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Erfahrungsbericht: The Babysitter Struggle Is Real!

Das eigene Kind abzugeben, fällt einem ja manchmal schon bei Verwandten und anderen Vertrauenspersonen schwer. Das eigene Kind aber einer wildfremden Person zu überlassen, ist für die meisten Eltern undenkbar. Für mich nicht. Das liegt aber auch daran, dass ich aktuell keine andere Wahl habe.

Wieso, weshalb, warum

Laura und ich haben zusammen beschlossen, dieses MOMDAYS-Ding jetzt durchzuziehen und beruflich einfach mal unserem Herzen zu folgen. Man hat ja schließlich nur dieses eine Leben und in fünfzig Jahren verpassten Chancen hinterher zu weinen hört sich für mich nicht sehr erstrebenswert an. Das bedeutet, dass das Leben wie es bisher lief neu strukturiert werden muss, um Zeit für’s Herzensprojekt zu schaffen. Statt fünf Stunden täglich an fünf Tagen in der Woche, arbeite ich jetzt zwei mal sieben Stunden. An den anderen Tagen ist MOMDAYS angesagt und ich kann schon nach den ersten Tagen sagen: I love it!

Es macht so viel Spaß, in etwas Arbeit zu stecken, das man persönlich fühlt und das einem einfach wichtig ist. Trotzdem bin ich super froh, meinen alten Job weiter ausüben zu können, denn den mache ich ja auch super gern. Lange Rede, kurzer Sinn: sieben Stunden sind nicht fünf Stunden und der Fahrtweg von der Kita zur Arbeit dauert morgens, wenn es schlecht läuft, immer noch über eine Stunde. Diese Zeiten kollidieren leider komplett mit den Öffnungszeiten unserer Kita und da schließt sich der Kreis: eine Babysitterin muss her!

Jeden Montag soll sie Leni gegen drei Uhr von der Kita abholen, nach Hause bringen und bespielen, bis ich gegen 17.30 Uhr eintrudele, um wieder zu übernehmen.

Die Suche

Ich muss gestehen, ich habe vorher schon mal etwas unmotiviert nach Babysittern geschaut und mich über Bezahlportale geärgert, die einen erst Nachrichten verschicken lassen, um einen DANACH darauf hinzuweisen, dass weitere Kommunikation nur gegen Bezahlung ermöglicht wird. Also habe ich eine Umfrage auf Instagram gestartet. Viele Eltern greifen demnach auf die Kitaerzieher zurück. Bei uns hat sich das bisher nicht ergeben und so wie ich die Erzieher einschätze, wird das auch in nächster Zukunft keine Option sein.

Betreut.de wurde natürlich auch genannt. Argument: einmal bezahlen und dann aber auch seriöse Ergebnisse erhalten und (hoffentlich) schnell fündig werden. Und dann, zack, ganz schnell wieder abmelden. Ich gebe ja bekanntermaßen gerne Geld aus, aber nicht für so etwas. (Für Handyreparaturen übrigens auch nicht. Mein Display ist seit Monaten gesprungen und man kann ins Innenleben meines Telefons gucken.)

Ganz weit vorne mit dabei: Ebay Kleinanzeigen. Ja, richtig gelesen. Ich war ziemlich skeptisch, bis eine meiner engsten Freundinnen, die selber eine spitzenmäßige Babysitterin ist, mir erzählte, dass auch sie dort an ihre Jobs gelangt war. Auch wenn die Experience insgesamt sehr ernüchternd war und immer noch ist, kann ich dennoch empfehlen, selbst eine Anzeige zu schalten, statt sich durch dutzende, teilweise fragwürdige Angebote zu suchen. Dabei sollte man ein wenig Persönlichkeit zeigen, damit potenzielle Bewerber wissen, mit wem sie es zu tun haben. Ich habe außerdem mit aufgenommen, welche Kernzeiten mir wichtig sind und welche Eigenschaften. Nach kurzem Überlegen habe ich mich auch dazu entschlossen, ein Familienbild  zu zeigen, auf dem Lenis Gesicht allerdings nicht zu erkennen ist. Ich möchte ja selbst gern wissen, wer hinter so einer Anzeige steckt.

