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3 Gründe, warum ich froh bin, heutzutage Mutter zu sein

„Oh je, in was für einer Zeit unsere Kinder aufwachsen! Und was da in der Zukunft noch Ungewisses auf sie zukommt…“, solche Sätze denkt man als Mama im Jahr 2019 schon ab und zu. Trump als US-Präsident, Meeresbewohner, die durch unsere Umweltverschmutzung qualvoll sterben müssen, Mobbing on- und offline. Als Mama macht man sich ja sowieso ständig Sorgen. Trotzdem sind mir neulich mehrere Gründe eingefallen, die das Mama- und Kindsein heutzutage und in naher Zukunft viel besser machen als in zurückliegenden Dekaden.

Liebe

Schaut man einige Generationen zurück, war es alles andere als normal, besonders liebevoll und zärtlich den Kindern gegenüber zu sein. Kuscheln, auf dem Schoß sitzen oder sich sagen, wie lieb man sich hat, gehörte nicht zur typischen Eltern-Kind Beziehung. Selbst mein lieber Opa hat erst im Alter gelernt, Gefühle seinen Kindern und Enkeln gegenüber auszusprechen. Ich erinnere mich sehr lebhaft daran, als er meiner Mama vor einigen Jahren bei einer Umarmung gesagt hat, dass er sie lieb hat und sie ihn ganz verdutzt angeguckt und erwidert hat: „Das hast du ja noch nie gesagt!“.

Für mich ist das ganz unvorstellbar. Ich habe jeden Tag das Gefühl, ich schäume über vor Liebe für mein Kind. Ihr das nicht auch zu sagen? Könnte ich gar nicht! Wahrscheinlich sage ich es ihr sogar mehrmals am Tag. Aber nicht nur so dahin, sondern mit festem Blick in ihre Augen. Ich will, dass sie weiß, dass ich IMMER da bin und sie IMMER von ihren Eltern geliebt wird. Als meine Mama sie neulich für einen kleinen Übernachtungsurlaub mitgenommen hat, habe ich Leni bei der Verabschiedung gefragt, ob sie weiß, dass ich sie liebe. Ihr „ja“ hat mein Herz ganz warm werden lassen.

Ich weiß selbst, was für ein unglaubliches Gefühl der Sicherheit es einem geben kann, zu wissen, dass man bedingungslos geliebt wird. Was meine Mama mir schon seit 29 Jahren gibt, möchte ich auch Leni geben und sie so zu einem selbstsicheren, liebevollen Menschen machen. So eine Beziehung hält dann nämlich auch mal aus, wenn man sich kurz anpampt oder seine Gefühle mal nicht perfekt unter Kontrolle hat.

Körper

Kleine Kinder lernen so schnell so unfassbar viel – Worte, Zusammenhänge, Abläufe, Bewegungen. Irgendwann kommen sie auch in die Phase, wo sie ihren Körper entdecken wollen. Nacktheit und Offenheit bezüglich Sexualität innerhalb der Familie waren vor 50 Jahren auch alles andere als normal. Da ist es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass viele Menschen Probleme mit ihrer Sexualität bekommen haben. Wenn man in einem Klima aufwächst, in dem solche Themen tabuisiert werden, wo man keine Fragen stellen darf und Ängste komplett ohne Wissen allein bewältigen muss, kann das sicher auch oft schief gehen.

Deswegen versuchen wir als Familie eine offene Atmosphäre zu schaffen. Wir erklären und lassen unser Kind entdecken. Wir sind keine Nudisten, die den ganzen Tag nur nackt zuhause herumhüpfen, aber Nacktheit gehört zum Alltag dazu. Ich gehe zumindest nicht mit Badeanzug in die Wanne oder schnipse nur mit dem Finger und schon bin ich fertig für den Tag angezogen. Wie sonst soll unsere Tochter lernen, wie ein Körper aussieht und ein Empfinden für ihren eigenen Körper entwickeln? Das bringt auch mit sich, dass sie die Kunst im Park ganz besonders interessiert begutachtet und ganz richtig „Guck mal, ein Penis“ feststellt. Ich möchte, dass sie uns alles fragen kann und sie weiß, dass es nichts gibt, was ihr unangenehm sein müsste.

