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Ciao, Proud Insta Mama Bubble!

Wow, was habe ich da gemacht? Das würde ich jetzt nicht mehr so machen. Bisschen peinlich auch, so im Nachhinein. Was ich heute über meine Anfangszeit als sogenannte Mama-Bloggerin denke, lest ihr unten.

Flashback: Wir befinden uns im Jahr 2017

Ich bin 27 Jahre alt und habe vor wenigen Monaten mein erstes Kind bekommen. Alles ist ganz neu, aufregend, zauberschön, ein bisschen beängstigend. Alles halte ich fest, um mich auch ja für immer daran erinnern zu können. Das Fotoarchiv füllt sich mit Fotos so wie mein Herz sich mit Stolz.

Nachdem die Elternzeit meines Mannes nach einem Monat vorbei war, bin ich plötzlich allein zuhause, allein mit Kind. Meine Zeit auf Instagram erhöht sich. Ich brauche soziale Kontakte und seien es nur digitale. Menschen, die verstehen, in was für einer Phase ich gerade stecke und die vielleicht gerade genau das selbe fühlen wie ich. Andere Mamas. Mamas mit Zeit.

In der realen Welt schiebe ich als einsamer Wolf meine Runden durch den Park und frage mich, warum die anderen Mütter, denen es doch ähnlich gehen muss, den Blick senken, statt zurück zu lächeln. Der Kurstyp bin ich nicht, also bleibt es bei Instagram. Ich fülle den Tag mit Live Videos, Fotos und Stories. Ich erzähle, wie schlecht wir geschlafen haben und wie kaputt ich mich fühle #teamnosleep Wir tanzen die Müdigkeit in der Küche weg.

Ich gebe so viel von mir und meinem Kind preis, weil ich gar nicht anders kann. Zum einen habe ich das Gefühl, platzen zu müssen, weil dieses Baby einfach so zauberhaft ist, zum anderen fühlt es sich gut an, Teil einer Gemeinschaft zu sein und sogar reale Freundschaften zu knüpfen. Es fühlt sich gut an, wenn andere Mütter mir schreiben, dass ihnen etwas Mut macht, was ich geteilt habe oder dass meine Bilder ihnen einen miesen Tag gerettet haben.

Alles dreht sich um mein Kind.

2020: Was drei Jahre verändern können

Oh Boy (or Girl), als ich vor einigen Monaten meinen Feed durchgescrollt habe – bis ganz nach unten – war ich über mich selbst schockiert. Über die Masse an Bildern, die ich mit der Welt geteilt habe. Bilder von meinem Baby und meinem Kleinkind. Keine peinlichen Bilder, schöne Schnappschüsse, meistens aus Alltagssituationen, aber eben sehr sehr viele.

Ich habe sofort angefangen, Bilder zu archivieren. Erst einmal alle, auf denen mein Kind für mich einfach zu präsent war. Viele Fotos, auf denen wir zusammen sind, durften bleiben, immerhin ist sie ein Teil meines Lebens und wir gehören zusammen. Es sind schöne Erinnerungen über die ich mich immer wieder freue.

Ich versuche jetzt an mich zu halten, viel bewusster zu entscheiden, was ich von ihr teilen möchte, nicht mehr ihr Gesicht zu frontal zu zeigen und den Fokus wieder mehr auf mich zu lenken. Denn für mich gibt es jetzt wieder Raum. Ich habe Zeit, mich mit mir zu beschäftigen und andere Dinge zu teilen, die mich interessieren als nur meinen Alltag mit Baby.

Jetzt ist es ein Alltag mit Kind, der ganz anders aussieht als der vor zwei Jahren. Wir sind ein Team. Es liegt nicht mehr alles in meinen Händen, sondern auch schon vieles in Lenis kleinen Fingern. Sie kann alleine Entscheidungen treffen und ist auch körperlich zu so viel mehr fähig. Ihre wachsende Selbstständigkeit hat mich auch wieder mehr zu mir selbst gebracht. Unser Alltag muss nicht mehr gefüllt werden, es gibt keine Einsamkeit und Langeweile mehr, wie damals, als ich stundenlang Vox geguckt und Sprachnachrichten mit meiner Instafreundin Franzi hin- und hergeschickt habe.

Nicht zu vergessen: aus den vielen Kontakten bei Instagram sind echte Freundschaften entstanden zu Frauen, denen ich jetzt manchmal die zu süßen Fotos meiner Tochter schicke, statt sie mit allen 6600 Followern zu teilen. Bei denen ich mich auskotzen kann und mit denen ich gerne Zeit verbringe. Mit denen ich zwar nicht mehr durch den Park schiebe, aber mit denen ich einen Kaffee trinke – oder auch drei – während unsere Kinder Kaufmannsladen spielen.

Und jetzt?

Ich glaube, als Fazit ist es nicht falsch festzustellen, dass mein Bewusstsein gewachsen ist. Für mein Kind, für mich, meine Einstellung zu bestimmten Themen, Instagram. Eine Zeit lang, habe ich Druck verspürt, Erwartungen anderer gerecht werden zu müssen. Jetzt achte ich viel mehr auf mich, meine Motivation, was mir wichtig ist und worauf ich Lust habe. Es fühlt sich ganz schön gut an, dieses Bewusstsein.

Bild: Unsplash/ Markus Spiske

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