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Wochenbett Real Talk – DAS hätte ich gern vorher gewusst

Die Reaktionen meiner Instagram Community auf das Thema Wochenbett haben mir gezeigt, wie ähnlich frisch gebackene Mütter sich fühlen, aber dass wir gegenseitig kaum etwas davon wissen. Gerade beim ersten Kind ist vieles, was nach der Geburt passiert, eine Überraschung und zwar nicht immer eine schöne, eher selten sogar. All diese Überraschungen erleben wir relativ allein. Vielleicht fragen wir bei dem ein oder anderen Problem mal unsere Hebamme, wenn das Verhältnis stimmt. Oft haben wir aber Angst Themen mit Vertrauten zu besprechen, wenn sie sich zu intim anfühlen oder gar eklig sind.

Schluss damit! Jetzt wird geredet und zwar auch über die intimen Aspekte oder die emotionalen.

Ich möchte hier mit euch all die Dinge teilen, die euch und mich beschäftigt haben, in der Hoffnung, dass Frauen, die diese Phase noch vor sich haben, weniger verunsichert sind. Wichtig ist mir vorab nur noch zu sagen, dass das alles eintreten KANN, aber nicht MUSS.

Vorher sagt dir keiner, dass…

…du direkt vor der Geburt extrem viel Schleim „verlierst“. Habe im KH den Notfallknopf gedrückt. Didn’t know…

…einem während der Geburt schlecht werden kann.

…Presswehen fühlen sich an als müsste man 💩.

…die Hebamme nicht 100% im Kreissaal bei einem ist.

…man Nachwehen hat.

…die Nachwehen schlimmer sein können als die Geburtswehen.

…Schmerzmittel bei Nachwehen völlig ok sind, ohne schlechtes Gewissen.

…der Wochenfluss wirklich acht Wochen andauern kann und wie viel Blut dabei raus kommt.

…der Wochenfluss ein krasses Blutbad ist. So habe ich das niemals erwartet.

…Wochenfluss echt unangenehm riecht.

…man unter den klassischen Plastiksurfbrettern schwitzt und stinkt. Ökovorlagen for Life! (Mein Tipp an dieser Stelle: Die Mamma Box von The Female Company)

…du körperlich und psychisch am Ende bist.

…du dich nach der Geburt wie ein einziger Ganzkörpermuskelkater fühlst.

…dass Schlafmangel, Hormonumstellung, Stillprobleme wirklich an den Nerven zehren und Weinen und verzweifelt sein total okay ist und man sein Kind nicht weniger liebt oder zu einer schlechten Mutter wird.

…einfach alles anders kommen kann als gedacht und du erstmal völlig überfordert bist.

…du einfach aus dem Nichts heraus weinst.

…du plötzlich so krass gebraucht wirst, dass du nicht mal alleine auf’s Klo kannst.

…Ruhe und Unterstützung von wichtigen Menschen wichtiger sind als jedes Baby Gadget.

…man wahnsinnig schwitzt.

…man nachts so viel schwitzt und friert und wieder schwitzt und Durst hat ohne Ende.

…alles, wirklich ALLES läuft.

…Geburtsverletzungen und die Nähte davon ganz schön das 💩 beeinflussen können.

…du bei den ersten Klogängen mehr Schmerzen hast als bei der Geburt.

…jeder Toilettengang mit Angst verbunden sein kann.

…eine Intim-Dusche in den ersten Tagen statt Toilettenpapier die bessere Wahl ist.

…ich unter der Dusche bei laufendem, warmen Wasser pinkeln musste, weil es sonst so gebrannt hat.

…man unterbewusst solche Angst vor dem ersten Stuhlgang haben kann, dass einen die Hebamme mit einem Einlauf beglückt.

…man 💩 machen sollte, auch wenn es weh tut, sonst gibt es eventuell eine fiese Verstopfung.

…warmes Wasser beim Pipi machen drüber laufen lassen Gold wert ist.

…Eisbinden mit Calendula super helfen.

…man besser keine als eine schlechte Hebamme haben sollte.

…Stillen so schmerzhaft sein kann.

…Stillen aus verschiedenen Gründen nicht klappen kann.

…die Brustwarzen quasi abfallen. (Hier sollen Silberhütchen super helfen!)

…man wirklich ständig stillt und bis 11 Uhr nix geht.

…man Stillen gleichzeitig lieben und hassen kann.

…nicht Stillen auch okay ist.

…man beim Milcheinschuss steinharte, schmerzende Brüste bekommt.

