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Mein Mann in Elternzeit: Wenn aus Momlife plötzlich Dadlife wird

“Wow, du arbeitest schon wieder?”, “Arbeitest du jetzt halbtags?”, “Stillst du denn nicht mehr?” Als ich bei Instagram postete, dass ich nun wieder ins Büro gehe und die Elternzeit vorübergehend für beendet erklärte, war die Resonanz groß. Mich erreichten in der Tat so viele Nachrichten, wie selten zuvor. Die am häufigsten gestellten Fragen beantworte ich nun hier gesammelt.

Wie kommt es, dass du schon wieder arbeiten gehst?

Ich wollte einfach. Bei meinem ersten Kind bin ich zwölf Monate zu Hause geblieben. Mir fiel am Ende die Decke auf den Kopf und so sehr ich es liebte, Zeit mit meinem Sohn zu verbringen, sehnte ich mich nach anderem In- und Output als “Dadada”.

Arbeitest du jetzt halbtags?

Nein, im Moment arbeite ich in Vollzeit.

Stillst du nicht mehr?

Nein, ich habe meinen zweiten Sohn genau wie den ersten sieben Monate gestillt.

Ist dein Mann nun komplett in Elternzeit? Wie kommt er damit klar?

Ja, das tut er. Ich finde er macht diesen anspruchsvollen Job mindestens so gut wie ich und ist genau so oft wie ich beglückt, müde, überfordert und amüsiert. Darum, wie er sich dabei fühlt, wird es noch einmal ausgiebig an anderer Stelle auf diesem Blog gehen.

Teilt ihr euch die gesamte Elternzeit 50/50 auf?

Nein, wir gehen einen ziemlich individuellen Weg und ich finde es einfach prima, dass das in unserem System möglich ist. Ich habe sechs Monate Elternzeit alleine gemacht, mein Mann macht zwei und ab November teilen wir uns dann tageweise auf. Stichwort: Elterngeld Plus. Für uns, die wir beide Freiberufler sind, ist dieser Lösung perfekt, weil niemand auf einen Bereich (Babybubble, Arbeitsleben)  komplett verzichten muss.

Wie wird euer Modell von Freunden/ Familie wahrgenommen?

Sehr gut. Viele finden es toll, dass wir versuchen unsere Elternrolle gleichberechtigt wahrzunehmen. Bei zahlreichen Mama-Kolleginnen fällt mir auf, dass einige direkt ungefragt in einen Verteidigungsmodus schalten, wenn ich davon berichte. “Ich würde das auch gerne machen, aber das geht nicht weil…” Oft folgt dann, dass der Mann eben mehr verdient oder es in seiner beruflichen Position einfach nicht möglich ist.

Vermisst du dein Baby nicht?

Na klar, auf jeden Fall. Vor allem in den ersten Tagen war meine Stimmung sehr ambivalent. Ich war überglücklich wieder zu arbeiten, habe mich aber gleichzeitig permanent gefragt, ob das Kind wohl schon gegessen hat, ob er schläft, seine Laune gut ist. Das hat nachgelassen, da ich einfach weiß, dass mein Mann die Situation perfekt im Griff hat und ich mich an den neuen Alltag gewöhnt habe. Was bleibt, ist die unbändige Vorfreude, wenn ich auf dem Fahrrad nach Hause zu meinen drei Männern radele. Besser geht’s nicht.

Noch irgendwelche Fragen? Gerne her damit!

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4 Kommentare

  • Antworten
    Nora
    16. Oktober 2018 at 9:52

    Super gut! Solche Artikel sind Balsam für meine vorwurfsgeplagte Seele…
    Jeder muss es einfach machen, wie es ihn glücklich macht und 1000% wird keine der vielen Lösungen ein Nachteil fürs Kind sein, davon bin ich überzeugt! Ich war nach Nelas Geburt (10/2016) 12 Wochen zu Hause und bin dann wieder 3 volle Tage (30 Stunden insgesamt) in den Job eingestiegen und mein Mann hat das Kind übernommen. Mit 6 Monaten ist Nela dann in die Kita gegangen (anfangs 5h) und mein Mann hat dann auch wieder gearbeitet. Wir sind aber auch in der glücklichen Situation, dass mein Mann dank Homeoffice mir an meinen Arbeitstagen komplett den Rücken freihalten kann. So ist bei uns ganz klar geregelt, wer wann bei einem eventuell kranken Kind bleiben muss. Das Kind allerdings ist kaum krank und so gab es noch nie größere Katastrophen 😉
    Inkl. meiner Hebamme musste ich mir im Vorwege viele Anhören, nicht zuletzt „na ob das so klappen wird mit dem Plan…“ Aber wir haben nicht eine Sekunde bereut, es so gemacht zu haben!
    Nun ist Kind Nummer zwei unterwegs und die Kritiker sind lustigerweise etwas verstummt und es kommt maximal ein „bei Kind 2 dann genauso ne?“
    Ja genau, weil der Plan für uns perfekt ist. Und dass wir so ein selbständiges, offenes, liebevolles und aufmerksames Mädchen haben, daran hat, so bilde ich es mir zumindest ein, auch der frühe Kontakt zu gleichaltrigen und auch älteren Kindern in der Kita einen nicht unerheblichen Anteil…
    Also: überlegt, was euch glücklich macht und dann wird es dafür einen Weg geben und auch für euer Kind wird dieser Weg gut sein!

    • Antworten
      Laura
      19. Oktober 2018 at 10:15

      Liebe Nora, danke für dein Feedback und super, dass du dich nicht hast entmutigen lassen. Schade, dass dich selbst die Hebamme nicht unterstützt hat. Klingt aber eh als hättet ihr das super im Griff – warum auch nicht. Alles Liebe!

  • Antworten
    Sandra O.
    19. Oktober 2018 at 10:12

    Klingt super, ich bin gerade schwanger und eigentlich hatten wir das „klassische“ Modell geplant. Kannst du noch was zum Elterngeld Plus sagen? Ich steige da irgendwie nicht so ganz durch und so geht es glaube ich vielen…

    • Antworten
      Laura
      19. Oktober 2018 at 10:16

      Liebe Sandra, klar, was sind denn deine Fragen konkret?

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