Momdays
Momlife

Alles gar nicht so einfach wie man denkt

Es zuckt wieder, das Auge. Bekanntlich passiert das bei Schlafmangel und/oder Stress. Trifft beides aktuell zu. Wobei Schlafmangel ja mittlerweile mein zweiter Vorname ist. Fünf Stunden Schlaf mit Unterbrechungen? Pah, gib mir vier!

Teilzeitwahnsinn

Fünf Stunden am Tag arbeiten geht klar, dachte ich als sich das Ende der Elternzeit näherte und ich überlegte, was für Leni und mich eine gute Lösung wäre. Fünf Stunden arbeiten und dann haben wir ja sogar noch Zeit zusammen für die schönen Dinge.

Zwei Monate später fällt mein erstes Fazit wie folgt aus: Irgendwie habe ich mir das einfacher vorgestellt. Einfacher im Sinne von „Andere wuppen das in Vollzeit“. Nun bin ich leider nicht andere sondern ich und ich wuppe das hier auch, aber leicht ist das meistens nicht.

Stundenplan

Einen typischen Tag (wenn alles ohne Zwischenfälle verläuft) habe ich glaube ich schon mal beschrieben, aber hier noch mal zur Verdeutlichung:

6:30 Aufstehen

7:30 Los zur Kita

8:30 Ankommen im Office

13:30 Feierabend

14:30 Leni abholen

Spielen, Einkaufen, Sachen machen

17:30 Abendessen

18:00 Ab ins Bett

After-Work-Vergnügen

Dann mache ich Lenis Essen für die Kita, gehe baden oder einfach nur ins Bett Serie gucken. Lust groß was im Haushalt zu machen habe ich dann weniger. Ach seien wir ehrlich, MINUS ZWEIUNDNEUNZIG Lust habe ich. Manchmal ist es mir schon zu viel noch etwas zu kochen, weswegen ich gerade erst eine Woche süchtig nach Ramennudeln für 50 Cent die Packung war. Glutamat ist echt ein fieses Zeug! Aber zurück zum Thema. Wenn ich den ganzen Tag funktioniert habe, von einem „Job“ zum nächsten gedüst bin, mich dann mit so viel guter Laune und Achtsamkeit wie möglich Leni gewidmet habe, dann bin ich erst mal müde gespielt.

Die Sache mit dem Anspruch

Das ist nämlich der springende Punkt. Ich möchte meinen beiden Aufgaben gerecht werden. Ich will nicht drei Stunden lang die Wohnung putzen und Leni allein in ihrem Zimmer sitzen lassen. Ich möchte ihr Dinge beibringen, mit ihr lachen und all ihre Herrlichkeit aufsaugen und abspeichern. Dazu gehört aber auch geduldig sein und kreativ und Nerven bewahren, wenn es mal nicht so läuft wie das Räubermädchen es gerne hätte. Das kostet Kraft.

Und davon ist schon einiges aufgebraucht, wenn ich nach der Arbeit zum Bus hetze. Ich bin super glücklich mit meiner neuen Aufgabe und möchte natürlich auch im Büro performen, muss koordinieren, kommunizieren und innovativ sein. Ihr glaubt gar nicht, wie schnell diese fünf Stunden vorbei sind und wie viel ich eigentlich noch erledigen könnte und manchmal auch gerne würde, aber das geht nicht, ich muss nämlich los.

Zusätzlich habe ich mich auch noch als Elternvertreterin gemeldet, weil ich nett sein wollte. Ich war ehrlich überrascht, wie zeitaufwändig das ist und wie viele Mails man da so bekommt. Weil ich zu vielen Treffen nicht gehen konnte, da Gero lange arbeitet, habe ich mich aus schlechtem Gewissen bereit erklärt, den Spendenlauf mit zu organisieren. Ja, auch das noch. Man muss ja schließlich auch zurückgeben.

Mimimi

Ich manage das alles. Ich manage mein Leben, Lenis Leben und zu einem gewissen Teil auch Geros Leben. Ich muss den Überblick behalten und dafür sorgen, dass wir funktionieren und glücklich sind. Manchmal ist mir das zu viel. Dann bin ich unendlich froh über jeden Mittwoch, an dem meine Mama Leni von der Kita abholt und ich weiß, dass ich in den nächsten Stunden nicht irgendwas MUSS, dass es auch ohne mich geht.

Jetzt wisst ihr auch, warum es in letzter Zeit so wenig Neues von mir auf Momdays gibt. Das finde ich selbst schrecklich, denn der Blog liegt mir sehr am Herzen, aber er soll eben ein Ausgleich sein und Spaß machen und nicht noch eine Baustelle mehr, die rechtzeitig perfekt fertig gestellt werden muss.

Das klingt alles wahnsinnig negativ, ich weiß. Aber als ich gerade überlegt habe, was ich denn jetzt nach so langer Pause für einen Artikel schreibe, da ist eben das hier passiert. Auch wenn ich müde und gestresst bin, heißt das aber auf keinen Fall, dass ich nicht glücklich bin. Bin ich sehr. Ich habe wie jede Mama das besteste Kind im ganzen Universum und einen ganz schön guten Mann. Ich habe ein schönes Zuhause, eine liebe Familie, bin gesund und mache meinen Job gern. Das alles beinhaltet aber auch den harten Part, der eben einfach dazugehört, der einen auch am Ende stolz macht. Müde, gestresst, stolz und geliebt.

P.S. Bald is wieder mehr Lametta! <3

Mehr Mehr Mehr...

1 Kommentar

  • Antworten
    Kathrina
    8. März 2018 at 21:45

    Oh, das klingt aber schon sehr anstrengend! Ich kenne das nur zu gut, habe aber mittlerweile die Erfahrung gemacht, dass man wirklich viel mehr auf sich achten sollte, nicht gleich bei jeder Aufgabe „hier“ schreit und vor allem, dass nicht immer alles perfekt sein muss.
    Gerade Mamas vergessen sich viel zu oft selbst.
    In diesem Sinne, an alle Moms:
    Bestellt die Familie oder Freunde zum Babysitten ein und gönnt euch mal wieder etwas Auszeit vom Familienwahnsinn! 😉

  • Mein Kommentar