…zwei Blätter gekühlter Kohl der Lebensretter beim Milcheinschuss sein können.

…Stillen scheiße anstrengend ist und Zeit braucht.

Stillhütchen so helfen können.

…man Selbstzweifel hat.

…du auch unglücklich sein kannst, jetzt ein Kind zu haben.

…es einen in aller Freude auch traurig machen kann, wenn das Baby nicht mehr im Bauch ist.

…dir einfach jeder ungefragt seine Ratschläge rein drücken wird.

…es okay ist, ungeduscht zu bleiben.

…Trockenshampoo ein Lebensretter ist.

…man nach einem Kaiserschnitt irgendwelche Abführmittel zuhause haben sollte.

…die inneren Narben auch ggfs. längere Zeit schmerzen können.

…man unendlich müde ist. Immer.

…man unendlich Hunger hat. Immer.

…du keine Pause bekommst…auch nach einer anstrengenden Geburt.

…es hoch sensible, temperamentvolle High Need Babys mit Regulationsstörung gibt.

…man nicht direkt Super-Mutti sein muss und der Haushalt warten kann.

…du liegen sollst, damit die Organe wieder an ihren Ort finden (auch wenn fit!)

…es einem schwer fällt, tatsächlich im Bett zu bleiben. Ich habe trotzdem Haushalt gemacht.

…die Tage verfliegen und man auch 10 Tage braucht, um das erste Mal aus dem Haus zu kommen.

…die Uhrzeit ein völlig überbewertetes Konzept ist.

…Neugeborene praktisch nur schlafen.

…es leichter ist, wenn du dich auf den Rhythmus deines Babys einlässt und dich von deinen gewohnten Strukturen und Plänen etwas loslöst.

…du vielleicht zwei Monate nicht richtig sitzen oder stehen kannst.

…die Tage nach der Geburt in manchen Fällen schmerzhafter als die Geburt selbst sein können.

…die erste Nacht zuhause nicht entspannt ist. Für mich war sie die anstrengendste von allen.

…Dinge wie Baby Blues und Hämorrhoiden normal sind.

…der Baby Blues einen so umhauen kann.

…man eventuell inkontinent wird, aber dass man das auch wieder in den Griff bekommt.

…dich deine Gefühle überrollen und nicht jeder sofort damit umgehen kann.

…deine Hormone dich so krass steuern und lenken.

…es okay ist, sein Baby nicht ab Sekunde 1 abgöttisch zu lieben.

…es manchmal ein bisschen dauern kann, bis die Muttergefühle kommen.

…du auch oft mit schlechten Gedanken zu kämpfen hast.

…der erste Sex nach dem Wochenfluss und mit neuem Körper sich wie das erste Mal anfühlt.

…die Beckenbodenmuskulatur quasi nicht mehr vorhanden ist nach der zweiten Schwangerschaft.

…man keine Gäste empfangen muss, bis man bereit dafür ist.

…es okay ist, Besuch abzulehnen.

…echte Freunde Verständnis haben, wenn sie nicht sofort dein Baby kuscheln dürfen.

…es wirklich eine Zeit ist, in der man mit gutem Gewissen „Nein“ sagen darf.

…es okay ist, wenn man nicht gleich jedem das Baby auf den Arm geben möchte.

…ich es beim zweiten Wochenbett genauso lieben werde, meine Zeit mit kuscheln und riechen zu verbringen und meine große Tochter zeitweise als Störfaktor zwischen mir und Baby sehen würde. Es hat vier Woche gedauert, dann war alles wieder normal. Mein schlechtes Gewissen der Großen gegenüber war echt schlimm.

Ein großes Dankeschön

All die Nachrichten haben mich sehr emotional zurückgelassen. Dieses Gefühl von Einsamkeit während man gleichzeitig völlig überfordert ist, teilen so viele Mütter. Ich hoffe, dieser Blogbeitrag wird gelesen und verbreitet. Er soll keine Angst machen, was alles schreckliches passieren kann, er soll informieren, vorbereiten und uns zusammenschweißen.

Unendlich vielen Dank an alle Mamas, die mit ihren Texten dazu beitragen, diese sehr spezielle Zeit greifbarer zu machen. Ihr helft mit diesen Informationen werdenden Müttern sich damit nicht allein zu fühlen und hoffentlich weniger an sich zu zweifeln. Auch eklige Themen sollten irgendwo Platz finden, wenn sie uns schlaflose Nächte bereiten. Schmerzen sollten nicht schweigend ertragen werden müssen, weil wir nicht wissen, wem wir uns anvertrauen sollen.

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