Ich hätte nie gedacht, dass ich wieder so gerne arbeiten gehen würde. Die Leute sind toll und ich freue mich auf meine Aufgabe. Ich freue mich sogar, mal für mich zu sein, nicht die ganze Zeit wachsam sein zu müssen. Und ich weiß, dass Leni ihre Zeit in der Kita sehr genießt. Nach der entspannten und sehr langen Eingewöhnung fühlt sie sich pudelwohl und das macht mich sehr glücklich zu sehen. Ich freue mich auch schon so wahnsinnig darauf, wenn sie mir erst erzählen kann, was sie für Dummheiten angestellt hat.

Bild: Unsplash / Christin Hume

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1 Kommentar

  • Antworten
    Sarah
    4. Januar 2018 at 8:54

    Liebe Sophie,
    das hört sich wirklich kräftezehrend an! 🙈 Aber ganz bald wird es sich sicher einspielen und dann ist alles toll. Meine Tochter ist nun knapp über acht Monate alt und hat noch keinen einzigen Zahn. Falls ich in 4 Monaten wieder arbeiten sollte, wird das allein zahntechnisch sicherlich auch ne Herausforderung 😱
    Hab einen schönen „kleinen Freitag“ 💕
    Sarah

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