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REISETAGEBUCH: Tipps für einen Roadtrip durch Südwestaustralien

Die ersten 10 Tage unserer Reise sind wir von Perth abwärts gefahren, in den Südwesten. Gelockt haben uns strahlend weiße Sandstrände, humane Temperaturen (24-27 Grad) und die Kängurus in der Lucky Bay bei Esperance. Also, auf auf!

Startpunkt: Perth

Nachdem wir nachts in Perth gelandet sind und dort zwei Nächte verbrachten (Perth macht einen modernen und schönen Eindruck, hat eine fette Skyline, zwischen der aber auch immer mal wieder koloniale Bauwerke stehen und schwarze Schwäne!!), haben wir zwei Tage später unseren Campervan abgeholt und es ging erstmal ganz locker nach Fremantle. Der Campingplatz hier ist entspannt und schön. Hier trifft man viele Europäer, die ihre Reise gerade beginnen oder jetzt in Perth beenden – für einen ersten Austausch also perfekt.

Rottnest Island

Von Fremantle haben wir am Tag darauf nach Rottnest Island übergesetzt. Auf Rottnest Island gibt es ruhige, weiße Strände und Quokkas. Quokkas sind diese kleinen, witzigen Beuteltiere, die wie eine Mischung aus Biber und Känguru aussehen, finde ich. 

Hier ist man zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs. Mein Tipp: Rad ist definitiv besser! (Mit Anhänger, falls man mit Kind unterwegs ist – ausleihen!) Wenn man das macht, hat man auch die Chance auf Delfine und Seelöwen, denn um alles zu Fuß zu erkunden ist die Insel schlichtweg zu groß. Wir waren zu Fuß unterwegs und haben „nur“ jede Menge süße Quokkas gesehen. Ich würde auch etwas zu essen mitnehmen. Es gibt zwar einen Supermarkt und eine Bäckerei, aber dann muss man eben auch auf gepfefferte Preise und herzhafte Pies stehen. Mag ich beides nicht so gern.

Weiter Richtung Süden & hoch hinaus

Auf dem Weg gen Süden sollte man unbedint in Yallingup Halt machen. Die Bucht dort ist echt atemberaubend schön und bei wenig Wind sicher auch toll zum baden.

Margaret River ist eine kleine, florierende Stadt am südwestlichen Zipfel. Es gibt kleine Shops, deftiges, fettiges Essen (BBQ ist hier das A und O!) und einen tollen Ausblick auf den Surfer‘s PointMehr als einen Tag muss man hier aber – aus meiner Sicht und mit Familie – nicht verbringen.

Fährt man nach Margaret River einen kleinen Schlenker ins Landesinnere, kann man in 40 Metern Höhe auf dem Tree Top Walk einen großartigen Ausblick in die Wälder Westaustraliens haben oder auf einen 52 Meter hohen Baum klettern. Johannes sagt 57 Meter, ich bin mir aber sicher, dass es 52 waren! Beides ist definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst, doch beim Besteigen des Gloucester Tree sollte man nicht nur schwindelfrei, sondern auch etwas lebensmüde sein. In Wendelform sind lange Nägel in den Baum geschlagen, die man wie eine Leiter hochsteigt. Fallschutz? Fehlanzeige. Sonstige Sicherungen oder ein Geländer? Nö. Ich sag ja, lebensmüde. Johannes hat es gemacht und kam etwas zittrig, aber mit einem fetten Grinsen wieder herunter.

Der Tree Top Walk, eine Art Rundweg in den Baumwipfeln, ist zwar auch sehr hoch, aber gibt ein ordentliches Sicherheitsgefühl und man kann ihn mit Kinderwagen bestreiten. 👌

Beach Fun

Dann schnell weiter zu den Elephant Rocks und dem Greens Pool. Wir waren am Wochenende und zur australischen Ferienzeit dort. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass es übervoll ist. Man konnte durchaus auch seine paar Meter Strand für sich allein haben. Das Wasser ist klar und erfrischend. Enno fand es super, auf den Felsen herumzuklettern. Schlafen kann man hier im nahegelegenen Denmark, hier gibt es schöne Campingplätze und ausreichende Einkaufsmöglichkeiten, um Vorräte aufzustocken.

Weiter ging es nach Albany, wo es den Emu Beach gibt. Warum der so heißt, erklärt sich mir nicht so ganz, denn Emus gibt es da eigentlich nicht. Der Strand ist aber dennoch ganz schön: seichtes Wasser und weißer Sand. Direkt davor liegt ein großer Spielplatz, wo Enno sich austoben konnte und Oskar das erste Mal Sand zwischen den Zehen hatte. Er liebt es! Ganz im Gegensatz zu Rasen.

Das Beste am Süden

Unser Ziel an der Südküste war der Cape La Grand Nationalpark. Wären wir noch einmal dort, würde ich mehr Zeit in Esperance verbringen. Die Stadt haben wir nämlich nur gestreift, sie wirkte aber lebendig und jung. Ich denke, hier könnte man eine tolle Zeit verbringen und australisches Flair aufsaugen. 

Das absolute Highlight des Südens war aber definitiv die Lucky Bay im Nationalpark: Kängurus am Strand! Sie waren handzahm, haben einen beschnuppert, sich anfassen lassen. Selbst ihre Jungen brachten sie mit. Ich dachte im Übrigen, dass Kängurus Pflanzenfresser wären, doch weit gefehlt. An Strand gespülte Fische wurden auch angeknabbert. Eines hat sich sogar an einem Kugelfisch versucht, die ja total giftig sind. Fun Fact: Man sagt Delfinen nach, dass sie Kugelfische anknabbern, um so etwas wie high zu werden. Ob das wohl auch der Grund für das Känguru war?

Auch der Strand an sich war einfach wunderschön. Der Sand war so weiß und so fein. Noch nie hab ich so feinen Sand gesehen und gefühlt. Er ist jetzt noch in den Poren der Innensohle meiner Birkenstocks. Beim Drüberlaufen quietschte er. 

Direkt an der Bucht ist ein Campingplatz. Ohne eine Spur von Elektrizität, Handyempfang und dergleichen verbrachten wir hier zwei wundervolle Tage und sind das erste Mal so richtig runter gekommen. Als i-Tüpfelchen des Ganzen kommt morgens ein kleiner Foodtruck an den Strand gefahren (Lucky Bean) und bietet frischen Kaffee, Muffins, Scones und Eis. Hach, da wär ich gern nochmal – Kaffee, Strand und Kängurus. ♥️

Die Wylie Bay, ein wenig dichter an Esperance war aber auch zauberhaft. Riesige Sanddünen, die sich aus dem Nichts auftürmen, um auf der anderen Seite zu endlos weitem Strand zu werden und im klaren Meer zu verlaufen. Das sollte man sich unbedingt ansehen!

Der Rückweg

Nach zwei Tagen Lucky Bay begann unser Rückweg nach Perth durch das Landesinnere, wo wir in Hyden am Waverock anhielten – ein riesiger Stein, der wirkt, als würde sich eine Welle aufbäumen. Ich sag mal so: nice to have, aber wenn es nicht unmittelbar auf dem Weg liegt, dann kann man sich das auch klemmen. In der Nacht hatten wir den stärksten Wind und ich hatte Angst, dass er uns den Camper zerlegt. Rückblickend wäre der Rückweg entlang der Küste, so wie wir kamen die schönere Entscheidung gewesen. Aber hey, wir haben den Waverock gesehen und es hätte auch viel länger gedauert. Von Hyden sind wir dann nur noch fix zurück nach Perth geheizt, um noch den Norden bereisen zu können.

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