Momdays
Momlife

Deswegen ist Herzogin Kates After-Birth-Auftritt nicht so schlimm wie alle sagen

Herzogin Kate ist zum dritten Mal Mama geworden. Yay. Wie der Kensington Palace verlauten ließ, brachte die Ehefrau von Prinz William gestern einen gesunden Jungen zur Welt. Morgens kam die Nachricht, dass sie in den Wehen liegt, mittags die Nachricht, dass das Baby auf der Welt ist und nachmittags traten die Eltern zum ersten Mal vor die Presse. Inklusive Neugeborenem. Inklusive rotem Kleid. Inklusive perfektem Make-up. Für manche war das zu viel des Guten.

Vor allem in der britischen Presse wurde scharf darüber geurteilt, dass Kate ein falsches Bild einer frischgebackenen Mutter vermittle. Zahlreiche Mütter posteten auf Instagram und Co. Fotos, die sie kurz nach der Entbindung zeigten. Man sah: großes Glück, aber eben auch Augenringe, Erschöpfung, und verwuschelte Haare. So hat eine Mutter auszusehen, wenn sie gerade ein Kind bekommen hat, lautete hier großteils der Tenor. So ein Auftritt schüre Erwartungen an normale Mütter, die man nicht erfüllen könnte und sollte. Das finde ich, gelinde gesagt, Quatsch mit Soße.

Was sind eigentlich normale Mütter?

Normale Mütter, und da schließe ich mich ein, KÖNNEN und SOLLEN nicht nur keinen solchen Auftritt hinlegen, sie WOLLEN das sicherlich auch gar nicht. So geht es mir zumindest. Ich würde es niemals wollen, dass direkt nach der Geburt ein Team von Friseuren und Make-up-Spezialisten auf mich losgelassen wird und alle Zeichen der Geburt mit Haarspray und Rouge kaschiert. Ich wähne mich ziemlich glücklich, dass ich mir nach der Geburt um nichts anderes Sorgen machen musste als um mein winzig kleines Baby. Nicht darum, was die Leute wohl darüber denken würden, wie ich jetzt aussehe oder dass im Netz über meinen noch immer kugelrunden Bauch gescherzt wird. Von mir wurde nicht im einen Moment erwartet, dass ich fabelhaft aussehe, um mich im nächsten genau dafür zu kritisieren.

Ich bin froh, dass über meine Geburt nicht im Fernsehen diskutiert wurde und darüber, welcher Zeitrahmen denn nun der richtige sei, bis man sein Kind der Öffentlichkeit präsentiert. Denn auch das musste ich am Ende glücklicherweise nicht tun. Mich zwar mit frisiertem Haar und geschminkten Augen aber eben auch mit zittrigen Knien und all meinen Emotionen vor eine Wand von Journalisten und Paparazzi stellen. Herzogin Kate ist eben kein “normaler” Mensch. Sie führt ein völlig anderes, vielleicht etwas antiquiertes Leben. Sie ist die Ehefrau des künftigen Königs von England und ist daher an einige Pflichten gebunden, die uns komplett fern liegen.

Eure Hoheit im Kreißsaal

Körperlich sind wir Mütter natürlich dennoch gleich gebaut. Da interessiert es nicht, ob die Gebärmutter royal ist oder nicht. Das Kind kommt durch die gleiche Öffnung. Die Folgen werden auch die gleichen sein. Selbst eine Kate wird unter ihrem roten Kleid diese gigantischen Binden getragen haben, denn selbst Kate hat an diesem Tag sicherlich geblutet, geschrien und geweint.

Der Punkt ist, dass jede Frau mit einer Geburt anders umgeht. Jede Geburt ist eben auch anders. Da gibt es kein richtig und kein falsch. Man ist keine schlechtere Mutter, weil man nach der Geburt wochenlang nur Jogginghosen trägt und in der Zeit fast vergisst, wie man Mascara aufträgt. Aber man ist eben auch keine schlechtere, wenn man sich für einen anderen Weg entscheidet. Was zählt ist, dass man gerade ein Baby zur Welt gebracht und damit einen gigantisch tollen Job gemacht hat.

Photo: Unsplash

Mehr Mehr Mehr...

2 Kommentare

  • Antworten
    Nina
    24. April 2018 at 15:51

    WORD!

  • Antworten
    Ripcurlie
    24. April 2018 at 16:16

    Es war die ersten beiden Male schon so🙊 copy paste sozusagen.
    Wie sie es wohl gemacht hätte, die (sozialen) Medien finden ja immer was. Wäre sie herumtergekämpft fotografiert worden oder hätte man kein Bild innerhalb nützlicher Frist bekommen, es wäre medial geworden.
    Sie darf sich jetzt hoffentlich privat im royalen Gammellook betüdeln lassen. Amen.

  • Mein Kommentar