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MOMTAPE: Lieblingslieder 2018

Heute serviere ich euch die Playlist aller Playlists, meine meist gespielten Songs des Jahres. Und was für ein Jahr das war: raus aus der Baby-Elternzeit-Watte-Bubble rein in die – jaja der Begriff ist verpönt, I know – Working Mom Welt.

Seit Januar arbeite ich fünf Stunden pro Tag von Montag bis Freitag als Redaktionsleiterin eines kleinen, feinen Online Magazins. Der Schritt zurück ins Arbeitsleben fiel mir damals gar nicht schwer und das gebe ich jederzeit gerne zu, wenn leicht besorgte Mamis, denen diese Phase noch bevorsteht, mich danach fragen. Leni geht schon immer gerne in die Kita und ich für meinen Teil mag meinen Job an 90% aller Arbeitstage super gerne. Ich habe wahrscheinlich den verständnisvollsten Chef der Welt erwischt, wenn es um Homeoffice und Co geht und damit echt ein riesiges Glück. Es ist sowieso genau der richtige Job für mich, hier habe ich Kompetenz und bekomme Bestätigung, was mich wiederum motiviert. Statt wie früher an einem Achtstundentag die Zeit auch mal sinnlos zu verdallern, arbeite ich jetzt viel effizienter.

 

Wenn ich mich im Office verabschiede, geht der zweite Teil des Tages los. Auf dem recht langen Weg von der Arbeit zur Kita höre ich laut Musik und freue mich auf’s Lenikind. Dieses Gefühl, wenn sie mich in der Tür sieht, alles stehen und liegen lässt und mit einem Strahlen und einem „Maaaamiiii!“ in meine Arme läuft, bedeutet an jedem Tag eine neue Herzexplosion. Meistens überlegen wir dann spontan, worauf wir Lust haben. Oft gehen wir zusammen einkaufen. Mittlerweile funktioniert das auch super, denn Leni schiebt leidenschaftlich gern den kleinen Einkaufswagen durch die Gegend. Am allerliebsten sind uns natürlich aber die Playdates mit den Lieblingsmädchen.

Ebenfalls nicht zu vergessen: Die nie erlischende Hilfsbereitschaft meiner Mama. Denn seit einem Jahr fährt sie jede Woche mindestens einmal nach der Arbeit eine Stunde nach Berlin, um Leni von der Kita abzuholen, damit ich Zeit für mich habe und Dinge erledigen kann. Seit Oktober steht abends zusätzlich  Streetdance auf dem Plan – ein Ausgleich, von dem mir vorher gar nicht bewusst war, wie viel er mir bringt.

 

Liebe Mami, falls du das lesen solltest, du bist der Hammer! Wie machst du das nur? Ich liebe dich abgöttisch und freue mich so sehr, über das Band, das dich, Leni und mich verbindet. 

Was ich in diesem Jahr noch gelernt habe: Nimm die Hilfe an! Nach langem Hadern habe ich mich doch zu einer Putzhilfe entschieden, die aktuell einmal in der Woche vorbeikommt. „Alle normalen Menschen, bekommen das allein geregelt, ich kann das auch“, blockierte ich mich viel zu lange selbst, während sich die Wäsche türmte, der Staub hübsche Landschaften auf den Kommoden bildete und die Ablage im Flur langsam zu einer Kunstinstallation zu mutieren begann. Denn meine Priorität war und ist schon immer Leni. Mich mit ihr zu beschäftigen, ihr Dinge beizubringen und für sie da zu sein. Zusammen in der Kuschelecke ein Buch zu lesen immer > Wäsche abnehmen. Naja, jetzt sieht es dank „Vamuuuuhsa“, wie Leni so schön sagt, immer sauber aus und wir genießen gleichzeitig unsere gemeinsamen Nachmittage.

Leni hat sich in diesen 12 Monaten so rasend entwickelt und verändert. Vor allem in ihrer sprachlichen Entwicklung überschlägt sie sich fast. So richtig mit ihr kommunizieren zu können – Leni kann so ziemlich alles ausdrücken, was sie möchte – und richtige Gespräche zu führen, ist einfach unfassbar toll und schweißt noch mehr zusammen. Während sie vor einem Jahr niemals länger als 20 Sekunden morgens mit mir gekuschelt hätte, ist Schmusen zu dritt am Morgen bei uns im großen Bett momentan das Allergrößte – für uns alle!

 

So toll dieses Jahr in Lenis und meiner persönlichen Entwicklung auch war, für Gero und mich war es lange Zeit sehr holprig. Wir beide arbeiten, Gero noch mal 200% mehr als ich und die Zeit zusammen ist grundsätzlich immer zu wenig. Die Balance zwischen uns dreien, Familie, Freunden und der Arbeit wirkte immer nicht existent. Irgendwas oder irgendwer kam grundsätzlich zu kurz. Schlafmangel hat vor allem mich zusätzlich grantig werden lassen. Ja, das ist sehr persönlich, aber es ist wahr und ich glaube, in den meisten Familien auch in unterschiedlichen Graden vorhanden. Man muss sich erst zusammen finden als Familie und jeder muss  auch seinen eigenen Platz finden, er oder sie selbst bleiben dürfen. Nach vielen kleineren alltäglichen Zickereien, die oft damit zu tun hatten, dass ja „iiiiiiimmer aaaaaaaalles an mir hängen bleibt“ und einigen größeren Streits, haben wir es jetzt endlich an einen ziemlichen guten Punkt geschafft, indem wir uns auf alles Positive konzentrieren, egal, wie klein es scheinen mag und dem anderen sagen, wenn wir uns über etwas freuen. Wir versuchen, den anderen und seine Bedürfnisse mehr zu sehen, besser zuzuhören und erst einmal zu verstehen und sacken zu lassen, bevor wir unseren eigenen Standpunkt rausplatzen. All das geht nur, wenn man redet, ehrlich und kontinuierlich, miteinander. Okay, das klingt, als wäre ich Therapeutin, aber so funktioniert das für uns.

Dieses Jahr geht ziemlich zufrieden zu Ende – und aufregend! Ja, 2019 wird wieder alles ein bisschen anders, aber dazu bald mehr. Und nein, ich bin nicht schwanger.

 

Nach diesem Resümee präsentiere ich euch jetzt meinen ganz persönlichen Soundtrack des Jahres. (Achtung: Es sind nicht alles aktuelle Songs aus 2018, falls ihr auf eine ultimative Chartliste gehofft habt.)  Mal gucken, ob ihr das Geschriebene in den Liedern wiederfindet…

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