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Das mit dem zweiten Kind ist ein Spaziergang

Gerade noch schrieb Sophie darüber, dass sie es sich (noch) gar nicht vorstellen könnte ein zweites Kind zu bekommen. Sie hat gute Gründe dafür, die ich ausnahmslos nachvollziehen kann. Dieses Eltern-Gefühl noch zwei drei Arme, ein paar Augen und eine große Portion Geduld zusätzlich gebrauchen zu können, kenne ich nur zu gut.

Wenn der kleine Sonnenschein Wutanfälle hat, nicht schläft und zum Beispiel wegen einer Erkältung die 100-prozentige Aufmerksamkeit fordert, kann man sich nur schwer vorstellen, zeitgleich noch so einen kleinen Menschen adäquat versorgen zu können. Ganz ehrlich: ich habe auch daran gezweifelt. Doch nach acht Wochen Testphasen kann ich für mich sagen: geht! Geht gut!

Spinnt die?

Ich seh den alten Karma-Gott da schon sitzen und schäumen vor Wut. “Na der werden wir es erstmal richtig zeigen und ihr das Leben schwer machen, so wie die sich in ihrem Glück suhlt!” So ist es schließlich immer. Kaum spricht man aus, was man vorher nur heimlich denkt (“Man, unsere Nächte sind im Moment echt toll!” “Das Kind ist heute wirklich brav!” “Das Baby hat noch nicht ein Mal geschrien seit wir hier sind!”), bricht nämlich erfahrungsgemäß die Hölle los (Stündliches Aufwachen, Wutanfall vom Kleinkind, Brüllalarm beim Baby).

Aber egal. Auch auf die Gefahr hin, dass sofort alles anders wird, ich spreche jetzt aus, wie es ist: Zum zweiten Mal Mama werden ist echt ein Klacks!


Was ich damit meine, ist gar nicht, dass Kind Nummer 2 so easy ist. Er ist zwar schon größtenteils ein ausgeglichenes Kind, aber vor allem habe ich mich verändert. Diesmal bin ich durch die Geburt schließlich nicht Mutter geworden. Die war ich ja schon. Ich habe einfach ein weiteres, großartiges Baby dazugekommen. In ein Leben, das eh schon auf Kind eingestellt ist, das schlaflose Nächte kennt und in dem die Eltern wissen, dass Babys manchmal eben schreien und man sie oft nur durch ganz viel Nähe beruhigen kann. Das fehlte alles bei Kind 1 und machte die Anfangszeit für mich zur echten Herausforderung.

“Was hat er denn? Warum schreit er bloß? Die anderen gucken bestimmt schon!” – diese Gedanken waren meine täglichen Begleiter und haben bei mir und dem Kind ab und zu für echt gestresste Momente gesorgt. Doch einmal durch diese Schule gegangen, bin ich jetzt gelassener und weiß eben auch einfach, dass es stimmt, was alle sagen, wenn es mal nicht so rund läuft: Es ist nur eine Phase. Es wird besser.

Status: zufrieden.

Im Moment schläft unser Baby noch ziemlich viel. Wenn sich das ändert, wird bestimmt auch der Alltag anstrengender. Und auch jetzt gibt es natürliche Herausforderungen. Zum Beispiel mit Baby das Kleinkind von der Kita abholen. Wenn dann der Säugling schreit, der Zweijährige bockt und man sich im gut geheizten Kita-Vorraum inmitten von anderen Eltern befindet, komme ich ziemlich ins Schwitzen und mache drei Kreuze, wenn wir zu Hause sind.

Wie das erstmal wird, wenn das Mini-Baby zum größeren Krabbel- und dann auch irgendwann Lauf-Baby wird, ist mir bisher noch schleierhaft. Aber bis es so weit ist, genieße ich die Zeit und erfreue mich fast jede Sekunde an unserem Zweifach-Eltern-Glück.

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2 Kommentare

  • Antworten
    Lea
    3. April 2018 at 14:32

    So toll. Vielen Dank!
    Das ist wirklich der erste Artikel, der ein positives Bild gibt.
    Herzlichen Dank und alles Gute.

    • Antworten
      Laura
      10. April 2018 at 9:25

      Liebe Lea, das freut uns sehr, danke für dein Feedback. Alles Gute dir!

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