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Geburtsbericht Teil 1: Geburtsvorbereitende Mittel & die Angst vor der Einleitung

Ich habe einige interessierte Nachfragen bekommen, wie das denn jetzt war, während Corona zu entbinden. Spoiler: Ich musste keine Maske im Kreißsaal tragen. Und auch sonst war der Einfluss der Pandemie auf meine Erfahrung im Krankenhaus kaum spürbar. Das lag wahrscheinlich an zwei Faktoren. Erstens habe ich mich vorab für eine ambulante Geburt entschieden und zweitens hatte ich das Glück von einer Beleghebamme betreut zu werden, die innerhalb des Krankenhauses ziemlich autark agieren kann.

Das Warten davor

Aber fangen wir am Anfang an. Ich war schon Wochen vor dem errechneten Termin ready. Ich war so bereit, bereiter geht es gar nicht – emotional, nestbautechnisch und auch körperlich. Ich habe über einen Monat lang unter größten inneren Qualen sechs Datteln am Tag zu mir genommen (als Bliss Balls oder zuletzt als Shake), Leinsamen unter meinen Joghurt gerührt oder mit Wasser geext, Himbeerblättertee getrunken und war bei der geburtsvorbereitenden Akupunktur. Meinetwegen hätte es in SSW 37 direkt losgehen können. Mein erstes Kind kam bei 39+5 und so habe ich auch dieses Mal damit gerechnet, dass eher früher als später losgehen würde. Die Instagram Mami-Bubble habe ich wochenlang mit meiner Ungeduld genervt. Und alle anderen auch.

Wer ist eigentlich dieser ET?

Tatsächlich kam es zur Überschreitung des ETs und zur Anwendung diverser Tipps und Tricks um die ganze Sache auf natürlichem Weg in Gange zu bringen: vegetarisches Sushi mit maximaler Wasabi- und Ingwerklatsche, Milchreis mit Unmengen von Zimt, heiße Bäder, Treppensteigen, spezielle Yoga-Übungen und wildes Tanzen im Wohnzimmer. Als mir mein Frauenarzt am 22. Februar (ET) mitteilte, dass das Baby nicht mehr wächst und es keinen Sinn machen würde, weiter zu warten, war ich ziemlich schockiert und habe mich innerlich sofort dagegen gesträubt, so früh ohne triftigen Grund an eine Einleitung zu denken. Trotzdem sollte ich mich im Krankenhaus meiner Wahl melden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Eipolablösung – die etwas andere Massage

Und so saß ich am nächsten Tag höchst schwanger drei Stunden lang allein im Wartebereich des Vivantes Friedrichshain, um in die Ultraschallsprechstunde zu kommen. Die Ärztin dort nahm mir sofort alle Sorgen und war genauso verwundert über das Vorgehen meines Arztes wie ich selbst. Ein Glück! Dem Baby ging es weiterhin gut in meinem Bauch. Nix da Einleitung! Stattdessen durfte ich lernen, was eine Eipollösung (auch Zervix-Stripping genannt) ist. Ich bin generell eher hart im Nehmen, aber das war definitiv eine der weniger angenehmen körperlichen Erfahrungen meines Lebens. Dabei löste die Ärztin mit ihren Fingern durch eine Art Massage (alles andere als Wellness in diesem Fall!) die Eihäute vom Gebärmutterhals, um die Geburt auf natürlichem Weg einzuleiten. Außer einer leichten Blutung bewirkte diese Behandlung aber erst mal nichts.

Ein, zwei Tage später fragte ich meine Hebamme um Rat. Nelkenöltampons sollten das Mittel der Wahl sein. Auf den Einlauf wollte ich nämlich gern verzichten. Ich mischte also einige Tropfen Nelkenöl aus der Apotheke in Olivenöl, tränkte gegen Abend einen Tampon darin und trug ihn rund zwanzig Minuten mit mir herum. Das Gleiche wiederholte ich am nächsten Morgen bevor es wieder zur Kontrolle ins Krankenhaus ging. Das Kind war noch immer bestens versorgt. Eine andere Ärztin führte eine zweite Eipolablösung bei mir durch, die noch schmerzhafter war. Aber ich habe die Zähne zusammen gebissen, immerhin hätte ich dieses Baby am liebsten schon gestern zur Welt gebracht.

Es geht los!

Wie schon bei Leni viereinhalb Jahre zuvor ging es auch bei Kind Nummer 2 (am Tag des zweiten Zervix-Strippings) nachts gegen 23 Uhr mit Wehen los. Die Abstände zwischen den Wehen wurden schnell (innerhalb einer Stunde) kürzer, wir riefen meine Schwiegermutter an, die auf Leni aufpassen sollte. Nachdem ich mir gerade unter größter Anstrengung eine frische Leggins für den Weg ins Krankenhaus angezogen hatte, platze meine Fruchtblase. Endlich!

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