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5 Gründe, warum ich (noch) kein zweites Kind möchte

Laura hat es gewagt, sie ist jetzt nicht nur eine normale Supermama, sondern gleich eine zweifache. Seit wenigen Wochen steuert sie nun schon erfolgreich zusammen mit dem dazugehörigen Papa ein Viermannschiff durch den Alltag. Das finde ich unheimlich schön – für Laura.

1 Die Sache mit der Gelassenheit

Ich glaube ja, dass manche Menschen für mehrere Kinder gemacht sind und andere nicht. Klar, jeder kann so viele Kinder haben, wie er will, aber manche meistern das Ganze entspannter als andere, gehen nicht unter in all dem, was zum Kinder haben so dazugehört. Unser Alltag mit einem Kind, bei dem ich 25 Stunden die Woche arbeite, versuche den Wäschebergen Herr zu werden und Leni die bestmögliche Zeit zu ermöglichen, ist für mich manchmal schon anstrengend genug. Ich bin eben einfach eine Person, deren Lunte ein wenig kürzer geraten ist und die sich vielleicht schneller überfordert fühlt als andere. So ehrlich bin ich mit mir selbst. Weil ich um diesen Umstand weiß, möchte ich aktuell weder Leni, noch mir, noch einem potenziellen weiteren Kind oder Gero eine dauergestresste und ausgelaugte Mama antun. Ich möchte der Fels in der Brandung sein und nicht das Steinchen, das weggespült wird und immer wieder eingesammelt werden muss.

2 Aufmerksamkeit für alle

Neulich war Leni krank, mal wieder. Sie brauchte sehr viel Nähe, um zur Ruhe zu kommen. Ich habe darüber nachgedacht, was ich machen würde, wenn nun nebenan noch ein Säugling schreien würde. Ich hätte wahrscheinlich einfach geweint und nicht gewusst, wem ich mich zuerst zuwenden soll.

Das sind natürlich Ausnahmesituationen, aber ich persönlich habe Sorge, auch im ganz schnöden Alltag nicht beiden Kindern die gleiche Aufmerksamkeit schenken zu können. Dann lieber das eine Kind, von dem ich alles mitbekomme und dem ich alles geben kann. Bei etwas größeren Kids ist die Lage dann sicher auch etwas anders, weniger Wutausbrüche und mehr Möglichkeiten sich auszudrücken.

3 Pfft, innere Schönheit

Ich bin nicht nur Mama. Ich bin auch immer noch ich. Und ich muss mich mit mir wohl fühlen. Egal, ob mein Mann oder Außenstehende mir sagen, sie finden mich toll, so wie ich bin. Ich muss mich mögen. Ich muss glücklich mit mir sein. Ich habe zwar nicht sehr stark zugenommen in der ersten Schwangerschaft, aber es schwabbelt doch noch ein bisschen mehr am Bauch, der auch den ein oder anderen Streifen abbekommen hat und auch die Brüste hängen eine halbe Etage tiefer. Gehört dazu, ist normal und finde ich auch noch nicht schlimm. Noch nicht. Und das soll bitteschön erst einmal so bleiben.

4 Me-Time

Dieser Punkt schließt sich an den vorherigen an. Jede Mama sollte sich Zeit nehmen für Dinge, die sie glücklich machen und zwar ohne schlechtes Gewissen. Unser Leben dreht sich zu 90 Prozent hauptsächlich um mindestens eine andere Person. Es ist okay, sich die anderen zehn Prozent zu bewahren. Aktuell habe ich Zeit für mich, wenn Leni im Bett ist, also so ab 18 Uhr, und meistens am Mittwoch nach der Arbeit, wenn meine Mama mich unterstützt. Diese Zeit gibt mir jedes Mal unheimlich viel Kraft. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mit einem zweiten Kind nur noch fünf Prozent wären und ich bin noch nicht bereit, die abzugeben.

5 Mein Dornröschen-Traum

Irgendwann möchte ich wieder schlafen. Am Stück schlafen ist seit 17 Monaten nicht mehr möglich. In guten Nächten wacht Leni zwei mal auf. Die feiere ich sehr und ich habe auch das Gefühl, dass es langsam mehr werden. Eine kleine Weile möchte ich etwas Schlaf tanken und nicht für Baby Nummer zwei mitten in der Nacht aufspringen, obwohl Leni selig schlummert. Ich funktioniere zwar mittlerweile auch mit vier Stunden Schlaf gut, aber gesund ist das bestimmt nicht. Stichwort zuckendes Auge.

Verschoben ist nicht aufgehoben

Vielleicht möchte ich später noch ein Kind. Aktuell sehne ich mich gar nicht danach. Ich denke nie „Och, ich hätt‘ jetzt gern noch mal sowas Winziges!“. Ich bin so so verliebt in Leni und in unsere Beziehung zueinander.

Mein Plan lautet wie folgt: Wenn ein zweites Kind, dann in vier bis fünf Jahren. Ich möchte, dass Leni komplett ausdrücken kann, was sie denkt, fühlt und will. Ich möchte, dass sie einen gewissen Grad an Selbstständigkeit erreicht hat. Ich glaube, dass es die Erfahrung Familienzuwachs für uns alle so stressfreier und damit positiver macht.

Ich möchte noch einmal betonen, dass es hierbei nur um mich geht. Dass ich anderen Müttern durchaus sehr viel zutraue und es sehr bewundere, wie sie mehrere Kinder, vor allem mit geringem Altersunterschied, managen. Ihr seid bombe und ich hoffe, ihr wisst das! Vielleicht trete ich irgendwann in euren Club ein, vielleicht bleibe ich aber auch Mitglied auf Lebenszeit im Verein der Einzelkindmuttis, denn der ist kein bisschen schlechter.

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3 Kommentare

  • Antworten
    Hyppolyta
    23. März 2018 at 20:31

    Liebe Sophie,

    damit sprichst du mir aus der Seele. Mir geht es genauso wie dir und ich kann mir zur Zeit nur ein zweites Kind vorstellen, wenn meine Tochter wirklich sehr aus dem Gröbsten raus ist. Kudos an alle Mehrfach-Moms und Alleinerziehende!

  • Antworten
    fraeuleininga
    23. März 2018 at 21:17

    Hi Sophie,

    vielen, vielen Dank, dass du deine Gedanken mit uns teilst! Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Klara wird im Mai ein Jahr alt und wir sind überglücklich zu dritt <3
    Ab und An erwische ich mich allerdings doch bei dem Gedanken an ein Geschwisterchen. Es bleibt also spannend … 😉

    Liebste Grüße, Inga (fraeuleininga)

  • Antworten
    Lana
    24. März 2018 at 8:13

    Liebe Sophie,

    Genau diese Gedanken hatte ich vor Jahren auch. Und somit war meine Große die ersten 8 Jahre ihres Lebens Einzelkind. Ich finde das auch nicht verwerflich, sondern eher gut, wie Menschen sich und ihr Leben reflektieren können.
    Bei uns hat es die Zeit gebraucht gebraucht, bis wir uns endlich an die Zeit zu 4 gewagt haben. Wir alle drei sind sehr glücklich jetzt erst ein neues Familienmitglied auf zu nehmen. Es fühlt sich jetzt richtig an.

    Liebe Grüße

    Lana 🙂

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