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Scheiß Momlife: 10 Dinge, die mich manchmal echt nerven

Frag den Fuchs, unter wie viele Fotos ich das Hashtag #momlifeisthebestlife gepackt habe. Fakt ist: Manchmal nervt mich dieses Mamaleben ganz schön an und dann ist es alles andere als das Nonplusultra. Hier eine Liste der Dinge, auf die ich gut und gerne verzichten könnte.

  1. Wir haben komplett weiße Fliesen in der Küche. Niemand kann die mit Kind auch nur fünf Minuten sauber halten. NIEMAND. Leni isst aktuell mit den Fingern und macht die ersten Gabelversuche. So sieht es hier auch aus. Der Speiseplan lässt sich übrigens ganz gut an meinen Socken ablesen, ich trete nämlich grundsätzlich in Bananen- oder Tortellonireste. Jackpot!
  2. Letzte Woche war der Wäscheberg so groß, dass er fast über die Kommode hinausgewachsen ist, an der ich ihn kunstvoll seitlich aufgetürmt habe. Und dabei ziehe ich Leni für die Kita oft auch Sachen an, die nicht mehr perfekt sauber sind. Überall stehen immer volle Wäscheständer. Die Lust sie abzunehmen, nur um sie wieder befüllen zu können, hält sich in Grenzen.
  3. Zähne, aber dieses Thema habe ich ja schon oft ausgeführt. Nur so viel: spätestens ab 1 Uhr wird unser Bett aktuell wieder geteilt. Daraus resultieren Schlafmangel und Rückenschmerzen.
  4. Der neunte Sprung, der angeblich 31 Tage gehen soll, dauert laut Check heute immer noch neun Tage. Das kann gar nicht sein!!! Das darf nicht sein. Meine Nerven liegen nämlich wirklich ein bisschen blank, denn egal, was passiert, Leni plärrt los. Einfach aus Prinzip. Sie testet ihre Grenzen, wie man so schön sagt. Dazu gehört wohl auch, dass sie mich herausfordernd ansieht, nur um ihr Essen einzeln neben ihren Stuhl auf die Erde fallen zu lassen. Wo wir wieder bei Punkt eins wären.
  5. Was das Ausräumen von Schränken, Kisten und Kommoden angeht, bin ich eigentlich recht entspannt geworden. Außer, wenn es um das Fach geht, in dem ich aus welchem Grund auch immer, noch ein paar Gläser Brei horte. Da die Fake Magic Locks, die ich besorgt habe, nach wenigen Tagen allesamt den Geist aufgegeben haben, kommt Leni kinderleicht an das offensichtlich Interessanteste in der ganzen Wohnung. Mindestens einmal täglich trägt sie einen Fruchtriegel durch die Gegend. Ich müsste alles umräumen. Eigentlich. Wie sehr mir dazu die Lust fehlt, kann ich gar nicht ausdrücken.
  6. Als sogenannte Working Mom muss ich abends das Kitaessen (Frühstück und Vesper) für den nächsten Tag vorbereiten. Morgens wäre das viel zu viel Stress. Hab ich probiert. Nach dem Hin-und Hergehetze von der Arbeit zur Kita nach hause, dem Bespielen und Verköstigen einer stets sehr früh sehr müden und dadurch quengeligen Perle, bin ich erst mal platt. Selbst eine Brotdose zu bestücken erscheint mir dann fast so schlimm, wie die Wäsche abzunehmen.
  7. Zeit für mich ist die Ausnahme geworden. Gut, ich habe die Abende, wenn Leni im Bett ist, aber sonst? Ich könnte Gero am Wochenende aufpassen lassen? Ja, aber da will ich dann auch zu dritt sein und mich darüber freuen, wie doll Leni ihren Papa liebt und ihn dann selbst ein bisschen anhimmeln. Immerhin wird unser mittwöchlicher Omatag fortgeführt. Meine Mama holt Leni von der Kita ab und ich habe dann ein paar Stunden einfach nur für mich, in denen ich mal einen Kaffee trinken oder bummeln gehen kann. Premiere: morgen.
  8. Ich bin so pragmatisch geworden, dass es mir gar keinen Spaß mehr macht, mich schön anzuziehen oder zu schminken. Obwohl das eigentlich falsch ausgedrückt ist. Es würde mir Spaß machen, aber ich finde mich in fast allen meinen Klamotten doof und irgendwie fehlt ja auch immer Zeit an allen Ecken und Kanten, für solche vermeintlich unwichtigen Dinge dann erst recht.
  9. Obwohl Gero mir entsprechend seiner Zeit echt ganz gut hilft, habe ich grundsätzlich das Gefühl, alles alleine zu machen. Auch ein Grund, warum ich ständig schwanke, ob ich nun noch ein Kind möchte oder nicht. Meine Meinung dazu ändert sich mindestens einmal am Tag.
  10. Ich ernähre mich schrecklich, seit ich wieder arbeiten gehe. Okay, ein healthy Eater war ich noch nie. Ich liebe den Genuss und kasteien möchte ich mich schon mal gar nicht. Nicht mal um den Schwabbel am Bauch loszuwerden. Seit Anfang Januar schaffe ich es allerdings meistens erst gegen 14 Uhr das erste Mal etwas zu essen. Ich bin kein Typ, der sich Stullen fürs Büro schmiert, ich mag aber auch nicht jeden Tag zum Bäcker gehen. Mittagspause kann ich mir bei fünf Stunden Arbeit und einem einstündigen Weg zur Kita nicht leisten. Heute kam der Tipp: „Nimm dir Äpfel und Nüsse mit, die kannst du überall essen.“ An sich echt ein sinnvoller und guter Vorschlag. Das Problem ist nur: Das find ich nicht geil. Und ich esse gerne Dinge, auf die ich richtig Bock habe. Ich bin kompliziert, ich weiß.

So, nachdem ich mich hier seit einiger Zeit mal wieder ausgekotzt habe, geht’s auch schon wieder. Da sind dann zum Glück nämlich auch diese grandiosen Momente, in denen ich innerlich merke, wie meine Vorfreude auf Leni mit jeder Tramstation größer wird. Während ich auf dem Weg zur Bahn noch dachte, dass ich viel zu kaputt bin, um mich jetzt Quengelbert zu stellen, kann ich mir auf dem letzten Stück Fußweg gar nichts Schöneres vorstellen, als sie endlich wieder ganz fest an mich zu drücken, an ihr zu riechen und zu spüren, wie ihre Hand meinen Zeigefinger umschließt, während wir uns lachend auf den Heimweg machen.

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