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3 unpopuläre Tricks der Beikosteinführung

Mit vier Monaten oder mit sechs? In Breiform oder als Fingerfood? Selbstgekocht oder selbstgekauft? Weiter stillen oder Fläschchen? Beim Thema Beikosteinführung scheiden sich die (zumeist) Mütter-Geister. Dabei wollen doch alle wie bei allen kontroversen Eltern-Themen eigentlich nur eins: das Allerbeste für ihr Kind. Beikost sollte entspannt sein, die Neugier auf Essen wecken und satt machen. So die Theorie. In der Praxis schreit das Kind manchmal vor Hunger, der Brei ist aber noch zu heiß, wenn er dann abgekühlt ist, schmeckt er nicht und wird einem um die Ohren gespuckt oder das Kind ist mittlerweile einfach zu müde zum Essen. Macht ja nix, morgen wird wieder ein besserer Brei-Tag.

Doch wenn es mit dieser Einstellung einfach mal nicht klappen will oder Ungeduld und Müdigkeit trotz aller Mühen siegen, haben wir da ein paar Tricks. Normalerweise schweigen wir darüber, denn sie sind nicht sehr populär. Sich von folgenden drei Beikost-Dogmen von Zeit zu Zeit freizumachen, lässt euch nicht automatisch zu Rabeneltern werden. Es kann aber unter Umständen für Entspannung bei allen Beteiligten sorgen.

1. Ein Teufel namens Breisauger

„Brei gehört immer auf den Löffel, niemals in eine Flasche!“ So lautet in Deutschland die so ziemlich einhellige Meinung. Meine in den Niederlanden lebende Freundin erklärte mir jedoch, dass dort fast alle Kinder abends über den Breisauger Reisflocken bekämen und auch in einem Babykurs berichtete eine Mutter von ihrem Erfolg mit dem großlöchigen Fläschchenaufsatz. Meine Recherche bei Hebammen und Kinderärzten ergab: Solange es den Brei nicht nur über den Breisauger gibt und das Kind ihn nicht zum Dauernuckeln bekommt, kann man übergangsweise durchaus damit arbeiten. Gesagt, getan. Ist das Kind zu müde für den Abendbrei gibt es hier nun eine Flasche mit Reisflocken. Den Breisauger kann man hier bestellen. Das Ergebnis: ein lange sattes und gut schlafendes Kind. Halleluja!

2. Oh Gott, du kochst nicht selbst?

Kartoffeln kochen und pellen, Brokkoli gut waschen und dünsten, den Mixer aus dem Schrank holen, alles pürieren, einen TL Rapsöl hinzufügen, das Baby damit füttern. Versus: Glas auf, Kind füttern. Beides geht, beides ist toll und – Achtung! – beides kann sogar koexistieren. Manchmal hilft es dem Baby mehr, wenn sich die Mama statt hektisch noch zu kochen (und vorher einzukaufen) mit ihm beschäftigt oder sogar mal etwas für sich selbst tut.

3. Familientisch, bester Tisch

Wie schön, alle sitzen am Tisch, das Kind schlabbert immer mal wieder einen Löffel Brei und Mama und Papa essen genüsslich ihre Mahlzeit. Zusammen als Familie essen, ist was Herrliches. So die Theorie. Auch hier sieht die Praxis bei uns oft anders aus. Das Kind will essen, jetzt, ohne Pause und dann ist es satt und will gefälligst sofort spielen oder schlafen oder kuscheln. Also isst Mama oder Papa später. Alleine. Kalt. Was bei uns oft besser klappt: Zunächst bekommt das Baby sein Essen. Es wird geduldig und mit voller Aufmerksamkeit gefüttert. Danach wird sich um das jeweils anschließende Bedürfnis gekümmert. Und wenn das alles geschehen ist, essen Mama und Papa. In Ruhe. Zusammen. Warm.

Und jetzt: Essen entspannt entdecken

Das alles heißt nicht, dass man es sich immer „einfach“ machen soll und auch keinesfalls, dass man die Säuglinge mit Brei vollstopfen sollte, damit sie besser schlafen. Aber in unserer Erziehungskultur, bei der es zu Recht vor allem anderen um die Bedürfnisse der Kinder geht, vergessen wir manchmal uns selbst. Den Drang in Bezug auf das Kind auch ja alles richtig machen zu wollen, haben wir alle. Der richtige Weg ist aber nicht immer so eingliedrig wie es manch ein Ratgeber vermuten lässt.

Manchmal hilft es eben auch mal unpopuläre Pfade einzuschlagen oder auch einfach zu hören, dass es bei anderen auch nicht immer wie in der Beikost-Fibel läuft. Das Wichtigste bleibt aber am Ende immer: Entspannt bleiben, niemals Druck ausüben und so das Baby in Ruhe den Genuss an Essen entdecken zu lassen.

Wie lief bei euch die Beikosteinführung? Und habt ihr je zu einen von den drei Tricks gegriffen?

 

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung der Shop Apotheke. Das Thema und das hier verlinkte Produkt wurden uneingeschränkt von uns ausgewählt.

 

Foto: Unsplash

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3 Kommentare

  • Antworten
    Lisa
    28. August 2018 at 10:28

    Das macht Mut und nimmt ein wenig Druck immer alles richtig zu machen. Häufig orientieren wir uns allerdings nur daran was “Common Sense” ist und nicht was jetzt in diesem Moment unserer Familie gut tut und für uns am Besten ist.

  • Antworten
    Melanie
    28. August 2018 at 12:53

    Oh man, endlich spricht es mal jemand aus. Der Breisauger ist gefühlt das letzte Tabu Thema der Mutterschaft. Dabei ist er so praktisch. Meine Hebamme war Holländerin und hat mir auch von diesem „Trick“ erzählt, der in ihrer Heimat totaler Usus sei. Dann war es allerdings echt schwer einen zu finden! DM und Rossmann haben die bei uns in HH nicht in den Regalen. Lässt auch tief blicken. Und so richtig kann einem auch keiner sagen, warum die jetzt so schlimm sein sollen. Klar, Verdauung beginnt im Mund, aber Brei schlucken die kleinen Würmer doch auch oft einfach nur ohne den groß im Mund zu bewegen. Und kaum sind die Kinder 1 steckt jede Breisauger-Verteuflerin ihrem Kind ein Quetschi in den Mund. Das ist doch nix anderes!

  • Antworten
    Marie
    28. August 2018 at 14:01

    Amen. Ich fand das ganze Gewese um die Beikosteinführung auch so anstrengend. Erst als ich mir selbst den Druck genommen hab, selbst kochen zu müssen, unbedingt mit Mittagsbrei zu starten, um ja Stück für Stück eine Stillmahlzeit wegfallen zu lassen, die ganzen Grammangaben Angaben sein zu lassen, und einfach auf mein Kind und die Intuition geachtet hab, liefs. Mit 10 Monaten wollte das nämlich von Brei auf einmal auch gar nichts mehr wissen und isst seit dem munter von unseren Mahlzeiten mit. Und wenn es mal krank ist, geht’s für ein paar Tage wieder über zum Vollstillen. So what 😎

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