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Kaffee und Mutterkuchen: Meine Erfahrungen mit Plazenta Nosoden

Hätte mir vor drei Jahren einer gesagt, dass ich mir mal aus meiner eigenen Plazenta Tabletten herstellen lassen und sie dann munter in mich hinein werfen würde, hätte ich diesem einen wohl für komplett bescheuert erklärt und anschließend womöglich sogar diese Geste gemacht, bei der man den Finger in den Mund Richtung Hals schiebt und Würggeräusche dazu macht. Igitt. Lass sie machen. Aber ohne mich.

Zwei Schwangerschaften, ein gutes Dutzend Bücher und zahllose Blogeinträge später sitze ich nun hier mit meinen Kügelchen, Pasten und Cremes. Gefertigt aus meinem eigenen Gewebe. Bin ich von einer coolen Klatsch-Reporterin tatsächlich zu einer Öko-Kräuterhexe geworden? Ein bisschen vielleicht schon.

 

Wie kam ich darauf?

Schon mit der ersten Schwangerschaft habe ich ein gewisses Interesse für Plazenten im Allgemeinen und meine im Besonderen entwickelt. Ich finde die Dinger einfach total abgefahren. Sie entsteht bei jeder Schwangerschaft aufs Neue, um das Baby zu ernähren und wird nach der Entbindung vom Körper entsorgt. Sie ist von Blutgefäßen der Mutter UND des Kindes durchwoben, wodurch der Fötus mit dem Blutkreislauf der Mutter verbunden ist. Natur ey.

Dass diese Wunderdinger auch nach der Geburt für Mutter und Kind etwas Gutes tun können, finde ich da einfach nur einleuchtend. Medizinisch belegt ist das alles nicht und manche sehen beim Verzehr der eigenen Plazenta sogar ein paar Risiken. Doch nachdem ich mich etwas belesen habe, stand für mich fest: Nach der zweiten Geburt wollte ich es ausprobieren.

Wie bekommt man Plazenta Nosoden?

Genau genommen heißen die kleinen Kügelchen Nosoden. Nosoden sind Globuli aus körpereigenen Bestandteilen. Es gibt einige Apotheken, welche die Herstellung dieser Mittelchen anbieten und in denen man sich umfangreich beraten lassen kann. Im besten Fall hat man auch noch eine Hebamme, die sich einigermaßen mit Homöopathie auskennt.

Ich war dafür in der Oskar Ziethen Apotheke in Berlin Lichtenberg, da sie direkt an das Krankenhaus angebunden war, in dem ich entbinden wollte. Hier erhält man zwei Gefäße und ein Formular, in dem man angibt, welche Mittel angefertigt werden sollen. Bei der Geburt informiert man dann die Klinik-Hebamme. Sie sind alle mit dem Prozedere vertraut und waren in meinem Fall total begeistert davon.

Sind Kind und Mutterkuchen erfolgreich zur Welt gebracht worden, werden aus der Plazenta zwei kleine Stücke geschnitten, die in die beiden beiliegenden Gefäße kommen. Eine Plazenta hält sich sogar ungekühlt einige Tage und sollte dann irgendwann (zum Beispiel vom Mann) zur entsprechenden Apotheke gebracht werden. In einem Labor werden anschließend die bestellten Mittelchen hergestellt. Ich habe mich für zwei verschiedene Nosoden, eine Creme für den Windelbereich (laut Apothekerin der Renner unter den Plazenta-Mittelchen) und wegen meines Kaiserschnitts für ein Narbengel entschieden.

Was bringt es denn nun?

Bei einer Globuli-Behandlung weiß man am Ende natürlich nie, ob das Mittel eine heilende oder verbessernde Wirkung hatte oder ob es ohne vielleicht genau so gelaufen wäre. (Weiß man bei schulmedizinischen Eingriffen ja auch oft nicht.) Ich kann allerdings sagen, dass ich ein extrem entspanntes Wochenbett hatte. Dazu führten natürlich auch einige äußerliche Faktoren, aber ich bilde mir ein, dass meine Stimmung auch dank der Nosoden so gut war. Eine sich anbahnende Erkältung beim Mini wurde ebenfalls erfolgreich abgewehrt. Die Nosoden, die er drei Mal am Tag nahm, haben da auf jeden Fall nicht geschadet. Ein echter Fan bin ich von den Cremes. Ein leicht rot werdender Popo war damit sofort passé. Und auch meine Narbe, die ich jeden Abend mit dem Gel eincreme, ist top verheilt. Wie bei allen medizinischen und homöopathischen Therapien gilt hier natürlich auch: Glauben versetzt Berge! Gut so.

Manche essen natürlich auch einfach nach der Geburt ein Stück des Gewebes oder lassen es zu einem Shake verarbeiten. Klingt verrückter als es ist, mittlerweile kenne ich einige Frauen, die das so gehandhabt haben. Die Nosodenherstellung ist da die etwas “cleanere” Variante, kostet aber natürlich auch ein bisschen was.

Ich habe für mein Set etwa 80 Euro gezahlt, was ich allerdings vollkommen okay finde. Falls ihr auch mit dem Gedanken spielt, lasst euch auf jeden Fall gut beraten. Spezielle Apotheken, Hebammen oder homöopathischen Praxen sind hier eure Anlaufstelle.

Habt ihr vielleicht auch schon Erfahrungen damit gemacht? Falls ja, war ihr mit der Wirkung zufrieden?

Fotos: Privat

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