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Kindergeburtstag: Grüffelo-Party für Faule

“Eine Grüffelo-Party!”, lautete der klare Befehl des nun fast dreijährigen Sohns auf die Frage, was er sich denn zum anstehenden Geburtstag wünsche. Der Grüffelo ist ein Kinderbuch von Axel Scheffler und Julia Donaldson, das bei uns fast so begehrt ist wie Schokoladeneis oder ohne Zähneputzen ins Bett. Gut, dass die Geschichte rund um das gruselige Waldwesen nicht so schlecht für die Zähne ist. So haben wir das Buch drölftausendmal gelesen, den Film gesehen und das Hörspiel gehört.

“Kannste haben”, erwiderte ich also mutig und recherchierte unterm Tisch bereits heimlich bei Pinterest. Und – mon dieu! – mein Sohn war nicht der erste mit diesem Einfall. Die virtuellen Pinnwände sind voll von grüffeligen Kindergeburtstagen aller Art. Ich schluckte schwer. Ich bin keine Meisterbäckerin und von mir mit der Bastelschere ausgeschnittene Kreise sehen gerne mal aus wie eine zerschmolzene Kerze. Trotzdem war mein Ehrgeiz gepackt und ich verkündete übermütig: “Es wird eine Grüffeltorte geben!”

Die Tage zogen ins Land und es verging kein Nachmittag, an dem ich nicht an mein tollkühnes Versprechen erinnert wurde: “Mama, Mama, ich feier eine Grüffeloparty.” Also setzten sich mein Mann, eine Flasche Wein und ich eines Abends hin und schmiedeten einen Plan. Wir wollten so wenig Aufwand wie nötig für so viel Grüffelo-Effekt wie möglich. Es entstanden folgende Stationen:

1. Die Grüffelo-Einladung

Es gibt eine ganz tolle Grüffelo-Seite, auf der man Spiele und Bastelvorlagen herunterladen kann. Hier fanden wir die Grüffelomaske, druckten sie aus und schrieben hinten die Einladung drauf. Die Kinder konnten sie zu Hause anmalen und zur Party mitbringen.

2. Die Grüffelo-Torte

Hier habe ich es mir sehr einfach gemacht. Ich buk zwei runde Schokokuchen und bediente mich dafür einer Standard-Backmischung. Sie wurden mit Nuss-Nougat-Creme aus dem Glas übereinander “geklebt”, oben kam ordentlich Schokoguss drüber (noch einen extra gekauft, in der Mischung war auch jeweils eine Packung Guss) und anschließend wurde das Werk dann mit Marzipan verziert.

Das Augen-Marzipan habe ich mit Kurkuma orange gefärbt, das Ohren-Marzipan mit Kakao braun. Die Nase und den Mund habe ich mit Vollmilchschokoladenguss gemalt und zum Schluss erhielt das Grüffelchen noch seine typische grüne Warze aus einem Smartie. Sehr einfach, geht fix und war ein absoluter Party-Knaller.

3. Die Grüffelo-Kekse

Auch hier habe ich wieder total geschummelt. Statt die Kekse wie im Pinterest-Rezept selbst zu backen habe ich diese fertigen Hafer-Kekse genommen, die es beim Möbelschweden in großen Gebinden gibt. Sie wurden mit Schokolade überzogen, erhielten die gleichen Kurkuma-Augen wie die Torte und Hörner und einen Mund aus Mandelstiften.

Die Warze waren grüne Liebesperlen und die lange Zunge ein Stück Lakritzschnecke. Das ging so schnell und easy, dass wir genug für die ganze Kita-Gruppe machen konnten.

4. Die Grüffelo-Spiele

Mit gerade einmal drei Jahren ist es schwierig schon richtige Spiele mit den Kindern zu spielen. Bei uns haben wir Topfschlagen versucht. Dafür konnten die Kinder ihre Einladungen als Maske aufsetzen und sich mit dem Holzlöffel bewaffnet auf die Suche machen. Unterm Topf fand dann jeder eine kleine Maus. Die hatten wir vorher bei Ikea besorgt.

5. Das Grüffelo-Essen

Bei der Essensüberlegung ist das Grüffelo-Thema total dankbar. Denn hier werden etliche Speisen erwähnt, die man dann als kindgerechte Version anbieten kann. Bei uns gab es “Grüffelogrütze” (grüner Wackelpudding mit Gummibärchen), “Kleine Maus auf Butterbrot” (Marshmallow-Mäuse auf Butterbrot), “Fuchsspieß” (Falafel auf einem Holzspieß) und “Schlangenpüree” (Kartoffel-Erbsen-Brei).

Und wie war es so am Ende? Die Party war laut, wild und wunderbar. Der Grüffelo spielte sehr schnell eine untergeordnete Rolle. Sechs kleine Kinder auf einem Haufen wollten in unserem Fall vor allem: Verstecken, Fangen auf Betten, Sofas, Matratzen rumhüpfen. Mit Marmorkuchen und Pizza wäre die Party bestimmt genau so gut geworden. Aber mir hat es Spaß gemacht, es kam kein Stress auf und der nun dreijährige Sohn fragt noch immer jeden Morgen: “Kann ich Grüffelokuchen zum Frühstück haben?” Vielleicht nächstes Jahr wieder.

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