Die Bewerberinnen

Ich habe die Nachricht meiner Freundin noch vor Augen: „Pass auf, abends hast du mindestens zehn Anfragen!“ Naja, nicht ganz, aber im Laufe der nächsten Tage, trudelten doch so einige ein. Manche habe ich sofort aussortiert, wenn ich sie zu wenig aussagekräftig fand oder sie zu viele Grammatik- und Rechtschreibfehler enthielten. Wenn die Informationen gefehlt haben, habe ich mich immer erkundigt, was die Person beruflich macht und ob sie sich vorstellen kann/die Möglichkeit hat die Betreuung von Leni auf Dauer regelmäßig zu übernehmen. Ich möchte nämlich nicht, dass Leni sich ständig an neue Personen gewöhnen muss, sondern dass auch die Babysitterin ein kleiner Teil der Familie wird.

Da ich die Anzeige Mitte Dezember geschaltet habe, war es gar nicht so einfach Treffen mit den Bewerberinnen zu arrangieren. Und da fing ich schon an, leicht genervt zu sein. Das ist vielleicht eine Organisiererei, sage ich euch! Deshalb: plant ein paar Wochen Vorlauf bei eurer Suche ein, wenn ihr die Möglichkeit habt.

Drei junge Frauen sind dann tatsächlich zum Kennenlernen vorbei gekommen, zu uns nach Hause. Die Betonung liegt auf jung (Anfang bis Ende 20), weil das eines meiner Kriterien war. Leni hat sich mit allen gut verstanden. Entschieden hat letztendlich mein Gefühl. Wer hat sich natürlich gegeben und nicht versucht, MICH zu beeindrucken. Mit wem hat die Zeit sich entspannt und ungezwungen angefühlt. Eine Bewerberin hat direkt verloren, als sie mir erklärt hat, dass sie eigentlich anders heißt als sie bei Ebay Kleinanzeigen angegeben hat. Das kann man doch vorher kommunizieren…

Eine andere Bewerberin musste mir zwei Mal das Kennenlernen absagen, weil sie jedes Mal für eine Kollegin auf der Arbeit einspringen musste. Klar, dass ich dann daran zweifle, dass das in Zukunft nicht noch öfter passiert, wenn ich darauf angewiesen bin, dass alles reibungslos läuft. Apropos…

Startschwierigkeiten

Am vergangenen Montag sollte es losgehen. Ich wollte Leni einmal gemeinsam um drei mit der Babysitterin von der Kita abholen. Ich bin extra rechtzeitig auf der Arbeit losgefahren, um auch noch das Auto vorher zuhause zu parken, damit ich mit den beiden Tram fahren kann. Kurze Nachfrage, ob sie auch eine Viertelstunde vorher kommen könnte. „Ja, kein Problem.“ Dann der Obergau: Schon im Auto und auf dem Weg nach Hause blinkte eine WhatsApp-Nachricht auf, deren Anfang nichts Gutes verheißen konnte. Es war nicht nur nichts Gutes, es war der Ober-Abfuck des Tages!

Ich hätte eigentlich noch zwei Stunden arbeiten müssen. Ohne Babysitter, mit Leni um mich herumspringend, ein durchaus herausforderndes Unterfangen. Zum Glück habe ich eine zweite Lady in petto für einen neuen Anlauf!

Wie die Geschichte weiter geht, erzähle ich euch sicher demnächst in einem Update! Bis dahin teilt doch gerne EURE Babysitter-Erfahrungen und Tipps mit uns in den Kommentaren.

Bild: Unsplash/ Hanna Postova

 

 

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1 Kommentar

  • Antworten
    Marie
    15. Januar 2019 at 10:22

    Also wir haben unsere Babysitterin (gelernte Erzieherin) auch über eBay Kleinanzeigen gefunden. Sie ist super, aber dadurch, dass sie auch ein eigenes Kind hat (das auch mal krank ist) und ab und zu für ihre Kollegen einspringen muss, klappt es leider nicht immer. Gerade letzte Woche wollten mein Mann und ich gemeinsam zu einem Geburtstag und sie hat spontan abgesagt,. Ärgerlich, aber als Mutter auch irgendwie nachvollziehbar: wenn das eigene Kind krank ist, möchte man es nicht allein lassen. In solchen Momenten wünsche ich mir, dass die Großeltern in der gleichen Stadt wohnen.

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