Möglichkeiten

Wenn meine Tochter erwachsen ist, wird sich sicher noch mehr in Sachen Gleichberechtigung getan haben. Dann ist hoffentlich völlig egal, ob sie ein Mann oder eine Frau ist, wenn sie sich für einen Job bewirbt oder irgendwann selbst mal eine arbeitende Mutter sein wird. Ich bin froh, dass sie mit der Perspektive grenzenloser Möglichkeiten aufwächst. Es gibt nichts, das sie nicht werden könnte. Klar, können Frauen schon lange ihre eigenen Wege gehen, aber viel zu lange mussten sie dafür hart kämpfen.

Ich hoffe, dass mein Kind Zustände hinterfragt und ihre Optionen sich einzusetzen nutzt. Die Rahmenbedingungen dafür sind vorhanden, wir als Eltern müssen einfach gut genug aufklären, Diskussionen anregen und Mut machen. Mut sie selbst zu sein, Mut eine eigene Meinung zu haben UND sie auch zu vertreten.

Ich muss sagen, dass ich nach diesem Artikel ziemlich positiv in die Zukunft meiner Tochter blicke. Ich freue mich für sie auf all die Erfahrungen, die sie sammeln können wird, auf die Person, die sie ohne Einschränkung sein darf und auf alles, was sie bewegen wird – ob klein oder groß.

Wie schaut ihr in die Zukunft eurer Kinder? Welche Ängste habt ihr und worauf freut ihr euch?

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2 Kommentare

  • Antworten
    Bianca
    15. April 2019 at 14:46

    Eine schöne Anregung, dein Artikel, sich Gedanken über ein Thema zu machen, das man sich so nicht so bewusst macht. 🙂
    Ich als werdende Mama bin auch froh, dass mein Kind in solch ‚guten‘ Zeiten aufwachsen wird. Wobei ich auch den Zeitraum meines Kindseins und Erwachsenwerdens (1989 geboren) als sehr gut empfinde, da wir in einer friedlichen Zeit aufgewachsen sind – das sollte man ja auch zu schätzen wissen. Und meine Eltern haben mir nie das Gefühl gegeben, ich hätte nicht alle Türen der Welt offen stehen. Trotzdem bin ich froh mein eigenes Kind in einer Zeit der Umbrüche, wie sie es aktuell ist, zur Welt zu bringen, auch wenn ich selbst nie Einschränkungen wahrgenommen oder von meiner Familie aufgezeigt bekommen hab. Und genau das möchte ich meinem Kind auch vermitteln, auch wenn es gesellschaftlich vielleicht nicht überall so ist, dass aber zumindest die eigene Familie keine Schranken kennt. 🙂

  • Antworten
    Catrin
    15. April 2019 at 20:32

    Liebe Sophie, es ist wieder ein sehr schöner Artikel geworden.
    Ich kann dir in den Punkten voll und ganz zustimmen. Ich glaube, keine Zeit ist oder war perfekt für Kinder. Heutzutage ist es zum Glück möglich freier zu leben und seinen Kinder die Liebe zu geben, wie sie es brauchen. Leider gibt es immer noch Menschen, die das eigentlich selbstverständliche sehr kritisieren.
    Die einzige Zukunftsangst, liegt in einem möglichen Krieg. Da leider Menschen an die Macht kommen, oder es Menschen gibt, die sehr diffuse Ansichten haben. Sowas möchte man seinen Kind/Kindern ersparen. Durch Erzählungen von meinen Großeltern, ist das, was ich für meine Tochter nicht möchte bzw, generell für die Zukunft der Menschheit.
    Liebe Grüße

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