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KITA KRAM: Welche Eingewöhnungsdauer ist normal?

Als wir bei Instagram fragten, wie lange bei euch die Kita-Eingewöhnung gedauert hat, bekamen wir irre viele Antworten. Und es war alles dabei. Von einer halben Stunde bis zu einem halben Jahr und länger. Warum ist das so? Und wie lange ist eigentlich normal? Gibt es eine perfekte Eingewöhnungsdauer?

Eingewöhnungsdauer: Andere Länder, andere Schritte

Ein großer Aspekt sind sicherlich die kulturellen Unterschiede. Bei uns in der Hauptstadt gibt es das sogenannte “Berliner Modell”. Es teilt die Eingewöhnung in drei Phasen auf: die Grundphase, die Stabilisierungs- und Trennungsphase und die Schlussphase. Dafür soll man möglichst sechs Wochen einplanen. Dieses aufwendige Modell wird selbst in Berlin nicht von allen Kitas umgesetzt. Die häufigste Antwort auf unsere Frage, lautete daher zwei Wochen. In Amerika, Irland und vielen anderen Ländern gibt es überhaupt keine Eingewöhnung. Da wird das Kind einfach abgegeben und das bringende Elternteil geht, wenn sich das Kind wohlfühlt. Eingewöhnungsdauer: 30 Minuten. 

Kinder sind flexibel, Eltern nicht immer

Als ich bei einer befreundeten Erzieherin nachfragte, was sie für das beste Modell halte, sagte sie, dass das Modell im Grunde egal sei. Kinder seien flexibel und würden sich der Situation schnell anpassen, wenn sie sich wohlfühlen. Auch wenn es für uns Eltern komisch und fast herzlos wirkt: Kinder können damit sehr gut zurecht kommen, wenn sich ihr Alltag von heute auf morgen komplett ändert. Natürlich nicht alle, aber viele. Deswegen sei es falsch, Systeme vorschnell zu verurteilen, bei der die Eingewöhnung im Hauruck-Verfahren abläuft.  

Der wichtigste Baustein für eine erfolgreiche Eingewöhnung sei die Einstellung der Eltern. Wenn diese mit Ängsten und Unsicherheiten kämpfen, die den Wechsel in die Kita betreffen, merke ein Kind das sofort. Das dadurch verunsicherte Kind sucht seinen sicheren Hafen und das sind Mama und Papa. Resultat: die Eingewöhnung läuft schleppend. Natürlich treffe auch dieser Aspekt bei weitem nicht immer zu, aber eben sehr häufig.

Eingewöhnung: Wie lange ist normal?

Dass sich die Frage nach der perfekten Eingewöhnungs-Dauer nicht durch eine einfache Zahl beantworten lässt, ist klar. Wie bei fast jedem Thema ums Elternsein, lautet die Antwort: jedes Kind ist anders und benötigt seine individuell unterschiedliche Begleitung. Tipp der Erzieherin: in sich selbst hören, ob man bereit ist, sein Kind abzugeben und ob man mit den Umständen in der Kita zufrieden ist. Wenn sich die Eltern damit wohlfühlen, wird auch das Kind schnell Vertrauen fassen.

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